Wo fährt die nördliche Hälfte Deutschlands hin, um den Winter in vollen Zügen zu genießen? Richtig, in den Harz. Zunehmend entdecken aber auch Reisende aus dem Süden der Republik das höchste Gebirge Norddeutschlands für sich. Denn in der kalten Jahreszeit verwandelt sich der Harz in eine zauberhafte Welt aus Schnee und Eis.

Als Wintersportregion kann es der Harz locker mit anderen Regionen aufnehmen. Bildquelle: Pixabay.de
Als Wintersportregion kann es der Harz locker mit anderen Regionen aufnehmen. Bildquelle: Pixabay.de

Die Stille der erstarrten Bergwelt verspricht einen Genuss der besonderen Art – solange man sich abseits der bekannten Skigebiete und Touristenorte bewegt. Diese sind samstags und sonntags beliebte Ziele für Wintersportler aus dem Umland und entsprechend überfüllt. Meiden Sie deshalb an Wochenenden den Wurmberg, den Sonnenberg und Torfhaus. An den Werktagen werden Sie im ganzen Harz Ruhe finden.

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Natürlich gibt es auch hier gemütliche Hütten mit knisterndem Feuer und kulinarischen Köstlichkeiten, ebenso wie Thermalbäder, Saunen und Wellness-Paläste. Doch ehrlich: Das alles macht doch erst richtig Spaß, wenn man durchgefroren und verausgabt aus der klirrenden Kälte kommt.

Die Möglichkeiten, sich an der klaren, kalten Luft zu bewegen, sind im Mittelgebirge rund um den sagenumwobenen Brocken vielfältig. Auch Leute, die nicht mit Höchstgeschwindigkeit die Pisten heruntersausen wollen, kommen hier zu ihrem Vergnügen. Als totaler Skiverweigerer reicht es mir beispielsweise, im Sonnenschein durch den tiefen Schnee zu stapfen, die glitzernde Welt um mich herum aufzusaugen und den Kindern beim Schlittenfahren zuzusehen.

5 Tipps für einen bewegungsreichen Winterurlaub im Harz

  1. Langlaufen
Haben Sie Lust auf Winter und wollen nicht weit reisen? Dann ist der Harz für Sie vielleicht eine interessante Alternative. Bildquelle: shutterstock.com
Haben Sie Lust auf Winter und wollen nicht weit reisen? Dann ist der Harz für Sie vielleicht eine interessante Alternative. Bildquelle: shutterstock.com

Zum Langlaufen ist der Harz geradezu ideal. Er kann in diesem Bereich mit jedem anderen Skigebiet in Deutschland konkurrieren. Weit mehr als 500 Kilometer Loipen laden dazu ein, die verschneiten Landschaften und Wälder gemächlich oder sportlich – ganz nach Geschmack – zu entdecken.

Die Loipen – im besten Falle 120 an der Zahl – sind landschaftlich abwechslungsreich, meist hügelig, manchmal auch bergig, aber selten steil. Die Anstiege und Abfahrten sind gut zu bewältigen. Das Spektrum reicht von der zwei Kilometer kurzen Flutlichtloipe in Braunlage bis zur mehr als 20 Kilometer langen Grenzlandloipe zwischen Sorge und Benneckenstein.

Da alle Wintersportorte im Harz mehrere, teilweise miteinander verknüpfte Loipen unterhalten, kommen Skiwanderer und Tourenläufer auf ihre Kosten. Sie können sich größere Touren vornehmen, ohne Strecken doppelt gehen zu müssen.

Wissenswert: Besonders schneesicher sind die Loipen im Dreieck zwischen Torfhaus, Braunlage und Sonnenberg. Denn in diesem Bereich liegen die meisten gespurten Routen über 800 Meter hoch. Die wichtigsten Ausgangspunkte für Touren sind hier Oderbrück, Stieglitzeck, Torfhaus, Sonnenberg und Braunlage. An diesen Startpunkten gibt es auch Parkplätze.

  1. Winterwanderungen
Gut beschilderte Touren sorgen für ein tolles Winterwandererlebnis. Bildquelle: Pixabay.de
Gut beschilderte Touren sorgen für ein tolles Winterwandererlebnis. Bildquelle: Pixabay.de

Mehr als 300 Kilometer präparierte Winterwanderwege sind das Richtige für Spaziergänge und Wanderungen im Schnee. Die Wege werden gewalzt und geräumt und gewähren auch dann Einblicke in die Winterwelt, wenn die Loipen nicht gespurt sind. So ist es möglich, ab Bad Harzburg den winterlichen Nationalpark zu erkunden oder von Schierke aus den Brocken zu besteigen. Dort oben auf mehr als 1.000 Höhenmetern überrascht die Wanderer eine besonders bizarre Eislandschaft.

Tipp: Ein besonderes Erlebnis ist eine Fahrt mit der Harzer Schmalspurbahn ab Schierke, Drei-Annen-Hohne oder Wernigerode auf den eisgepanzerten Brocken. Mit etwas Glück erwischen Sie einen Zug, der von einer fauchenden Dampflokomotive gezogen wird. Natürlich ist es auch möglich, nur eine Strecke zu fahren und die andere zu laufen.

  1. Schlittschuhlaufen

Tatsächlich besteht im Harz die Möglichkeit, unter freiem Himmel auf Kufen übers Eis zu gleiten. Bei eisigen Temperaturen sind mehrere Natureislaufbahnen geöffnet, beispielsweise im Kurpark in Hahnenklee oder in Hohegeiß.

Unabhängig vom Wetter hat ganz neu in diesem Winter die Schierker Feuerstein Arena wieder geöffnet. Das denkmalgeschützte ehemalige Natureisstadion wurde restauriert und hat eine filigrane Dachkonstruktion erhalten, die nur an zwei Punkten aufliegt. So kann der Blick jederzeit zu den schneebedeckten Wäldern und in den winterlichen Himmel schweifen. Bei Regen und Schnee ziehen die Schlittschuhläufer trotzdem geschützt ihre Bahnen.

Wissenswert: Die Schierker Feuerstein Arena ist in diesem Winter bis zum 8. April geöffnet.

  1. Schneeschuhtouren
  2. Schneeschuhwanderungen sind eine tolle Alternative zum normalen Wandern und recht leicht erlernbar. Bildquelle: Pixabay.de
    Schneeschuhwanderungen sind eine tolle Alternative zum normalen Wandern und recht leicht erlernbar. Bildquelle: Pixabay.de

Auf geführten Schneeschuhtouren können Sie die unberührte Natur des Harzes erkunden. Denn die Schneeschuhe verhindern das Einsinken der Füße in den weichen Tiefschnee. So erlauben sie den Wanderern, die unendlichen Weiten und verschneiten Wälder hautnah zu erleben. Schneeschuhtouren werden an vielen Orten im Harz angeboten, beispielsweise in Clausthal-Zellerfeld.

  1. Schlittenhundetouren

Das Gefühl der endlosen Weiten Alaskas oder Lapplands, verbunden mit Lagerfeuerromantik und Hundegebell – auch das gibt es im Harz. Auf einer Schlittenhundetour lernen Sie die Tiere besser kennen und erleben einen abenteuerlichen Ausflug in die winterliche Natur. Vielleicht dürfen Sie die Tiere sogar selbst führen.

Übrigens: Der Februar gilt als der schneesicherste Monat im Oberharz. Was die Übernachtungsmöglichkeiten angeht: Inzwischen gibt es sowohl im West- als auch im Ostharz komfortable Unterkünfte. Das Angebot reicht vom Zimmer im Fünf-Sterne-Hotel über die urige Kuschelhütte mit Badewanne im Schlafzimmer bis hin zum Ferienhaus mit Kamin und eigener Sauna.

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