Wo kaufen Sie bevorzugt Ihr Obst und Gemüse? Im Supermarkt oder lieber auf dem Wochenmarkt oder sogar direkt beim Bauern in einem Hofladen?

In der heutigen Zeit machen sich immer mehr Menschen Gedanken darüber, wo ihre Nahrung herkommt. Sie bevorzugen Bioprodukte aus regionaler Produktion, um ihren CO2-Fußabdruck so gering wie möglich zu halten. Gleichzeitig wird das wirtschaftliche Überleben kleiner und mittelgroßer Bauernhöfe schwerer.

Die solidarische Landwirtschaft will dabei helfen Menschen mit regionalen Produkten zu fairen Konditionen versorgen. Bildquelle: pixabay.de
Von glücklichen Kühen schmeckt die Milch doppelt so gut – wer daran glaubt sollte die solidarische Landwirtschaft unterstützen. Bildquelle: pixabay.de

Um bei den derzeitigen Kampfpreisen von Milch oder Getreide wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen landwirtschaftliche Betriebe immer effizienter produzieren. Dies ist meist nur durch eine stärkere Technisierung und Vergrößerung des Betriebs möglich. Kleine Bauernhöfe in der Nische haben es schwer mitzuhalten.

Solidarische Landwirtschaft statt Gewinnmaximierung

Um die Existenz von Höfen zu sichern, gibt es seit vielen Jahren das Konzept Solidarische Landwirtschaft, kurz Solawi. Dabei geht es nicht um Gewinnmaximierung, sondern um ein kostendeckendes und sicheres Einkommen für die Landwirte und zufriedene Kunden.

Doch die Kunden sind mehr als nur Kunden. Tatsächlich sind die Abnehmer der Produkte Mitglieder eines Vereins oder einer Genossenschaft. Für einen definierten Zeitraum, in der Regel nicht kürzer als ein Jahr, verpflichten sie sich, einen festen monatlichen Betrag an den Landwirt zu entrichten. Dafür erhalten sie während dieses Zeitraums ihren Anteil an der Ernte, den sie in der Regel an einem bestimmten Wochentag auf dem Bauernhof abholen.

Neben Obst und Gemüse können das Brot, Milch, Eier und Fleisch sein. Fällt die Ernte witterungsbedingt schlecht aus, kann dieser Anteil auch kleiner als geplant sein. Trotz dieses Risikos ist die Nachfrage nach Anteilen enorm groß. Manche Höfe führen bereits Wartelisten für die Interessenten.

Solidarische Landwirtschaft weiter gedacht

Auch Menschen in Großstädten können ihre Produkte über das Netzwerk der solidarischen Landwirtschaft beziehen. Bildquelle: pixabay.de
Auch Menschen in Großstädten können ihre Produkte über das Netzwerk der solidarischen Landwirtschaft beziehen. Bildquelle: pixabay.de

Für Großstadtbewohner ohne Auto stellt es ein Hindernis dar, die Waren auf dem Land abzuholen. Doch dafür gibt es bereits intelligente Lösungen. So haben sich manche Gemeinschaften zusammengetan und in der Stadt ein Depot errichtet. An diesen Standort liefert der Landwirt einmal pro Woche seine Ernte und die Mitglieder der Solidarischen Landwirtschaft holen ihre Waren dort ab.

Das zeigt auch, dass die Solawi Menschen zusammenbringt. Häufig begegnen sich ganz unterschiedliche Menschen verschiedener Altersgruppen und engagieren sich gemeinsam für das Projekt. Bei vielen Solawis laden die Landwirte regelmäßig zu Mitmachtagen ein. Die Teilnahme ist freiwillig, doch viele Mitglieder freuen sich über neue Kontakte und die Möglichkeit, das Landleben näher kennenzulernen.

Interessiert? Hier gibt es mehr Informationen über das Netzwerk der Solawi.

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