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An Heißgetränken scheiden sich die Geister. Viele Menschen sind passionierte Kaffeetrinker, andere folgen dem chinesischen Sprichwort: „Man trinkt Tee, damit man den Lärm der Welt vergisst“. Eher selten trinken Menschen gleichermaßen gerne Tee und Kaffee. Begehen Sie gerne Welttage? Dann sollten Sie sich als Teetrinker den 15. Dezember eintragen: Dann begehen wir den Internationalen Tag des Tees. Er macht morgens wach oder hilft abends beim Einschlafen, er beruhigt den aufgeregten Magen oder löst den hartnäckigen Husten.

Die Zahl der Sorten schätzen Experten weltweit auf 3000: Zu den bekanntesten Kategorien zählen schwarzer, grüner und weißer Tee. Doch auch innerhalb einer Sorte gibt es eine große Vielfalt und vor allem viele Stufen der Qualität. Als qualitativ hochwertig gelten die Anbaugebiete Darjeeling, Ceylon und Assam. Die Hersteller müssten ihre Früchte- und Kräutertees streng genommen teeähnliche Erzeugnisse nennen, was in der Praxis aber selten passiert. Dass Tee nicht immer aus Blättern besteht, zeigt der ausgesprochen gesunde Ingwertee, für den Sie Teile der Ingwerwurzel verarbeiten.

Wer erfand wann und wo das Teetrinken?

Wer hat den Tee erfunden und kam auf die geniale Idee, Blätter in heißes Wasser zu halten? Der Legende nach war es der chinesische Kaiser Shen Nung, der im Jahr 2737 vor Christus unter einem Baum saß und heißes Wasser kochte. Durch den Wind lösten sich ein paar Blätter und fielen in das Wasser. Da sich dieses hellgrün einfärbte und köstlich roch, probierte der Kaiser das neue Getränk. Er war begeistert, denn es schmeckte nicht nur gut, sondern belebte ihn auch nach seiner langen und beschwerlichen Reise. Ob sich die Geschichte wirklich so zugetragen hat oder doch der Sohn eines indischen Königs den Tee entdeckte, lässt sich heute nicht mehr einfach feststellen.

In jedem Fall dauerte es noch bis zum 6. Jahrhundert nach Christus, bis der Tee allgemein bekannt wurde. Zunächst kam er als Arzneimittel zum Einsatz, bald danach wurde er in Japan und China zum Nationalgetränk.

Die Blätter des Tees werden noch immer in mühevoller Handarbeit gezupft. Bildquelle: © Danurwendho Adyakusuma / Unsplash.com
Die Blätter des Tees werden noch immer in mühevoller Handarbeit gezupft. Bildquelle: © Danurwendho Adyakusuma / Unsplash.com

Wer trinkt mehr Tee? Die Briten oder unsere ostfriesischen Nachbarn?

In weitere Länder breitete sich die Begeisterung für den Tee erst im 12. Jahrhundert aus und kam im Mittelalter schließlich nach Europa. Auch wenn wir die Briten als traditionelle Teenation einstufen, führten sie ihren traditionellen 5-Uhr-Tee erst im 18. Jahrhundert ein. Hundert Jahre vorher war er noch so teuer, dass ihn sich nur die Oberschicht leisten konnte. Die Deutschen ließen sich erst im 19. Jahrhundert vom Teetrinken überzeugen. In Ostfriesland trinken die Menschen ihn besonders viel und gerne. Mit 300 Liter Tee pro Einwohner hängen die Ostfriesen sogar die Briten ab und liegen weltweit auf dem ersten Platz. Unsere Nachbarn im Norden geben dabei gerne Kandiszucker in ihren Ostfriesentee und etwas Sahne dazu. Die Briten und Iren hingegen trinken den Schwarztee meist klassisch mit Milch.

Der Teestrauch und seine Blätter

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Für Tee werden die Blätter des Teestrauchs Camellia sinensis oder Camellia assamica verarbeitet: Dieser kleine Baum kann einige Meter hoch werden. In den Teeplantagen wird er nach ein bis zwei Metern gekürzt, damit es die Pflücker bei der Ernte leichter haben. Ob aus den Teeblättern schwarzer, grüner oder weißer Tee wird, hängt davon ab, wie sie verarbeitet werden. Für grünen Tee erhitzen die Produzenten die Blätter nur kurz, dämpfen oder rösten sie. Soll Schwarztee aus ihnen werden, welken die Pflücker sie, damit sie geschmeidig bleiben und der Zellsaft austreten kann. Bei 85 bis 125 Grad trocknen sie den schwarzen Tee und bei 70 Grad seinen grünen Verwandten. Der wertvolle weiße Tee wird aus der gleichen Teepflanze gewonnen. Er ist teurer als seine grüne und schwarze Konkurrenz, weil die Produzenten ihn besonders schonend verarbeiten. Für ein Kilogramm weißen Tee benötigen die Pflücker 30.000 junge Knospen. Er gilt als besonders gesund, da er mit seinen Antioxidantien das Immunsystem stärken soll.

Tee ist nicht nur ein Genuss-, sondern auch gern ein Heilmittel. Bildquelle: © Matt Symour / Unsplash.com

Gesunde Stoffe im grünen Tee

Auch der unoxidierte grüne Tee enthält viele Polyphenole, also Antioxidantien. Im alten China und Japan wurde er zunächst mehr für die Gesundheit als für den Genuss getrunken. Heute können Sie das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden. Studien zeigten, dass Grüntee den Zuckerstoffwechsel positiv beeinflussen, das Herz schützen und sogar beim Abnehmen helfen kann. Er soll den Cholesterinspiegel senken und den Fettstoffwechsel verbessern. Falls Sie einmal etwas abgekühlten grünen Tee übrig haben, können sie mit diesem auch Ihrer Haut etwas Gutes tun und ihn als Gesichtswasser verwenden.

Als konzentrierte Version des grünen Tees erfreut sich das feine und hochpreisige Matchapulver immer größerer Beliebtheit. Den Matchatee sollten Sie allerdings nicht zu spät am Tag trinken, denn er enthält große Mengen an aufputschenden Stoffen wie Teein und Koffein. Dabei gilt er als bekömmlicher und magenfreundlicher als Kaffee. Daneben bringt das Matchapulver reichlich Vitamine (A, C, und E) sowie Mineralstoffe (Zink, Kalzium, Eisen) mit sich.

Wollen Sie den Matchatee traditionell zubereiten, wird eine Matchaschale, ein Matchabesen aus Bambus sowie 70 bis 80 Grad heißes Wasser empfohlen. Alternativ oder zusätzlich können Sie das Pulver auch im rohen Naturzustand in einen Smoothie oder Shake geben.

Augen auf beim Teekauf!

Neben dem weißen gilt auch grüner Tee mit seinen Antioxidantien als gesund, unter bestimmten Umständen sollten Sie den Grüntee jedoch vermeiden. Müssen Sie Betablocker einnehmen, fragen Sie Ihren Arzt um Rat. Über den Grüntee sagen Experten, dass er die Wirkung von Betablockern beeinträchtigt. Ähnliches soll während einer Chemotherapie gelten.

Tee ist ohne Zweifel ein gesundes Getränk, dem viele positive Wirkungen nachgesagt werden. Trinken Sie dennoch nicht zu viel davon und achten Sie beim Einkauf auf die Qualität. Leider gerät Tee immer mal wieder durch eine zu hohe Schadstoffbelastung in die Schlagzeilen, insbesondere, wenn er von großen Teeplantagen stammt. Das hängt mit Pestiziden zusammen, mit denen die Bauern Insekten bekämpfen und gleichzeitig die Gesundheit ihrer Mitarbeiter gefährden. Daher empfiehlt es sich, Biotee zu kaufen und auf Testergebnisse zu achten. Leider fanden Tester in der Vergangenheit auch schon bei Tees namhafter Hersteller und sogar bei Biotees Schadstoffe.

Welchen Tee trinken Sie am liebsten und pflegen Sie eine besondere Teezeremonie?

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