Kalifornien – da denke ich unwillkürlich an blond gelockte Surfer, an die Strandpromenade von Santa Monica, an wildromantische Buchten und die Golden Gate Bridge. Doch der südwestlichste Bundesstaat der USA besteht nicht nur aus Küste. Kalifornien ist ein Staat der Superlative: Der höchste Berg der 48 miteinander verbundenen US-Staaten und der tiefste Punkt der USA liegen auf dem Boden Kaliforniens, nur rund 100 Kilometer voneinander entfernt. Und einer der heißesten Orte der Erde: Im Death Valley wurde im Sommer 2013 die höchste zuverlässig gemessene Temperatur der Erde festgestellt: 54 Grad Celsius.

Nach wie vor ist ein Ausflug in das Death Valley Abenteuer pur. Bildquelle: Pixabay.de
Nach wie vor ist ein Ausflug in das Death Valley Abenteuer pur. Bildquelle: Pixabay.de

Seinen Namen hat das „Tal des Todes“ in der Mitte des 19. Jahrhunderts bekommen. Damals suchten zwei Reisegruppen mit ungefähr 100 Wagen auf dem langen Weg von Santa Fe nach Los Angeles eine Abkürzung. Sie gerieten in das Tal und fanden keinen Ausweg mehr. Völlig verzweifelt ließen sie schließlich die Wagen zurück und entkamen dem unwirtlichen Kessel über einen Gebirgspass zur Mojave Wüste.

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Heute ist das Death Valley ein Nationalpark – der trockenste der USA – und die Bereisung immer noch ein bisschen abenteuerlich. Doch dem Besucher erschließt sich eine faszinierende Landschaft mit einer einzigartigen Flora und Fauna. Bekannt ist die Gegend jedoch nicht nur als Ausflugsziel: Besonders im Sommer nutzen Autohersteller aus aller Welt die Wüstenstraßen für Hitzetests.

Faszination Wüste: Was gibt es im Death Valley zu sehen?

Die Nationalpark-Verwaltung empfiehlt, eine Rundtour durch das Tal des Todes im Furnace Creek Visitor Center zu starten. Hier können Sie sich einen Überblick verschaffen, mit Infomaterial ausstatten und einen 20-minütigen Film anschauen. Doch dann geht es wirklich los!

  1. Devils Golf Course

Von Wind und Wetter erodiertes Salz prägt das Bild in dieser Gegend. Zerklüftete Salzspitzen recken sich zum Himmel, soweit das Auge reicht – eine surreale Landschaft. Die Namensgeber hatten die Idee, dass in diesem Gelände nur der Teufel Golf spielen könne. Wer hier die Ohren spitzt, hört leise Knistergeräusche, die in Bodennähe lauter werden. Milliarden von Salzkristallen, die durch ewiges Ausdehnen und Zusammenziehen schließlich auseinanderbrechen, verursachen dieses Geräusch.

Lage: In der Nähe der Badwater Road, 13 Meilen südlich von Furnace Creek. Die unbefestigte Straße zu Devils Golf Course kann von normalen Pkw und mittelgroßen Wohnmobilen befahren werden.

Die Salzpfanne Badwater Basin ist der tiefste Punkt der USA. Bildquelle: shutterstock.com
Die Salzpfanne Badwater Basin ist der tiefste Punkt der USA. Bildquelle: shutterstock.com
  1. Badwater Basin

Die Salzpfanne ist mit 86 Metern unter Null der tiefste Punkt der USA. Vom Weg, der vom Parkplatz ein Stück auf den Salzsee hinaus führt, ist das Schild, das die Meereshöhe an der Felswand markiert, gut zu erkennen. Es wird davon abgeraten, bei heißem Wetter auf das Salz zu gehen, und dem kann ich mich nur anschließen. Ich hatte ernsthafte Bedenken, es nicht zurück zum Auto zu schaffen!

Lage: An der Badwater Road, 18 Meilen südlich von Furnace Creek.

  1. Artists Drive und Artists Palette

Diese Panoramastraße führt in die Black Mountains, einem Gebirge vulkanischen Ursprungs. Die Steinformationen leuchten so bunt wie die Palette eines Malers. Die Farbenpracht resultiert aus der Oxidation verschiedener Metalle, die hier vorkommen. Besonders fotogen ist die Landschaft im Licht des späten Nachmittags.

Lage: Abzweig von der Badwater Road 9,5 Meilen südlich von Furnace Creek; Einbahnstraße.

  1. Zabriskie Point

Das zauberhafte Bild, das sich dem Besucher am berühmtesten Aussichtspunkt innerhalb des Death Valley Nationalparks bietet, ist bei Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang am schönsten. Der Parkplatz ist auch Ausgangspunkt für unterschiedliche Wandertouren.

Lage: An der Straße CA-190, 5 Meilen östlich von Furnace Creek.

  1. Twenty Mule Team Canyon
Absolut sehenswert ist der Artists Drive. Hier erstrahlen die Felsen in einzigartigen Farben. Bildquelle: shutterstock.com
Absolut sehenswert ist der Artists Drive. Hier erstrahlen die Felsen in einzigartigen Farben. Bildquelle: shutterstock.com

Die roten Hügel in diesem Canyon vermitteln den Eindruck, eigens für ein Gemälde geschaffen worden zu sein. Die unbefestigte Straße, die diese faszinierende Landschaft erschließt, ist bestens geeignet für eine Radtour oder einen Spaziergang.

Lage: Abzweig von der CA-190, 5,5 Meilen östlich von Furnace Creek.

  1. Dantes View

Man sagt, der Blick vom 1.669 Meter hoch gelegenen Aussichtspunkt Dantes View sei atemberaubend. Besonders beeindruckend ist die Aussicht aufs Badwater Basin bei Sonnenaufgang. Über den tiefsten Punkt der USA hinweg kann man den höchsten Punkt des gigantischen Landes zumindest erahnen: den in der Sierra Nevada gelegenen 4.421 Meter hohen Mount Whitney.

Lage: Rund 25 Meilen südlich von Furnace Creek. Nach etwa 12 Meilen von der Straße CA-190 rechts abbiegen in die Furnace Creek Wash Road, dann noch einmal rechts abbiegen auf die Dantes View Road.

  1. Harmony Borax Works

Das Borax-Vorkommen im Death Valley war der eigentliche Grund für die Erschließung des unwirtlichen Tales. Das war im Jahr 1881. Die Harmony-Fabrik nahm ihre Arbeit um den Jahreswechsel 1883/84 auf. In ihren besten Zeiten beschäftigte sie 40 Arbeiter, der Ausstoß betrug täglich drei Tonnen Borax. In den Sommermonaten funktionierten die Produktionsprozesse allerdings nicht, weil das Wasser zu heiß war und das darin gelöste Borax nicht auskristallisierte. Ebenso schwierig gestaltete sich der Abtransport des fertigen Produkts. Deshalb ersann man die Methode, ein Gespann aus 20 Maultieren jeweils einen Doppelwaggon in die Mojave-Wüste ziehen zu lassen. Schon 1888 schloss die Fabrik wieder, weil der Gründer Pleite ging.

Hitze, Wüste und Sand soweit das Auge reicht. Bildquelle: Pixabay.de
Hitze, Wüste und Sand soweit das Auge reicht. Bildquelle: Pixabay.de

Lage: Die Ruinen der historischen Borax-Fabrik liegen 2 Meilen westlich von Furnace Creek an der Straße CA-190. Sie sind über einen 400 Meter langen befestigten Fußweg zu erreichen.

  1. Mesquite Flat Sand Dunes

Die Sanddünen sind ein Wüsten-Klassiker, den man nicht versäumen sollte. Schon aus der Entfernung sehen Sie die Bilderbuch-Dünenlandschaft.

Lage: 19 Meilen westlich von Furnace Creek an der Straße CA-190, kurz vor Stovepipe Wells Village.

  1. Keane Wonder Goldmine

Erst kürzlich wurde die Keane Wonder Goldmine nach beinahe zehnjährigen Restaurationsarbeiten wieder für Besucher geöffnet. Die Anlage erlaubt eine Zeitreise in die Epoche des Goldrauschs. Anfang der 1900er-Jahre ging die Anlage in Betrieb. Bis heute können Sie sich ein gutes Bild über die Arbeitsweise machen. Sogar eine Seilbahn, die das goldhaltige Erz von der Mine den steilen Abhang hinunter zur Fabrik transportierte, ist noch vorhanden.

Lage: Nehmen Sie von der CA-190 an der Beatty Junction den Abzweig nach Beatty (Richtung Norden). Nach 5,7 Meilen erreichen Sie den Wegweiser zur Keane Wonder Mine. Von hier aus sind es noch 2,8 Meilen zum Parkplatz.

Tipp: Nicht unvorbereitet ins Tal des Todes fahren

Eine Reise ins Death Valley ist deutlich entspannter, wenn Sie den Tank Ihres Autos füllen, bevor Sie in die Wüste starten. Außerdem empfiehlt es sich, viel Wasser und etwas zu essen mitzunehmen. Es gibt zwar drei Tankstellen, von denen zwei 24 Stunden geöffnet sind. Diese funktionieren allerdings nur mit Kreditkarten. In drei Läden können Kleinigkeiten wie Schokoriegel und Sandwiches gekauft werden, diese allerdings zu stolzen Preisen. Sie befinden sich wie die Tankstellen in Furnace Creek, Stovepipe Wells und Panamint Springs.

Wann ist die beste Reisezeit?

Nehmen Sie unbedingt ausreichend Wasser mit ins Death Valley. Bildquelle: shutterstock.com
Nehmen Sie unbedingt ausreichend Wasser mit ins Death Valley. Bildquelle: shutterstock.com

So unglaublich es klingt: auch im Death Valley kann es voll werden. Besonders beliebt für einen Besuch an einem der heißesten Orte der Erde sind die langen Wochenenden rund um die Feiertage im Winter. Am schönsten ist es im Frühling, denn zu dieser Jahreszeit besteht die Möglichkeit, dass die karge Erde im Tal des Todes von einem Blütenmeer bedeckt wird. Wer im Death Valley campen möchte, ist bis zum Wochenende nach Ostern gut beraten, zu reservieren.

Wir waren im Hochsommer im Death Valley. Diese Zeit ist wirklich nicht zu empfehlen. Die Hitze ist unerträglich und der Mitteleuropäer wird sich kaum weiter als ein paar Schritte vom seinem Auto entfernen. So bleibt Touristen im Sommer vieles verborgen, was zu anderen Jahreszeiten einen kleinen Fußmarsch durchaus wert ist. Übrigens: Der Sommer beginnt im Death Valley schon im Mai!

Ich plane jedenfalls, noch einmal ins Tal des Todes zu reisen und dann auch in der Wüste zu übernachten. Die Sterne und die Milchstraße sind hier besonders hell zu sehen, da die Dunkelheit im Death Valley nicht durch künstliche Lichtquellen gestört wird.

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