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Oslo ist eine der teuersten Städte der Welt. Wenn es um die Preise fürs Wohnen, Restaurantbesuche und Autofahren geht, rangiert die Hauptstadt Norwegens in diesem Jahr auf Platz 10. Trotzdem ist es möglich, die Stadt zu entdecken, ohne ein Vermögen auszugeben.

Die Anreise ist bei guter Planung günstiger, als man glaubt. Und wer keinen Wert auf ein luxuriöses Hotelzimmer legt, findet in Oslo sehr geschmackvolle und gut gelegene Privatunterkünfte zu erschwinglichen Preisen. Wir haben während unseres Aufenthalts in einer wunderschönen Ferienwohnung auf dem Holmenkollen gewohnt. Zwei Minuten von der T-Bane-Haltestelle entfernt, mit Terrasse und einer atemberaubenden Aussicht über die Stadt und den Fjord.

Unterwegs in Oslo: am günstigsten mit Bus und Bahn

Städte am Meer haben oft eine ganz besondere Anziehungskraft, so auch Oslo. Bildquelle: shutterstock.com
Städte am Meer haben oft eine ganz besondere Anziehungskraft, so auch Oslo. Bildquelle: shutterstock.com

Unser überflüssigerweise mitgebrachtes Auto durfte übrigens eine Woche lang auf dem Hof stehen. Die Vermieterin hatte uns schnell überzeugt, dass Oslo kein gutes Pflaster für Autofahrer ist.

Tipp: Nutzen Sie die öffentlichen Verkehrsmittel. Busse, Straßenbahnen (Tram) und die U-Bahnen (T-Bane) sowie Fähren bringen Sie bequem und schnell zu allen Orten in der Stadt und um Oslo herum. Schon ab einem Aufenthalt von drei Tagen lohnt sich der Kauf eines 7-Tage-Tickets. Die Tickets sind beispielsweise bei Narvesen- und 7-Eleven-Kiosken erhältlich, aber nicht an Fahrkartenautomaten. Hilfreich beim Ticketkauf und zum Navigieren ist auch die RuterBillett-App.

Wissenswert: Rentner zahlen generell nur den halben Preis. Ab 67 Jahren bekommen Sie das 7-Tages-Ticket für 125 NOK, das entspricht 13,50 Euro!

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Achtung: Einzelfahrscheine sind sehr teuer und können an den Fahrkartenautomaten an den T-Bane-Stationen nur mit Kleingeld oder Kreditkarte bezahlt werden. Das Nachlösen im Zug ist nicht möglich und Schwarzfahren wird extrem teuer! Wer beim Busfahrer kauft, zahlt einen Aufschlag von über 50 Prozent.

Kostenlos in die Museen Oslos

Sehenswert - der Blick aus dem Rathaus auf die Bucht von Oslo. Bildquelle: Pixabay.de
Sehenswert – der Blick aus dem Rathaus auf die Bucht von Oslo. Bildquelle: Pixabay.de

Bevor Sie ein Mehrtagesticket für die öffentlichen Verkehrsmittel kaufen, sollten Sie überprüfen, ob sich die Anschaffung des Oslo-Passes für Sie lohnt. Der Oslo-Pass gilt für 24, 48 oder 72 Stunden. Er beinhaltet kostenlosen Eintritt in viele Museen, freie Fahrt mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln und viele Ermäßigungen, beispielsweise in Restaurants. Der Oslo-Pass ist konventionell auf Papier erhältlich oder als App.

Senioren ab 67 Jahren zahlen für den 24-Stunden-Pass in diesem Jahr 315 Norwegische Kronen (NOK), das sind derzeit knapp 33 Euro. Für Erwachsene kostet der 1-Tages-Pass 395 NOK (etwa 41 Euro). Wir haben den Oslo-Pass nicht ausprobiert, da wir selten mehr als ein Museum täglich anschauen.

Ganz Oslo kostenlos und schnell entdecken

Täglich um 10 Uhr wird eine kostenlose 90-minütige Tour zu Fuß durch Oslo angeboten. Sie startet vom Tiger am Hauptbahnhof und gibt einen guten Überblick über die Stadt. An manchen Tagen gibt es zusätzliche Touren um 16 Uhr.

Daneben gibt es sich in Oslo viele weitere Aktivitäten, die nichts kosten.    

Königlich: ein Bummel auf der Karl Johans Gate

Oslos Flaniermeile, die Karl Johans Gate, führt vom Hauptbahnhof direkt zum Schloss. Hier residiert das beim Volk sehr beliebte norwegische Königspaar. Außerdem gibt es einen öffentlich zugänglichen Schlosspark mit Teichen und Statuen. Auf dem Schlossplatz findet täglich um 13.30 Uhr ein Wachwechsel statt.

Doch auf der Karl Johans Gate ist auch der Weg ein lohnendes Ziel. Dem prachtvollen Osloer Dom sollten Sie Aufmerksamkeit schenken, auch wenn er von außen eher unscheinbar ist. Royalisten kennen die Kirche vielleicht, denn hier finden die königlichen Hochzeiten statt. Das norwegische Parlamentsgebäude, das Nationaltheater und einige Einkaufsmöglichkeiten liegen ebenfalls an der Karl Johans Gate.

Ein absolutes Muss in Oslo: Einmal den Karl Johans Gate rauf und runter flanieren. Bildquelle: Pixabay.de
Ein absolutes Muss in Oslo: Einmal den Karl Johans Gate rauf und runter flanieren. Bildquelle: Pixabay.de

Steigen Sie der Oper aufs Dach!

Das Opernhaus ist wohl das bekannteste Bauwerk Oslos. Unübersehbar liegt das moderne Gebäude am Ufer des Oslofjords. Die Oper gleicht hinsichtlich Form und Oberfläche einem aus dem Wasser ragenden Eisberg. Der Zugang aufs Dach ist jederzeit kostenlos möglich. Von dort oben genießen Sie einen schönen Ausblick auf den Fjord und die Skyline der Stadt. Auch im Foyer der Oper dürfen Sie sich unverbindlich umschauen.

Mittelalterliches Kontrastprogramm: die Festung Akershus

Ebenfalls am Wasser liegen die wohl frühesten baulichen Zeugnisse der Vergangenheit Oslos. Die ältesten Gebäude von Akershus stammen aus dem 13. Jahrhundert und sie haben im Laufe der Jahrhunderte schon einigen Belagerungen standgehalten. Die Burg ist zwar militärisch genutzt, kann aber trotzdem bis 21 Uhr besichtigt werden. Das mittelalterliche Flair der Festung und die Aussicht von oben auf das Treiben im Hafen vor dem Rathaus sowie auf das Quartier Aker Brygge lohnt den Aufstieg auf jeden Fall.

Ein Paradies mitten in Oslo: der botanische Garten

Der „Botanisk Hagen“ verfügt über eine Sammlung von mehr als 1.000 Pflanzenarten aus aller Welt, über ein bereits im Jahr 1868 eröffnetes Palmenhaus und einen Duftgarten. Bach und Wasserfall machen die Oase mitten in der Stadt komplett. Das Besondere: Der botanische Garten ist ganzjährig kostenfrei zugänglich.

Ausflug in die Berge: Holmenkollen und Voksenkollen

Einmal haben wir uns den Spaß erlaubt und sind von unserer Haltestelle Holmenkollen weiter bergauf gefahren. Die Endstation der Linie 1 heißt Frognerseteren und liegt auf dem Voksenkollen, einem beliebten Ski- und Wandergebiet. Hüttenromantik gibt es hier auch: im Frognerseteren Restaurant und Café. Wir haben auf dem Voksenkollen einen Waldspaziergang im Schnee gemacht und die mystische Atmosphäre und die Bergluft genossen. So stellt man sich Norwegen vor!

Olympiastimmung am Holmenkollen. Bildquelle: Pixabay.de
Olympiastimmung am Holmenkollen. Bildquelle: Pixabay.de

Unbedingt lohnenswert ist auch ein Ausflug auf den Holmenkollen. Er ist ebenfalls erreichbar mit der T-Bane Linie 1, Ausstieg an der Station Holmenkollen. Die Skisprungschanze ist ein beeindruckendes Bauwerk – auch von unten betrachtet – und vermittelt ein bisschen Weltcup-Feeling. Wer will, kann das älteste Skimuseum der Welt besuchen und gleichzeitig hinter die Kulissen der Sprungschanze blicken (kostet für Erwachsene 140 NOK Eintritt, Rentner bezahlen 120 NOK; freier Eintritt mit dem Oslo-Pass). Außerdem gibt es hier eine kleine Stabkirche und ganz umsonst eine grandiose Aussicht.

Sommervergnügen: von Insel zu Insel

Als Besitzer eines Tages- oder Mehrtagestickets für die öffentlichen Verkehrsmittel können Sie teilweise auch die Fähren zu den Inseln im Oslofjord kostenlos benutzen. Im Sommer verkehren sie regelmäßig ab Aker Brygge. Die Inseln zählen zu den beliebtesten Badeplätzen, bieten jedoch auch andere Sehenswürdigkeiten und sind einen Ausflug wert.

Kultur und Natur in Oslos Parks

Viele Parkanlagen, wilde Wasserläufe und Wälder machen Oslo zu einer grünen Stadt und konkurrieren um die Gunst der Besucher. Wir erwähnen hier deshalb nur zwei außergewöhnliche Parks: den Vigeland-Skulpturenpark und den Ekebergparken. Der Vigelandsparken ist der weltweit größte Skulpturenpark, der sich nur einem einzigen Künstler widmet: Gustav Vigeland. 200 Skulpturen – Vigelands komplettes Lebenswerk – aus den unterschiedlichsten Materialien sind hier inmitten von entspannendem Grün zu sehen.

Auch der Ekebergparken vereint Natur- und Kulturerlebnis in sich. Zwischen naturbelassenen Wiesenflächen und in Wäldern verstecken sich hier Skulpturen und Denkmäler.

Natur und Kulinarik am Fluss Akerselva

Besonders schön finden wir auch das Joggingrevier der Bewohner des In-Stadtteils Grünerlokka: den Weg entlang des Flusses Akerselva. Er zieht sich von der Endstation der Tram Linie 3 in Kjelsås bis hinunter in die Stadt. Dabei entwickelt sich die Akerselva von einem ruhig fließenden Bach zum wilden, reißenden Fluss, der im unteren Verlauf über Felsen und Steine hinab zum Fjord stürzt. Der Spaziergänger kann sich an vielen Wasserfällen und dem lauten Rauschen erfreuen.

Auf dem Weg zur Stadt passiert man auch die Mathallen. In der Markthalle kaufen Küchenchefs und die Osloer Lebensmittel von kleinen, norwegischen Produzenten, ökologische Waren und importierte Spezialitäten. Hier können die Kunden auch probieren oder zur Stärkung in Bars, Restaurants oder Cafés einkehren.

Die Abendstimmung bei einem gemütlichen Spaziergang durch Aker Brygge genießen. Norwegen pur. Bildquelle: Pixabay.de
Die Abendstimmung bei einem gemütlichen Spaziergang durch Aker Brygge genießen. Norwegen pur. Bildquelle: Pixabay.de

Oslo modern: Abendspaziergang durch Aker Brygge

Wer vor dem Rathaus stehend auf den Hafen schaut, wird unausweichlich auf Aker Brygge aufmerksam. Auf diesem Gelände arbeitete bis 1982 eine Werft. Danach entwickelte man das von Kanälen durchzogene Gebiet zu einem modernen Büro- und Wohnbezirk. Ein Teil der alten Werkshallen wurde zu Büroflächen umgebaut, die heute zu den besten und teuersten der Stadt zählen.

Wir haben einen abendlichen Bummel durch das verlassene Einkaufszentrum und die Straßen unternommen, die Architektur bestaunt, von einem Deck am Fjord den Sonnenuntergang genossen und festgestellt, dass noch Wohnungen mit Blick auf das Wasser frei sind. Sie waren unerschwinglich! Außerdem haben wir in einem etwas abgelegenen Bereich die königliche Yacht entdeckt.

Museen, Museen, Museen …

Mit oder ohne Oslo-Pass: Die Stadt ist bekannt für ihre vielen und einzigartigen Museen. Deshalb sollten Sie zumindest einige der Sammlungen besuchen. Mein Lieblingsmuseum ist das Norsk Folkemuseum, ein Freilichtmuseum mit 155 traditionsreichen Gebäuden aus ganz Norwegen. Hier wird eindrücklich dargestellt, wie die Menschen früher in Norwegen gebaut, gelebt und gearbeitet haben. Komplette Bauernhöfe, Häuser und Straßenzüge aus unterschiedlichen Epochen haben den Weg auf die Museumsinsel Bygdoy gefunden. Für den Besuch sollte man einen ganzen Tag einplanen. Eintritt: mit Oslo-Pass frei, ansonsten Rentner 100 NOK, Erwachsene 130 NOK.

Norwegen – ein sympathisches Land

Natur pur finden Sie außerhalb der Städte Oslo oder Trondheim. Bildquelle: Pixabay.de
Natur pur finden Sie außerhalb der Städte Oslo oder Trondheim. Bildquelle: Pixabay.de

Während einer Woche in Oslo haben wir uns tatsächlich in Norwegen verliebt. Die Hauptstadt ist familiär geprägt und die Menschen sind nordisch zurückhaltend, aber sehr nett. Uns hat die nachhaltige Lebensweise gut gefallen – Elektroautos sind in Oslo sehr verbreitet, ebenso wie entsprechende Ladestationen – und die soziale Einstellung. So kommen die Erlöse aus Erdölverkäufen der Rentenkasse des Landes zugute.

Tipps für die kostengünstige Anreise: Mit Eurowings können Sie von Hamburg nach Oslo fliegen. Preis: ab 35 Euro. Die Fluggesellschaft Norwegian bietet von Berlin-Schönefeld schon Flüge ab 34 Euro an. Oder wie wäre es mit einer Minikreuzfahrt von Kopenhagen nach Oslo? Bei DFDS ist die dreitägige Tour mit 6,5 Stunden Aufenthalt in Oslo beispielsweise im September ab 108 Euro für zwei Personen erhältlich.

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2 KOMMENTARE

  1. Auch schön mit einer der schicken Fähren von Kiel nach Oslo, 1x übernachten und am nächsten Tag mit der Fähre zurück.

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