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Beim beliebten Gesellschaftsspiel „Stadt, Land, Fluss“ wird es unangenehm, wenn der Buchstabe „Q“ ausgewählt wird. Wahrscheinlich legen Sie flott mit Quedlinburg los und scheitern schon an Qatar, das in der deutschen Schreibweise ein Katar ist.

Zumindest die Pflanze mit Q stellt in der Regel keine Schwierigkeit dar, denn es gibt die Quitte. Quitten sind leckere Herbstfrüchte und gelten zudem als gesund, daher schauen wir sie uns mal etwas genauer an. Nach dem sonnenreichen Jahrhundertsommer 2018 sollten die Quitten besonders aromatisch werden.

Die Quitte ist ein Kernobstgewächs und stammt ursprünglich aus dem heutigen Iran sowie Armenien. Sie zählt zu den ältesten Obstsorten der Welt: Hippokrates erwähnte im 4. Jahrhundert vor Christus die Quitte als eine nützliche Frucht für Heilzwecke. Bereits in der Antike brachten griechische Reisende sie mit nach Europa. Der Quitte haben wir das Wort „Marmelade“ zu verdanken: Die Portugiesen nannten sie nämlich „marmelo“. Die grobe Unterscheidung bei Quitten erfolgt nach Apfelquitte und Birnenquitte. Dabei hat die Birnenquitte ein weicheres Fruchtfleisch und ist etwas länglicher; das Aroma ist weniger intensiv als bei der Apfelquitte.

Woher kommt die Quitte?

Da nur wenige Landwirte in Deutschland Quitten anbauen, stammen die Früchte zumeist aus Frankreich oder der Türkei. In Deutschland wachsen noch ungefähr 50 Quittenarten, insgesamt gibt es rund 200. Die Ur-Quitte kann nicht roh verzehrt werden, bei einigen neuen Züchtungen wie der Honigquitte, der Shirin-Quitte oder der Variante „Rohköstler“ ist das kein Problem mehr. Bei der Verarbeitung von Quitten zu Gelee, Marmelade oder Saft ist wichtig zu wissen, dass die Früchte einen hohen Anteil an Pektin aufweisen. Sie brauchen daher nur wenig oder keinen Gelierzucker und können mit normalem Zucker arbeiten. Achten Sie allerdings darauf, dass sie die Quitten ausreichend lange kochen, damit sich das Pektin aus den Früchten löst. Quitten lassen sich auch in Kuchen oder herzhaften Speisen verarbeiten. Falls Sie Ihre Quitten nicht sofort verarbeiten, sollten Sie reife Früchte am besten im Kühlschrank lagern. Für die kurz vor der Reife geernteten Früchte finden Sie idealerweise einen kühlen und trockenen Platz im Keller.

Optisch liegt die Quitte zwischen Apfel und Birne und wird in Deutschland nur selten als Obst angebaut. Bildquelle: Pixabay.de
Optisch liegt die Quitte zwischen Apfel und Birne und wird in Deutschland nur selten als Obst angebaut. Bildquelle: Pixabay.de

Gesunde Quitten für den eigenen Garten

Quitten gelten als ausgesprochen gesund, da sie reichlich Vitamin C enthalten, aber auch Kalium, Natrium, Zink, Eisen, Kupfer, Mangan und Fluor. Durch das enthaltene Pektin sowie Schleimstoffe unterstützen die Powerfrüchte Magen und Darm und helfen bei Husten und Entzündungen des Halses.

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Falls Sie noch Platz in Ihrem Garten haben, ist eine Quitte keine schlechte Wahl. Sämtliche Sorten befruchten sich selbst und sie braucht einen Standort mit milden Wintern. Achten Sie auf regionale Sorten, damit diese mit unserem Klima gut zurechtkommen. Wenn Sie das Gehölz im Frühjahr pflanzen, können Sie sich schon im Herbst des zweiten Jahres auf köstliche und farbenfrohe Früchte freuen.

Mögen Sie Quitten und falls ja, möchten Sie uns Ihr Lieblingsrezept verraten? Vielleicht haben Sie auch schon Erfahrung mit ihrem Anbau gesammelt. Wir sind gespannt auf Ihre Tipps!

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