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Pflegebedürftigkeit stellt sich mit zunehmenden Alter bei einem Großteil der Bevölkerung ein. Aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen jetzt, wie hoch die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wirklich ist und in welcher Altersgruppe die Wahrscheinlichkeit am höchsten ist, pflegebedürftig zu werden. Der finanziellen Belastung sollte man mit einer guten Vorsorge begegnen – unser Artikel verrät, worauf es ankommt.

71 Prozent der Über-90-Jährigen sind pflegebedürftig

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland betrug im Dezember 2017 ganze 3,41 Millionen. Das gab das Statistische Bundesamt in einer Pressemitteilung bekannt. Zwei Jahre zuvor, im Dezember 2015, lag die Zahl noch bei 2,86 Millionen. Die starke Zunahme von 19 Prozent ist auch darauf zurückzuführen, dass der Pflegebedürftigkeitsbegriff inzwischen weiter gefasst wird als noch 2015. Doch auch über die Anpassung hinaus wird es in unserer alternden Gesellschaft künftig mehr Pflegebedürftige geben: Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet bis zum Jahr 2035 sogar mit 4 Millionen Pflegebedürftigen. Vor allem in der Altersgruppe der ab 90-Jährigen ist Pflegebedürftigkeit alles andere als eine Ausnahme: Der Anteil der Pflegebedürftigen beträgt hier 71 Prozent. Schon unter den ab 85-Jährigen beträgt der prozentuale Anteil der Pflegebedürftigen 35 Prozent.

Mit der steigenden Pflegebedürftigkeit geht auch eine finanzielle Belastung einher: Während zwar 1.765.000 der Betroffenen laut der vollständigen Pflegestatistik ausschließlich Pflegegeld bezogen und damit in der Regel von Angehörigen gepflegt wurden, stieg auch die Nachfrage nach ambulanten Pflegediensten und vollstationären Pflegeheimen. So wuchs der Anteil der ambulant gepflegten Personen um ganze 19,9 Prozent (138.000 Personen) verglichen mit 2015. Die Zahl der vollstationär gepflegten Menschen stieg um 4,5 Prozent auf 34.900 an.

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Gesetzliche Pflegeversicherung reicht meist nicht aus

Umso wichtiger erscheint die kürzlich beschlossene Erhöhung des Beitragssatzes zur Pflegeversicherung, um die Mehrkosten zu decken: Ab dem 1. Januar – so der Beschluss des Bundestages – erhöht sich dieser um 0,5 Prozentpunkte. Dadurch erwartet die Pflegeversicherung dringend notwendige Mehreinnahmen von jährlich 7,6 Milliarden Euro. In der Bevölkerung stößt die Gesetzänderung auf wenig Gegenliebe: Laut Informationen von Zeit Online befürworten lediglich 34 Prozent der derzeit Erwerbstätigen die Erhöhung.

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Auch wirft das Vorhaben erneut die Frage auf, ob der steigende gesetzliche Beitrag zur Pflegeversicherung überhaupt ausreicht, um im Fall der Fälle die Pflegekosten zu decken. Die ernüchternde Antwort: wohl kaum. Denn bei vollstationärer Pflege mit dem höchsten Pflegegrad erhält man nur maximal 2.005 Euro. Für einen in der Regel mindestens 3.000 Euro teuren Platz im Pflegeheim fehlen demnach rund 1.000 Euro.

Daher sollte man schon frühzeitig private Vorsorgevorkehrungen treffen. Eine gute Möglichkeit bietet eine Pflegetagegeldversicherung, wie sie beispielsweise von der Nürnberger Versicherung angeboten wird. Im Pflegefall erhält man dann ein Tagegeld, wodurch man seine Angehörigen vor einer übermäßigen finanziellen Belastung schützt. So kann man für verhältnismäßig geringe monatliche Beiträge die gesetzliche Pflegeversicherung bedarfsgerecht aufstocken.

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