Die Entwicklung von Medikamenten geht stetig voran und die Pharmaindustrie forscht mit hohen Budgets. Das ist gut und bei schweren Krankheiten führt an der Schulmedizin meist kein Weg vorbei. Geht es jedoch um wiederkehrende und leicht zu behandelnde Beschwerden, müssen Sie nicht immer mit Kanonen auf Spatzen schießen.

Die Besonderheit liegt in der Mischung von verschiendenen Kräutern und ätherischen Ölen. Bildquelle: shutterstock.com
Die Besonderheit liegt in der Mischung von verschiendenen Kräutern und ätherischen Ölen. Bildquelle: shutterstock.com

Hausmittel, die schon unsere Urgroßeltern benutzten, haben meist noch Gültigkeit – auch wenn die wenigsten Menschen heute noch ihren Kindern Lebertran verabreichen. Denken Sie an Wadenwickel statt fiebersenkender Medikamente mit Nebenwirkungen oder Nasendusche statt teurem Nasenspray. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Fast in Vergessenheit geriet dabei das traditionelle Heilmittel Retterspitz, das Sie ohne Rezept in der Apotheke erhalten. Das Mittel haben wir einer Frau gleichen Namens zu verdanken. Margarete Retterspitz erkannte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Potenzial dieser Tinktur. Ihr Arzt empfahl ihr die Rezeptur interessanterweise zunächst als Schönheitsmittel.

Wogegen hilft der Retterspitz?

Das bewährte Hausmittel wird beispielsweise zur ergänzenden Behandlung bei Sehnenscheidenentzündungen empfohlen. Wirkt ein Wickel mit Retterspitz mehrere Stunden oder am besten über Nacht ein, kann dies die Schmerzen reduzieren. Diese Hydrotherapie können Sie ebenfalls bei Halsschmerzen oder einer Mandelentzündung anwenden und sogar gegen Krampfadern. Etwas allgemeiner formuliert soll das pflanzliche Mittel gut wirken bei Schmerzen, Entzündungen, Schwellungen und Zerrungen, aber ebenso bei Fieber.

Was steckt in Retterspitz und wie wende ich ihn an?

Auch das Öl der Bergamotte ist ein Bestandteil in dem bewährten Hausmittel. Bildquelle: Pixabay.de
Auch das Öl der Bergamotte ist ein Bestandteil in dem bewährten Hausmittel. Bildquelle: Pixabay.de

Retterspitz enthält ätherische Öle, zu denen Arnikatinktur, Thymol, Rosmarinöl, Zitronenöl, Bergamottöl und Orangenblütenöl gehören. Das naturheilkundliche Mittel kombiniert diese hochwirksamen pflanzlichen Stoffe, sodass sie es gegen unterschiedliche Beschwerden anwenden können. Daher lohnt sich die Anschaffung für die Hausapotheke, auch wenn es ihn nur in recht großen Packungsgrößen zu kaufen gibt.

Ob und wenn ja wie stark Sie die Tinktur verdünnen, hängt davon ab, wie empfindlich Ihre Haut ist. Hier können Sie nachlesen, wie Sie einen Wickel mit Retterspitz am besten anwenden.

Es gibt zusätzlich eine Variante zur Einnahme. Dabei sollen die ätherischen Öle Magenbeschwerden lindern. Neben den klassischen Varianten als Tinktur zur äußerlichen oder innerlichen Behandlung gibt es mittlerweile eine Fülle von Präparaten mit Retterspitz. Dazu gehören Cremes, Muskelroller und sogar Zahnpasta. Da stellt sich die Frage, ob diese vom guten Namen des bewährten Hausmittels profitieren wollen.

Verwenden Sie Retterspitz und falls ja, wie sind Ihre Erfahrungen?

Anzeige