Wenn die Temperaturen sinken und die ersten frostigen Nächte bevorstehen, wird es Zeit, an den Wechsel auf Winterreifen zu denken. Besonders vor einem Skiurlaub ist die richtige Bereifung unverzichtbar. Doch ab wann sind Winterreifen eigentlich gesetzlich vorgeschrieben? Welche neuen Regelungen gelten 2026? Und sollten Menschen der Generation 59plus den Reifenwechsel selbst übernehmen oder lieber eine Fachwerkstatt beauftragen? Wir erklären, worauf es ankommt und wie Sommerreifen anschließend richtig gelagert werden.

In einer Fachwerkstatt wird direkt überprüft, ob das Profil und der Zustand der Reifen noch den notwendigen Anforderungen genügen. So kommen Sie sicher durch den Winter! Bildquelle: © Getty Images / Unsplash.com
In einer Fachwerkstatt wird direkt überprüft, ob das Profil und der Zustand der Reifen noch den notwendigen Anforderungen genügen. So kommen Sie sicher durch den Winter! Bildquelle: © Getty Images / Unsplash.com

Ab wann sind Winterreifen in Deutschland Pflicht?

Anders als häufig angenommen, gibt es in Deutschland keinen gesetzlich vorgeschriebenen Zeitraum für Winterreifen. Stattdessen gilt die sogenannte situative Winterreifenpflicht gemäß § 2 Absatz 3a der Straßenverkehrsordnung (StVO).

Das bedeutet: Sobald Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte auftreten, dürfen Autofahrer nur mit geeigneter Winterbereifung unterwegs sein.

Die bekannte Faustregel „Von Oktober bis Ostern“ bietet eine gute Orientierung für den Reifenwechsel, ist aber keine gesetzliche Vorschrift. Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Sommerreifen fährt, riskiert ein Bußgeld von mindestens 60 Euro und einen Punkt in Flensburg. Werden andere Verkehrsteilnehmer behindert, erhöht sich das Bußgeld auf 80 Euro.

Wichtig: Seit Oktober 2024 gelten strengere Vorschriften

Seit dem 1. Oktober 2024 müssen Winterreifen und wintertaugliche Ganzjahresreifen das sogenannte Alpine-Symbol tragen. Es zeigt einen dreigezackten Berg mit einer Schneeflocke.

Ältere Reifen, die lediglich mit der Kennzeichnung „M+S“ (Matsch und Schnee) versehen sind, erfüllen die gesetzlichen Anforderungen bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht mehr.

Auch Ganzjahresreifen sind weiterhin erlaubt, sofern sie das Alpine-Symbol tragen.

Wer eine Reise ins europäische Ausland plant, sollte sich vorab über die dort geltenden Bestimmungen informieren. In Österreich beispielsweise gilt für Pkw bei winterlichen Straßenverhältnissen eine Winterausrüstungspflicht vom 1. November bis zum 15. April. In anderen Ländern können abweichende Regelungen gelten.

Reifenwechsel durch eine Autowerkstatt oder in der eigenen Garage?

Vor dem Wechsel auf Winterreifen stellt sich zunächst die Frage, ob Autobesitzer diese Aufgabe selbst übernehmen oder eine Werkstatt beauftragen.

Insbesondere bei SUVs mit großen und schweren Rädern kann der Reifenwechsel eine erhebliche körperliche Belastung darstellen. Menschen mit Rückenproblemen, Gelenkbeschwerden oder anderen körperlichen Einschränkungen sollten diese Anstrengung deshalb besser einer Fachwerkstatt überlassen.

Das gilt selbstverständlich nicht ausschließlich für ältere Menschen. Entscheidend sind die persönliche Fitness, die körperlichen Voraussetzungen und die Erfahrung im Umgang mit dem Fahrzeug.

Wer wenig Erfahrung mit dem Reifenwechsel hat, sollte grundsätzlich professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen. Fehler beim Anheben des Fahrzeugs oder beim Befestigen der Räder können schwerwiegende Folgen haben.

Hinzu kommt, dass moderne Fahrzeuge häufig mit einem Reifendruckkontrollsystem ausgestattet sind. Bei einem direkten System müssen die Sensoren der Winterräder gegebenenfalls angelernt oder neu zugeordnet werden. Dafür können spezielle Geräte erforderlich sein. In einer Fachwerkstatt stehen die notwendigen Werkzeuge und das entsprechende Fachwissen zur Verfügung.

Die richtige Lagerung spielt eine nicht unwesentliche Rolle bei Sommer- und Winterreifen. Bildquelle: © Getty Images / Unsplash.com
Die richtige Lagerung spielt eine nicht unwesentliche Rolle bei Sommer- und Winterreifen. Bildquelle: © Getty Images / Unsplash.com

Reifenwechsel im Alter: Unterstützung kann sinnvoll sein

Wer bereits seit Jahrzehnten seine Winterreifen selbst montiert, muss darauf auch im Alter nicht grundsätzlich verzichten. Allerdings sollte die eigene körperliche Belastbarkeit realistisch eingeschätzt werden. Besonders das Heben schwerer Räder, das Arbeiten in gebückter Haltung und das Lösen festsitzender Radschrauben können anstrengend sein.

Eine gute Alternative ist die Unterstützung durch Familienangehörige oder Freunde. Während jüngere Helfer die schweren Räder bewegen, können erfahrene Autobesitzer beispielsweise die Vorbereitung und Kontrolle übernehmen.

So lässt sich der Reifenwechsel auch zu einer gemeinsamen Aufgabe machen, bei der Wissen und praktische Erfahrung an die nächste Generation weitergegeben werden.

Welche Werkzeuge werden beim Reifenwechsel benötigt?

Wer seine Winterräder selbst montieren möchte, benötigt die passende Ausrüstung.

Zu den wichtigsten Hilfsmitteln gehören:

– stabiler, für das Fahrzeug geeigneter Wagenheber.
– Drehmomentschlüssel zum korrekten Anziehen der Radschrauben.
– passender Radmutternschlüssel oder ein Radkreuz.
– geeignete Bürste zur Reinigung der Auflageflächen.
– Unterlegkeile zur zusätzlichen Sicherung des Fahrzeugs.
– geeigneter Unterstellbock, sofern Arbeiten am angehobenen Fahrzeug dies erfordern.

Der Reifenwechsel darf ausschließlich auf einem ebenen, festen Untergrund erfolgen. Das Fahrzeug muss gegen Wegrollen gesichert sein. Außerdem sind die Vorgaben des Fahrzeugherstellers zu beachten.

Besonders wichtig ist das vorgeschriebene Anzugsdrehmoment der Radschrauben. Nach dem Radwechsel sollten die Verschraubungen entsprechend den Herstellerangaben kontrolliert werden. Viele Werkstätten empfehlen eine zusätzliche Kontrolle nach etwa 50 bis 100 Kilometern.

Winterreifen vor der Montage sorgfältig überprüfen

Bevor die Winterreifen montiert werden, sollten sie auf Schäden, Alter und Profiltiefe kontrolliert werden.

In Deutschland beträgt die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe 1,6 Millimeter. Für Winterreifen empfiehlt der ADAC allerdings mindestens vier Millimeter, da die Haftung auf Schnee und Schneematsch bei geringerer Profiltiefe deutlich nachlassen kann.

Auch das Reifenalter spielt eine wichtige Rolle. Mit zunehmendem Alter verändert sich die Gummimischung, wodurch die Fahreigenschaften beeinträchtigt werden können.

Das Herstellungsdatum lässt sich anhand der vierstelligen DOT-Kennzeichnung auf der Reifenflanke erkennen. Die ersten beiden Ziffern stehen für die Produktionswoche, die letzten beiden für das Produktionsjahr.

Wer unsicher ist, ob seine Reifen noch ausreichend Sicherheit bieten, sollte sie in einer Fachwerkstatt überprüfen lassen. Nach der Montage müssen außerdem der Reifendruck kontrolliert und gegebenenfalls das Reifendruckkontrollsystem zurückgesetzt werden.

Sommerreifen richtig lagern: Darauf kommt es an

Damit die Sommerreifen während der Wintermonate keinen Schaden nehmen, ist eine sachgerechte Lagerung wichtig. Kompletträder mit Felgen können liegend übereinandergestapelt oder an geeigneten Felgenhaltern aufgehängt werden. Reifen ohne Felgen sollten dagegen aufrecht stehend gelagert und gelegentlich etwas gedreht werden, um Verformungen zu vermeiden.

Der Lagerraum sollte möglichst trocken, kühl und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt sein. Starke Temperaturschwankungen, große Hitze und der Kontakt mit Öl, Kraftstoffen oder Lösungsmitteln können das Reifenmaterial schädigen.

Vor der Einlagerung empfiehlt es sich, die Reifen gründlich mit Wasser und gegebenenfalls einem milden Reinigungsmittel zu säubern. Anschließend sollten sie vollständig trocknen.

Wer zu Hause keinen geeigneten Lagerplatz hat, kann die Sommerreifen bei einer Werkstatt oder einem Reifenhändler einlagern lassen. Viele Betriebe bieten diesen Service einschließlich einer Zustandskontrolle an.

Fazit: Rechtzeitig wechseln und sicher durch den Winter fahren

Auch wenn es in Deutschland keinen festen Termin für den Wechsel auf Winterreifen gibt, sollten Autofahrer rechtzeitig auf winterliche Straßenverhältnisse vorbereitet sein.

Für die Wintersaison 2026/2027 gilt: Bei Schnee, Eis oder Reifglätte sind geeignete Reifen mit Alpine-Symbol vorgeschrieben.

Wer den Reifenwechsel selbst durchführen möchte, sollte über ausreichende Erfahrung, die notwendigen Werkzeuge und die entsprechende körperliche Fitness verfügen.

Gerade für Menschen der Generation 59plus kann es sinnvoll sein, die anstrengenden Arbeiten einer Fachwerkstatt zu überlassen. Schließlich geht es beim Reifenwechsel nicht nur um die Sicherheit auf der Straße, sondern auch um die eigene Gesundheit.