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Die Kinder sind längst aus dem Haus und das Kinderzimmer steht leer. Die Partnerin ist verstorben und das Zuhause wirkt seither zu groß. Dazu liegt die Wohnung vielleicht noch in einem oberen Stockwerk ohne Aufzug, was in jüngeren Jahren weniger störte als heute. Mit fortschreitendem Alter wird die Hausarbeit anstrengender und es fängt an lästig zu werden, in den leeren Räumen abzustauben. Mancher fängt an, über den Umzug in eine kleinere Wohnung oder einen Wohnungstausch nachzudenken.

Gerade in Großstädten ist dies leichter gesagt als getan. Eine bezahlbare Wohnung zu finden ist schwer, und kleine Wohnungen haben oftmals pro Quadratmeter eine höhere Miete. Damit würde nach dem Umzug in eine kleinere Wohnung die Belastung durch die Miete unverändert bleiben oder schlimmstenfalls steigen. Manche älteren Menschen leben nicht nur Jahre, sondern bereits Jahrzehnte in ihrer Wohnung, sodass deren Miete häufig weit unter denen moderner Wohnungen liegt.

Wenn Jung und Alt ihre Wohnung tauschen

Es gibt weitere Gründe, die gegen den Wohnungstausch sprechen. Der Umzug ist mit viel Arbeit und hohen Kosten verbunden – und gerade im Alter bevorzugen die meisten Menschen ihre gewohnte Umgebung.

Junge Familien können sich heute das Leben in der Stadt kaum noch leisten. Trotzdem sollte die Wohnung mit der sich vergrößernden Familie mitwachsen. Zudem sind sie mit mehreren Kindern bei Vermietern oftmals nicht gerne gesehen.

In einigen Städten gibt es Überlegungen, diese beiden Probleme elegant zu verknüpfen. Wie wäre es, wenn ältere Menschen einen Anreiz bekommen, in eine kleinere Wohnung umzuziehen, während gleichzeitig die Familie den umgekehrten Umzug vornimmt?

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Wichtig ist bei dem Thema, dass ein solcher Wohnungstausch natürlich nur freiwillig erfolgen darf. Zudem müssen die Wünsche und Bedürfnisse der alten Menschen berücksichtigt werden. Die kleinere Wohnung sollte in der Nähe liegen, damit die Senioren weiter ihre gewohnten Ärzte aufsuchen und Kontakte mit Freunden und Nachbarn pflegen können.

Für viele junge Familien ist bezahlbarer Wohnraum mindestens genauso schwer zu finden, wie kleinere aber bezahlbare Wohnungen für Menschen der Generation 59plus. Bildquelle: shutterstock.com
Für viele junge Familien ist bezahlbarer Wohnraum mindestens genauso schwer zu finden, wie kleinere aber bezahlbare Wohnungen für Menschen der Generation 59plus. Bildquelle: shutterstock.com

Funktioniert der Wohnungstausch in der Praxis?

Ein Zusammenschluss von Wohnungsbaugesellschaften in Berlin bietet bereits eine entsprechende Internetplattform an, um einen unkomplizierten Wohnungstausch zu ermöglichen. Dabei übernimmt der neue Mieter jeweils den Mietvertrag des vorherigen Bewohners. Dadurch verschlechtern sich die Konditionen nicht und der Vermieter kann den Neubezug nicht für eine Mieterhöhung ausnutzen.

In Köln gibt es das Projekt „Wohnen für Generationen“ mit dessen Hilfe ebenfalls Senioren ein Umzug schmackhaft gemacht werden soll. Der Erbbauverein in Köln bietet einen Zuschuss zum Umzug in Höhe von 1500 Euro an, doch auch mit diesem Angebot ist das Interesse überschaubar.

Im bayerischen Unterföhring diskutiert der Gemeinderat darüber, ob die Gemeinde ältere Menschen mit einer attraktiven Umzugsprämie und praktischer Unterstützung zu einem Wechsel verlocken sollte.

All diese Ideen sind erfreulich, haben aber in der Praxis noch nicht zu einer großen Zahl getauschter Wohnungen geführt. Die ideale Lösung ist ein Tausch innerhalb eines großen Wohnkomplexes, in dem es Wohnungen unterschiedlicher Größen gibt. Des Weiteren sollte die neue Wohnung möglichst barrierefrei und altengerecht sein, damit nicht nach kurzer Zeit ein weiterer Umzug erfolgen muss.

Wer im Grunde seines Herzens gar nicht gerne alleine leben möchte, kann natürlich auch über Wohnalternativen wie eine „Alten-WG“ oder das Zusammenleben mit Studenten nachdenken.

Haben Sie vielleicht schon Erfahrungen in diesem Bereich? Wenn ja, schreiben Sie uns gerne einen Kommentar!

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