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Für Marianne aus Düsseldorf liegt Hawaii ganz nah – dank Hawaiian Hula. Die begeisterte Hobbytänzerin bewegt sich schon seit der Kindheit zum Takt von verschiedenen Rhythmen – von Standard-Latein über orientalischen Tanz und Flamenco. Ihre jetzige Leidenschaft hat die 65-jährige im hawaiianischen Hula Tanz gefunden.

Hawaiian Hula – Geschichte tanzen

Der Hula ist ein „erzählender“ Tanz, der besonders über Arm- und Handbewegungen stattfindet. Vor allem für ältere Menschen ist Hula ein schöner Weg, aktiv und mobil zu bleiben. Im Interview verrät uns Marianne mehr zu ihrem außergewöhnlichen Hobby und dessen Eigenarten – ein paar Kostproben sehen Sie in dem Video.

Marianne, wie bist du zum Hula Tanz gekommen?

Durch einen Workshop im Tanzhaus NRW. Denn als der Hula ins Programm genommen wurde, hat es mich gepackt! Ich besuche z.Zt. regelmäßig Kurse bei Juhana Bowe in Düsseldorf und Ana´kela in Köln.

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Was ist für dich das Besondere an diesem Tanz?

Neben dem Tanz an sich, sind für mich die Geschichte und die Kultur des Landes Hawaii das Besondere. Ich habe mich viel mit der Herkunft des Tanzes beschäftigt und finde das absolut faszinierend.

Was bedeutet denn Hawaii für dich?

Die Naturschönheiten, die Vulkanlandschaft, die Menschen, die Blumen, die Farbigkeit, das Meer – all das bedeutet Hawaii für mich! Wenn es mir irgendwann vergönnt sein sollte, dann werde ich Hawaii auf jeden Fall besuchen.

Ich finde es toll, dass der traditionelle Hula wieder getanzt werden darf – während der Missionierung auf Hawaii war dieser „freizügige“ und „gottlose“ Tanz dort nämlich verboten. Erst König Kalákaua führte die alte Tanztradition wieder ein, die dann nochmals im Jahre 1898 für einige Zeit durch die Annexion Hawaiis durch die USA verdrängt wurde. Bis dahin ist aber viel Wissen über den Hula verloren gegangen. Trotzdem starb der alte Stil des Hula nicht aus. Schon in den 1920er Jahren wurden die nicht vergessenen Traditionen in eigens dafür geschaffenen Schulen an junge Menschen vermittelt. Es entstanden die „hula auanas“, die moderne Art des Hula Tanz. In den 60ern folgte dann die bekannte, etwas „kitschig-romantische“ Elvis Zeit und seit den 70er Jahren ist Hula wieder Tradition auf Hawaii.

Die meisten Leser denken vielleicht, dass man Hula tanzt, indem man mit den Hüften wackelt und die Arme zur Seite bewegt. Dabei noch eine Blumenkette um den Hals – und mehr braucht es nicht. Kannst du mit dem Vorurteil aufräumen?

Hawaiian Hula: Marianne in Aktion. Quelle: privat
Hawaiian Hula: Marianne in Aktion. Quelle: privat

Das kann ich absolut nicht bestätigen! Der Hula ist entstanden, indem die Hawaiianer das gesungene Wort mit Armen und Händen ausdrückten. Denn ihre Sprache wurde nur gesprochen, es gab keine Schrift – alle Emotionen und Geschichten wurden über Lieder und über den Tanz dargestellt. Die meisten Tänze und Lieder ehren die Natur, die Blumen, die Landschaft…. Man hatte auf Hawaii grundsätzlich eine große Ehrfurcht vor der Natur und vor den Göttern, die diese Natur geschaffen haben. Viele Lieder dienten auch einfach nur zur Unterhaltung.

Der Hula Tanz ist ein „erzählender Tanz“, jede Bewegung hat eine Bedeutung. Zu den Grundschritten mit den Beinen wird aus den Bewegungen der Arme und Hände heraus gelesen, worum es im Lied geht oder was gerade besungen wird. Die Blume hat zum Beispiel eine eigene Bewegung. Wenn jemand diese beim Tanz sieht, weiß er direkt –  aha, jetzt geht es um Blumen. Jeder Zuschauer, der sich auskennt, kann aus dem Tanz die Bedeutung herauslesen.

Und wenn ein Lied gleich mehrere Strophen hat… Das bedarf ja einer großen körperlichen Koordination und Gedächtnisleistung – wenn man darauf achten muss, was man wann mit den Händen ausdrückt. Und nebenbei müssen die Grundschritte ja auch eingehalten und die Hüften bewegt werden. Bereitet dir das keine Probleme?

Wer schon über Tanzerfahrung verfügt, dem bereitet das überhaupt keine Probleme. Jemand, der schon mal orientalischen Tanz oder ähnliches gemacht hat, hat keine Probleme mit der Koordination. Ich habe das mittlerweile sehr unter Kontrolle – Schritte, Hüftbewegung, Arm- und Handmotion, Blick und Kopfbewegung. Das gehört alles dazu – Koordination vom Körper und vom Kopf her!

Für wen eignet sich der Hula? Sollte man da also schon Tanzerfahrung haben?

Nein, jeder Mensch jeden Alters kann den Hula lernen. Da braucht es gar nicht so viel Erfahrung, der Hula eignet sich auch gut für Anfänger. Wenn man etwas älter ist, kann man vielleicht nicht mehr so tief in die Knie gehen. Aber auf Hawaii lassen die älteren Tänzer diese Bewegungen dann einfach aus. Auf Hawaii tanzen die Menschen so lange wie sie leben!

Der Tanz ist eine gute Übung für die Koordination und für den gesamten Körper. Selbst, wenn die Beine nicht mehr wollen, kann man einfach mit den Armen und Händen mittanzen – also im Sitzen. Es gibt im Hawaiianischen sogar spezielle Sitztänze.

Warum ist Hawaiian Hula besonders für Senioren attraktiv?

Der Hula ist sehr gut für Senioren geeignet, weil man dadurch fit bleibt – im Kopf und bei den Bewegungsabläufen. Dadurch schult man das Hirn, wird sicher bei der eigenen Beweglichkeit und in der Koordination des gesamten Körpers. In unserem Kurs ist die älteste Tänzerin 89 Jahre alt. Das Schöne ist ja auch, dass der Hula ein Gruppentanz ist, wo jeder Anschluss findet, sich niemand schämen muss und ein reger Austausch mit Gleichalten stattfindet. Zum Beispiel, wenn man den Partner verloren hat oder alleine ist, fühlt man sich prima in der Tanzgruppe aufgehoben.

Der Hula bringt Lebensfreude und hilft auch körperlich weiter, dass es einem gut geht. Auch die schönen Kleider, die man anzieht, die Auftritte, die man gemeinsam vorbereitet, der Blumenschmuck etc. – da kann man sich auf vielen verschiedenen Ebenen beschäftigen, das alles bereitet Freude!

Sie haben ebenso Spaß an Bewegung und suchen immer neue Wege, um sich auszuprobieren? Versuchen Sie es doch auch einmal mit Hula. In den meisten Städten werden immer öfter in Senioren-Zentren oder an der VHS solche Kurse angeboten.

Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.juhana.de/

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