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Entgegen vieler landläufiger Meinungen ist Veganismus längst kein daher geschwommener Jugendtrend mehr. Die fleisch- und tierproduktfreie Ernährung ist vielmehr zu einem Lebensstil geworden, der sogar im fortgeschrittenen Alter die Gesundheit maßgeblich mit beeinflusst. Durch die geänderte Körperfunktionalität jedoch ist im Alter bei veganer Ernährung auf einiges Bedacht zu nehmen. Neben verschiedenen altersbedingten Krankheiten spielt auch eine ausgewogene Nährstoffzufuhr eine bedeutende Rolle, die nur durch bestimmte Lebensmittel erreicht werden kann.

Was das Alter so mit sich bringt

Vegane Ernährung ist die Ursache für ein vermindertes Risiko, Symptome verschiedener Erkrankungen (wie zum Beispiel Adipositas, Hypertonie, diverse Herz – Kreislauf – Probleme oder Diabetes mellitus Typ 2) zu erleiden. Vor allem bei Rentnern kommen diese Krankheiten sehr häufig vor und sind zumeist chronisch. Außerdem verlangsamt die rein pflanzliche Ernährung den ebenso altersbedingten Muskelabbau, begünstigt jedoch eine Wundheilung und stärkt das gesamte Immunsystem, das ab einem gewissen Alter zu schwächeln beginnt. Grundsätzlich kann also eine Ernährung auch im Alter als lebens- und gesundheitsverbessernde Maßnahme in Betracht gezogen werden.

Sich vegan zu ernähren bedeutet natürlich mehr Aufwand, dennoch ist das Angebot an Lebensmitteln inzwischen deutlich vielseitiger geworden. Bildquelle: © Rustic Vegan / Unsplash.com
Sich vegan zu ernähren bedeutet natürlich mehr Aufwand, dennoch ist das Angebot an Lebensmitteln inzwischen deutlich vielseitiger geworden. Bildquelle: © Rustic Vegan / Unsplash.com

Vegane Ernährung

Vegane Ernährung bedeutet den Verzicht auf jegliche tierischen Produkte. Das wiederum geht einher mit dem Verlust wichtiger Mineralstoffe, Ballaststoffe, Vitamine und anderer Nährstoffe, die dem Körper und dem Geist eigentlich zu Gute kommen sollten. Besonders wichtig für Menschen der Generation 59plus ist eine ausreichende Zufuhr von Folat, Kalzium, Vitamin B12 und Vitamin D, was unter anderem einer Alzheimererkrankung entgegenwirkt.

Vitamin D

Vitamin D ist an diversen Regulierungsvorgängen und Aufbauprozessen im Körper eines Menschen beteiligt und wird am leichtesten durch die UV – Strahlung des Sonnenlichts aufgenommen; auch einige Lebensmittel pflanzlicher Herkunft eignen sich aber für eine Vitamin D Aufnahme. Der Knochenaufbau und das Immunsystem eines Menschen sind zwei besonders abhängige Körperfunktionen, die Vitamin D für ihre Funktionalität benötigen. Je nach Gegebenheit sollte also unbedingt darauf geachtet werden, die ein oder anderen Sonnenstrahlen zu genießen, wenn man sich im Alter vegan ernährt. Zusätzlich sollten regelmäßig verschiedene Vitamin – D – haltige Lebensmittel auf der Speisekarte stehen. Hierzu eignen sich pflanzliche Lebensmittel wie Avocados oder verschiedene Pilzsorten (vor allem Champignons) ideal.

Vitamin B12

Vitamin B12 ist eher als Nahrungsergänzungsmittel anzusehen, da es sonst fast nur in Tierprodukten vorkommt. Im Alter reduziert sich die Aufnahmefähigkeit für Vitamin B12 vor allem durch die nicht mehr so stark ausgeprägte Produktion der Magensäure, die jedoch wiederum einen wichtigen Part in der Verdauung einnimmt. Aus diesem Grund ist die Zuführung gerade für vegane Senioren absolut notwendig. Gefährlich ist die Tatsache, dass ein Mangel nicht sofort, sondern oftmals erst nach Jahren erkennbar wird. Das kann schwerwiegende Folgen haben (zum Beispiel Alzheimererkrankungen).

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Folat

Folat ist den meisten wahrscheinlich eher als Vitamin B9 oder auch als Folsäure bekannt. Es wird vom Körper lediglich dann aufgenommen, wenn er ausreichend mit Vitamin B12 versorgt ist. Hier können sich Senioren zumeist ein wenig zurücklegen, da ihr Körper meist ganz gut mit Vitamin B9 versorgt ist. Es kommt vor allem in Gemüse sowie in den verschiedensten Vollkornprodukten vor. Um Verarbeitungsverluste zu reduzieren oder bestenfalls sogar ganz zu vermeiden, sollte hier ab und an auf Rohkost zurückgegriffen werden, anstatt die Lebensmittel ständig zu erhitzen, zu kochen und zu würzen. Hervorragende Folatlieferanten sind zum Beispiel der Brokkoli, ein Büschel Feldsalat, die unterschiedlichsten Sorten Bohnen, Spinat, Weizenkeime und -kleie sowie Grünkohl.

Kalzium

Kalzium ist mitunter ein Schädling für vegan lebende Senioren. Es lässt die sogenannte Knochenmineraldichte zurückgehen, wenn es nicht in ausreichendem Maße zugeführt wird. Um zu gewährleisten, dass Kalzium von den Knochen besser aufgenommen wird, ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D ein absolutes Muss. Hier greift man am besten auf Haselnüsse, Grünkohl, Mandeln, Feigen oder Sesam zurück.

Die Ernährung hat natürlich auch einen unmittelbaren Einfluss auf unsere Sehkraft. Bildquelle: © Edan Cohen / Unsplash.com
Die Ernährung hat natürlich auch einen unmittelbaren Einfluss auf unsere Sehkraft. Bildquelle: © Edan Cohen / Unsplash.com

Pro und Contra

Zusätzlich zu all diesen Nährstoffen sind Senioren und junge Veganer gleichermaßen angehalten, auf den Verzehr von Eisen, Jod, Vitamin B2, Zink und Omega 2 Fettsäuren zu achten. Erst in Kombination mit diesen Nährstoffen bietet die vegane Ernährung im Seniorenalter all jene Vorteile, die man sich von ihr wünscht. Prinzipiell gleicht eine vegane Ernährung also beinahe schon einer Diät. Oftmals ist diese Ernährungsweise aber nicht erst im Alter aufgekommen. Normalerweise wurde sie bereits in frühen Jahren angefangen und dann über die Jahre hinweg praktiziert. Dadurch hat sich dann schon eine gewisse Gewohnheit eingeschlichen. Es gibt jedoch einiges zu bedenken. Unter anderem die durch die veränderten Körperfunktionen bedingte Anpassung der Nährstoffzufuhr, um dem eigenen Körper wirklich alle Nährstoffe zu liefern, die er für ein gesundes Abwehrsystem benötigt. Besonders Brillenträger müssen hier aufpassen.

Dennoch handelt es sich bei veganer Ernährung im Alter um eine Ernährung, die ohne übermäßig hohe Nährstoffverluste praktiziert werden kann. Man muss jedoch verschiedenste Mängel durch die Zufuhr geeigneter pflanzlicher Zutaten kompensieren. Ein absoluter Fürsprecher für vegane Ernährung im Alter ist übrigens die Gewichtshaltung. Durch pflanzliche Lebensmittel neigt der Körper erheblich weniger zur Gewichtszunahme.

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