Seit einem Vierteljahrhundert werden Podcasts veröffentlicht und das Format wird immer beliebter. Die Gründerin und Geschäftsführerin von 59plus erzählte mir kürzlich: „Ich habe gerade den Podcast Hotel Matze für mich entdeckt. Ganz generell finde ich Podcasts ausgesprochen unterhaltsam, erfrischend und informativ.“ So wie Simone geht es mittlerweile vielen Menschen.

Die Medienstudie 2025 von ARD und ZDF zeigt einen klaren Aufwärtstrend. In der Altersgruppe der 50- bis 69-Jährigen hört inzwischen jeder Vierte regelmäßig Podcasts. Bei den über 70-Jährigen sind es immerhin noch 14 Prozent. Doch jetzt klären wir erst einmal auf, was sich hinter dem Begriff Podcast eigentlich verbirgt. In dem englischsprachigen „Kofferwort“ stecken die Abkürzungen „pod“ von iPod sowie „cast“ von „Broadcast“. Das tragbare Gerät iPod wurde von Apple erfunden und löste damit Diskmans und Walkmans ab, mit denen wir früher unterwegs CDs oder Kassetten abspielen konnten. Broadcast heißt übersetzt einfach „Ausstrahlung“.

Podcasts gibt es zu vielfältigen Themen

Ein Podcast ist ein Audioformat, jedoch nur selten ein klassisches Hörspiel. Meist ergeben sich die Inhalte aus Gesprächen, im Einzelfall auch aus einem Selbstgespräch. Produziert werden die Hörstücke von Rundfunksendern und Zeitungen, aber auch von Prominenten oder Hörbuchanbietern. Als erste Regierungschefin hatte sogar Angela Merkel im Jahr 2006 ihren Kanal „Die Kanzlerin – direkt“ gestartet.
In der Regel werden Podcasts als eine Reihe in regelmäßigen Abständen veröffentlicht. Ein neuer Podcast steht dann beispielsweise jeden Montag zum Abrufen bereit oder erscheint im monatlichen Rhythmus, etwa immer am ersten Donnerstag des Monats. Es gibt vielfältige Wege, interessante Podcasts zu finden: beispielsweise über die Podcast-App Ihres Smartphones oder über iTunes.

Da ein Podcast aus dem Internet downgeloaded wird, können sie ihn zu jeder Zeit unterbrechen oder auch weiter hören. Egal ob auf dem Laptop oder aber über das Smartphone. Bildquelle: © Claudia Manas / Unsplash.com
Da ein Podcast aus dem Internet downgeloaded wird, können sie ihn zu jeder Zeit unterbrechen oder auch weiter hören. Egal ob auf dem Laptop oder aber über das Smartphone. Bildquelle: © Claudia Manas / Unsplash.com

Unkompliziert und kostenfrei zuhören

Podcasts können Sie üblicherweise kostenfrei im Internet abrufen oder auf Ihr Smartphone herunterladen. Wollen die Anbieter damit Geld verdienen, platzieren sie häufig Werbung in ihren Podcasts, ähnlich wie wir es von Radio und Fernsehen oder Videos auf YouTube kennen. Dabei kann es sich um Hinweise auf eigene Angebote oder um Werbung für Kooperationspartner handeln. Anbieter wie Spotify, Deezer oder die Hörbuch-Plattform Audible von Amazon bieten Podcasts teilweise auch gegen Bezahlung an, alternativ sind sie in einem kostenpflichtigen Abonnement enthalten.

Sie können einen Podcast hören, wann es Ihnen passt. Dafür können Sie die Audiodatei auf Ihr Smartphone laden oder sie direkt im Internet starten. Natürlich können Sie Podcasts auch über Ihren Computer, einen Smart-TV oder einen smarten Sprachassistenten wie Alexa abspielen. Podcasts eignen sich nicht nur zum gemütlichen Hören zu Hause auf dem Sofa oder im Bett, sondern vor allem auch für unterwegs. Ich höre Podcasts zum Beispiel gerne, wenn ich im Zug sitze oder auf die verspätete Bahn warte. Aber auch im Wartezimmer des Arztes oder entspannt auf einer sonnigen Parkbank – die Möglichkeiten sind vielfältig. Aufmunternde Unterhaltung und neues Wissen können wir jederzeit und unkompliziert auf unserem Smartphone abrufen.

Satire, Sport und Gesundheit – Podcasts für jeden Geschmack

Die Titel von Podcasts können den Namen des Gastgebers enthalten, wie zum Beispiel bei „extra 3 – Bosettis Woche“. In diesem Format lädt die Satirikerin Sarah Bosetti einen Gast ein, mit dem sie meinungsstark und unterhaltsam über ein Thema der vergangenen Woche spricht. Dabei handelt es sich meist um politische Themen.

Im „Sportgespräch“ des Deutschlandfunks werden jede Woche eine halbe Stunde lang unterschiedliche Themen rund um den Sport behandelt. Von der Planung der Olympischen Spiele in München über Sportliteratur bis zum Bergsteigen wird hier Sportjournalismus mit Tiefgang geboten.

Viele Podcasts werden von zwei Moderatoren produziert. Diese können auch durch ihre Unterschiede das Format interessant machen. Im Podcast „Bratwurst und Baklava“ etwa trifft der türkischstämmige Schwabe und Comedian Özcan Cosar auf seinen deutschen Freund und Kollegen Bastian Bielendorfer aus dem Ruhrpott.

Wenn Sie sich für Ernährung und Gesundheit interessieren, bieten die „Ernährungs-Docs“ vom NDR alle zwei Wochen spannende Einblicke. In dem beliebten Podcast stellen sie Patienten vor und erklären, wie deren Krankheiten durch Ernährung geheilt oder zumindest gelindert werden konnten. Neben den Gesundheitstipps gibt es am Ende jeder Folge noch ein leckeres und gesundes Rezept.

Podcasts von und für die Generation 59plus

Natürlich gibt es längst auch Podcasts, die sich besonders an die Zielgruppe der Senioren wenden. Beim Podcast „Ich bin da“ kommt die Altersgruppe 59plus selbst zu Wort. Die Interviewgäste der Redakteurin und Schauspielerin Julia Gruber sind zwischen 57 und 102 Jahre alt. Sie alle leben in bayerischen Seniorenheimen oder Stiften und erzählen von ihrem Leben. Bereits über 35 dieser Gespräche hat Frau Gruber aufgezeichnet. Jeden ersten Freitag im Monat wird ein neues Interview veröffentlicht.

In der ersten Folge konnte ihre Gesprächspartnerin anschaulich davon erzählen, wie sie im Zweiten Weltkrieg einen Bombenangriff nur knapp überlebte. Mit ihren 99 Jahren war Mathilde aus München am Ende des Krieges eine junge Frau. Die 102-jährige Liesel liest heute noch gerne, am liebsten Biografien von Schriftstellern. Doch auch der 63-jährige Lambi, der nach mehreren Schlaganfällen schon im Seniorenheim lebt, kommt zu Wort. Er hört immer noch gerne Hardrock und hat ein großartiges Lebensmotto. In Anlehnung an Karl Valentin sagt er: „Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.“

Hören Sie Podcasts? Wenn ja, welche sind Ihre Favoriten? Wir freuen uns auf Ihre Empfehlungen.

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