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Vier Generationen unter einem Dach. Das verändert das Leben, Altern und die Gesundheit. Und es ist ein Modell der Zukunft, sagt die Wissenschaft. Der Journalist und Autor Lorenz Wagner berichtet in seinem neu erschienenen Buch über diese ganz besondere Wohngemeinschaft.

Was ist das für ein kluger Gedanke: Kindergärten und Altenheime vereinen. Professor Nir Barzilai, bekannt für seine Studien mit Hundertjährigen hat mir davon erzählt. Bei einem Versuch in Australien besuchten Vierjährige sieben Wochen lang ein Altenheim. Ärztliches Fazit: Dramatische Stimmungsaufhellung, Gleichgewichtssinn um 50 Prozent verbessert. Griffstärke verdoppelt, die Kraft einer Dame hat um 15 Kilo zugenommen.

Lorenz Wagner hat das Abenteuer Mehrgenerationenhaus gewagt und ein Buch darüber geschrieben. Bildquelle: © Julian Baumann
Lorenz Wagner hat das Abenteuer Mehrgenerationenhaus gewagt und ein Buch darüber geschrieben. Bildquelle: © Julian Baumann

Unser Projekt

Wir leben das Modell seit 200 Wochen: vier Generationen unter einem Dach. Andrew Scott, Altersforscher der Oxford Universität, nennt es »ein Modell der Zukunft in unserer alternden Gesellschaft«. Mehrgenerationenwohnen ist auf Dauer menschlicher und klüger als weitere Single-Apartments und der Bau unzähliger Altenheime.

Vor vier Jahren sind meine Frau Franziska und ich ins Haus ihrer Familie in der Nähe Münchens gezogen, zu Willi (95), Helga (85) und ihre Mutter Susanna (64). Jede Generation hat ihr eigenes – sehr kleines – Reich. Man muss sich finden. Nach Monaten des ersten Glücks, kamen auch Streitereien auf: unsere Schuhe lagen mal wieder im Eingang, die Großeltern traten bei uns ohne Klopfen ein. Gegenüber Freunden sind wir achtsam, gegenüber der Familie nachlässig, erklärte mir Anna Machin, Beziehungsforscherin aus Oxford. Es ist daher wichtig Grenzen einzuhalten und neben Orten der Begegnung auch getrennte Orte zu haben.

Gemeinsam unter einem Dach zu leben und alt zu werden bedeutet auch Kompromisse und Rücksichtnahme. Bildquelle: © Lorenz Wagner
Gemeinsam unter einem Dach zu leben und alt zu werden bedeutet auch Kompromisse und Rücksichtnahme. Bildquelle: © Lorenz Wagner

Natürlich rappelt es auch mal im Karton

Es ruckelte sich schnell zurecht. Sophia half dabei. Nachdem sie mit Willis Rollator das Laufen gelernt hatte, eroberte sie das Haus. »Oma Susi, Vorlesen!“ — „Oma Helga, Trampolin hüpfen!“ — „Opa, Trompete spielen!“ Willi ist der zweite im Haus, der uns alle braucht, Pflegestufe 4, alle packen mit an. Es sind die Schwächsten, die eine Gesellschaft zusammenhalten.

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Alter und Altern ist allgegenwärtig im Haus, ich begann mich damit zu beschäftigen, sprach mit Altersforschern auf der ganzen Welt. Erstmals in der Geschichte, sagen Mediziner wie der Harvard-Professor David Sinclair, lasse sich das Altern umkehren. Medizin, die einen gesünder altern lassen. Nur darum geht es: die Gesundheit verlängern. Auch darüber schreibe ich in meinem Buch: Zusammen ist man weniger alt, das gerade erschienen ist.

Ja, und die Pandemie! Wir mussten vorsichtig sein, inzwischen sind wir geimpft, aber Einsamkeit kannten wir in der Zeit nicht.

Lorenz Wagner ist Autor der Süddeutschen Zeitung. Gerade erschien sein neuer Bestseller Zusammen ist man weniger alt: Ein Mehrgenerationen-Haus und die wissenschaftliche Antwort darauf, wie wir gesund und glücklich altern. Goldmann Verlag, 20 Euro. 

Online bestellbar unter:

https://hansenkroeger.buchhandlung.de/shop/article/43941059/lorenz_wagner_zusammen_ist_man_weniger_alt.html

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