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Seit geraumer Zeit sind wir Frauen (egal ob jung oder alt) permanent einem Spannungsfeld ausgesetzt. Nämlich dem der zunehmenden Sexualisierung – das auf der einen Seite eine massive Abnahme unseres Schamgefühls zur Folge hat. Und auf der anderes Seite ein sehr skurriles Schlankheits- oder Schönheitsideal! Die Medien spielen uns vor, wie wir auszusehen haben.

Ob bewusst oder unbewusst – durch die ständige Begegnung mit diesem scheinbaren Ideal unterwerfen wir uns diesem. Und wissen dabei tief in uns, dass wir diesem Bild eigentlich gar nicht entsprechen können. Dieses, durch Medien geprägte Bewusstsein, ist schon eine kleine narzisstische Kränkung, die Spur eines schlechten Gefühls, das uns unterschwellig begleitet.

Genuss ist sexy

Frau hat ganz schlank, nein dünn zu sein! So zeigen es uns Magazine, Internet und Werbung. Die Arme sollen trainiert sein und Kurven lassen uns eher angepummelt aussehen. Madonna, die physisch nicht unlustvoller und asketischer aussehen könnte, wird uns als beneidenswert trainiert für eine Frau ihres Alters propagiert. Vor einigen Jahrzehnten waren Stars wie Marilyn Monroe oder Sophia Loren noch Schönheitsideale und das Sinnbild der Erotik.

Sie hatten natürliche, weibliche Körper und waren zudem noch sehr feminin zurechtgemacht. Sophia Loren ließ sich auch Spaghetti essend fotografieren. Weil Essen eben auch mit Genuss zu tun hat und Genuss irgendwie auch sexy ist. Das wäre bei den Stars von heute undenkbar. Dieses damalige Bild der Erotik korrelierte immer mit einem gewissen Maß an Intimität. Sexy ist ja auch immer das, was wir nicht sehen.

Angesichts des allgegenwärtigen Spannungsfelds, wie wir idealerweise auszusehen haben, ist für wirkliche Individualität nur wenig Platz. Egal wohin wir blicken, ob in Modezeitschriften, im Netz, in der Werbung oder auf Laufstegen, wir sollten idealerweise 500 Gramm über Organversagen wiegen. Ich gebe zu, dass ist etwas zugespitzt formuliert. Doch ob in meinem Freundes- oder Kundenkreis als Stylistin, fällt mir nicht eine einzige Frau ein, die mit ihrer Figur zufrieden ist. Es könnten immer ein paar Gramm weniger sein. Noch vor wenigen Jahrzehnten hätten diese Frauen absolut dem Schönheitsideal entsprochen.

Bis heute eine Ikone und ein Sinnbild für Weiblichkeit - Marilyn Monroe. Quelle: ©Marilyn Monroe
Bis heute eine Ikone und ein Sinnbild für Weiblichkeit – Marilyn Monroe. Quelle: ©Marilyn Monroe

Weiblichkeit = Magerkeit?

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Marilyn Monroe wäre heute ein Pummelchen, eine Art Plus-Size-Model. Ist schlank und weiblich schon dick? Wie sehr lassen wir uns durch gesellschaftliche Normvorstellungen infiltrieren, doch warum tun wir es? Noch vor 20 Jahren durften Models Kurven haben. Claudia Schiffer hatte bestimmt 6 Kilo mehr drauf, sah einfach normal aus, nicht ausgehungert. Heute hungern sich Stars so runter, dass ihre Weiblichkeit allenfalls durch Silikonimplantate inszeniert werden muss.

Frauen wie Heidi Klum, die 4 Wochen nach der Geburt wieder die gleiche Figur wie zuvor haben, werden zu Vorbildern erklärt. Diejenigen, die von Natur aus diese Veranlagung haben, möchte ich natürlich nicht ansprechen. Das ist dann einfach eine Varianz, die ja letztlich zur Vielfalt und damit auch zur Individualität führt.

Es ist und bleibt schade, dass es immer noch unmöglich scheint, die aktuellen Trends und Ideale zu einem frauenfreundlicherem Ideal umzukehren. Zu einem Ideal, bei dem es endlich wieder gewünscht ist, sich selbst in seinem Dasein als Frau treu zu sein. Und zwar ganz egal, ob mit oder ohne ein paar Pfunden mehr auf den Hüften… Denn die finden doch ganz bestimmt auch die Männer „sexy“!

In diesem Sinne meine Damen, lassen Sie uns weiblich sein, Ihre Livia Karrenberg 🙂

Weitere Informationen zu Livia Karrenberg erhalten Sie hier.

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