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Gemeinsames Kochen und Essen im Freien erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Wenn dann noch das Vergnügen dazukommt, die Zutaten vor der Zubereitung im Garten sammeln zu dürfen, wird daraus ein Erlebnis. Im kleinen Dorf Steinhöfel bei Fürstenwalde an der Spree ist genau das möglich.

Im Brandenburgischen, 60 Autominuten östlich von Berlin, hat der Verein LandKunstLeben e.V. das Projekt Kochende Gärten ins Leben gerufen. Der Verein, in dem sich Künstler, Gärtner und Menschen mit Ideen zusammengeschlossen haben, betreibt auch den Garten, der im Mittelpunkt des Geschehens steht – die ehemalige Schlossgärtnerei von Steinhöfel.

Den kulinarischen Horizont erweitern

Die Idee ist einfach: Die Initiatoren möchten ihre Leidenschaft am Kochen mit den Gästen des Gartens Steinhöfel teilen. Deshalb laden sie regelmäßig zu ausgiebigen Kochkursen in den Garten ein. Die Ausrede „ich kann gar nicht kochen“ zählt dabei nicht. Im Kunst- und Lehrgarten Steinhöfel findet jeder eine glücksbringende Beschäftigung. Besser noch: Anfänger wie Fortgeschrittene erweitern ihren kulinarischen Horizont und nehmen neue Erkenntnisse und Fähigkeiten mit nach Hause.

Die Kultivierung selten gewordener Gemüsesorten und Nutzpflanzen ist das Herzensanliegen des Kochs Gerry Kunz und seiner Mitstreiter vom Garten Steinhöfel. Sie betrachten ihre Arbeit als Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Den Kursteilnehmern wollen sie Wildkräuter, alte Obstsorten und die traditionellen Gemüsearten nahebringen.

Lila Blumenkohl, die zu Goethes Zeit sehr beliebte Gemüseartischocke, Wilder Spinat und die dunkelviolette Kartoffelsorte Blaue Schweden gedeihen hier. Im Gewächshaus wuchern 20 Tomatensorten, im Kräutergarten duften und blühen Zitronenthymian, Gewürzlorbeer, Liebstöckel und Ysop. Früher war alles besser – das stimmt nicht in jedem Fall. Aber wenn es um die alten Frucht- und Gemüsesorten geht, trifft dieser Spruch zu. Tatsächlich sind die alten Sorten farbintensiver und kräftiger im Aroma.

Kochende Gärten: Senioren erinnerten sich an alte Rezepte

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Gekocht wird unter freiem Himmel und aus den Früchten des Gartens. Bevor die Köche die mobile Kocheinheit auf Rollen in der Mitte des Gartens ansteuern, wird gesammelt und geerntet, was im Garten Steinhöfel wächst beziehungsweise gerade reif ist.

Die Rezepte, die mit den alten Sorten verloren gegangen waren, hat Gerry Kunz für seine Freiluft-Kochlehrlinge wiederentdeckt. Auf der Suche sprach er mit Senioren, die sich noch daran erinnern konnten, wie die ausgestorbenen Gemüsesorten zubereitet wurden. Die Rezepte wurden gesammelt, ausprobiert und teilweise neu interpretiert.

Exotisch oder vegetarisch – ohne Umweg auf den Tisch

So bereiten die Teilnehmer exotisch klingende Gerichte wie Lachs im Wildkräuterbeet mit japanischer Pflaume zu. Dazu gibt es Brennnesselsuppe mit Zitrone, Polenta und Oliven-Wasabi-Pesto sowie Wildkräutersalat mit ungewohnten Gartenkräutern und essbaren Blüten. Der Lachs wird mit Thai-Basilikum und eingelegten Umeboshi-Pflaumen im Filoteig-Päckchen zubereitet und von in Wein geschmortem Zwiebelgemüse begleitet. Als Nachtisch gibt es Grießschnitten mit Beerenkompott.

Im Kochkurs "Kochende Gärten" lernt man viele neue Leckereien kennen. Bildquelle: Aneta Pawlik/Unsplash.com
Im Kochkurs “Kochende Gärten” lernt man viele neue Leckereien kennen. Bildquelle: Aneta Pawlik/Unsplash.com

Zwei Wochen später kommt dann ein vegetarisches Gericht auf den Tisch: Wildkräuter-Polenta mit Knusperrauke. Dazu gibt es grüne Tomaten in würziger Panade gebraten mit Ziegenkäse und Kapuzinerkresse-Blüten. Die weiß gedeckte Tafel zum Essen steht auf der Wiese im Schatten der Streuobstbäume und in der Sonne auf dem Rasen oder – wenn es einmal regnet – in einem Gewächshaus oder in einem Gartenzelt. Hierhin kann auch die Küche umziehen, sollte es nötig sein.

Kurzreise nach Brandenburg mit Kochkurs

Ich muss gestehen, dass ich gerade in meinen Kalender geschaut habe. Der Kochkurs mit den grünen Tomaten reizt mich außerordentlich. Schon oft habe ich mich gefragt, warum sie hierzulande nicht kultiviert geschweige denn verkauft werden. Doch wie es aussieht, wächst das Lieblingsgemüse der amerikanischen Südstaaten-Bewohner im Garten Steinhöfel sehr wohl. Ein Grund mehr, diesem Refugium einmal einen Besuch abzustatten.

Die sechsstündigen Kurse finden jeweils an einem Nachmittag am Wochenende statt. Sie bieten sich beispielsweise als Höhepunkt eines zweitägigen Wochenendausflugs nach Steinhöfel an. Im Ort selbst gibt es einige Übernachtungsmöglichkeiten. Sie reichen vom Schlosshotel Steinhöfel über das Landhaus Charlottenhof bis hin zur Eiskonditorei Wild.

Webseite der Kochenden Gärten von Steinhöfel

 

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