Da ist er, der November. Die Blätter fallen von den Bäumen, die Tage sind deutlich kürzer und kälter – die gemütliche Zeit hat endgültig Einzug gehalten. Genau für diese Zeit hat Katharina Martini für uns das Herbstspecial vorbereitet, welches wir heute mit dem dritten und letzten Buch abschließen möchten.
Hier unser Buch Nr. 3
Jetzt haben wir den Klimawandel auch hier so richtig zu spüren bekommen: dieser Sommer 26 war heiß, viel zu trocken. Ob das das neue “Normal” wird? Mit den Herbsttagen atmen wir auf und schnell wird die Hitze vergessen. So sind wir Menschen. Nur funktioniert dieses Wegdrängen immer weniger. Sehr passend kommt dieser Roman um die Ecke und rüttelt uns wieder auf.
“Tage am Fluss”
Da ist der polizeilich gesuchte junge Klimaaktivist Leon, der auf seiner Flucht bei der menschenscheuen, eigenbrötlerischen Sara landet. Sara lebt am Fluss und betreibt eine seilbetriebene Fähre, die die Dorfbewohner übers Wasser transportiert. Ihre Welt darüber hinaus besteht aus Hündin Luna, acht Hühnern und selbstangebautem Gemüse. Also ganz zurückgezogen im kleinen Fährhaus, dem “grünen Mond”.
Morgens deutet sie anhand des Gefieders, ob der Tag gut oder schlecht wird. Je nachdem, ob die Damen rechts oder links des Weges stehen. Jedem sein Orakel, jedem seine Marotten. Ansonsten spricht sie nur mit Luna, liest auf der Fähre lieber Bücher, als mit Fahrgästen zu quatschen. Also bitte nicht mehr Kontakt als nötig.

Da platzt also plötzlich dieser junge Schnösel in ihr kleines Refugium und bringt alles durcheinander. Sie verarztet dennoch seine Wunden, stellt keine Fragen, gibt ihm für eine Nacht Unterschlupf. Aber dann bitte schön weiterziehen! Leon wiederum weiß nicht wohin und bleibt. Zu gefährlich momentan wieder bei seinen Baumbesetzern aufzuschlagen.
Da Leon Sara an ihren langen verstorbenen jüngeren Bruder erinnert, schafft sie es nicht, ihn rauszuschmeißen. Aber es knirscht gewaltig im Gebälk zwischen diesen beiden Seelen. Letztendlich willigt Sara zögerlich ein, dass ihr Leon auf dem chaotischen Hof zur Hand geht. Was beide verbindet ist die Sorge um die Natur und den Planeten. Allerdings auch jede Menge persönliche Geheimnisse, über die geschwiegen wird.
Aber wie es so ist, schaffen diese sich nach und nach Platz. Sara treibt zudem der geplante Abriss der Fähre zu Gunsten einer Autobrücke um. Bereits jetzt macht ihr der Bürgermeister das Leben zur Hölle, weil sie ein Grundstück nicht verkaufen möchte. Es geht in diesem Roman um Klimakrise, Geldgier, rücksichtslose Politik, miese Mauscheleien wie wir sie ja leider täglich erleben. Aber es geht auch um zwei Kämpfer, die ich so verschieden sie auch sind, schnell ins Herz geschlossen habe. Absolut lesenswert, spannend und unterhaltsam.
Eure Katharina
“Tage am Fluss” von Jochen Mariss im Kiepenheuer & Witsch Verlag erschienen. Das Buch können Sie ganz einfach und versandkostenfrei online hier, in der Buchhandlung unseres Vertrauens, bestellen! Mehr zu Katharina Martini erfahrenSie unter: www.katharinamartini.de oder bei Instagram unter katharina_liest vor.







