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Die Digitalisierung betrifft alle Lebensbereiche. Unsere Arbeitswelt verändert sich, aber auch in unserem Alltag sind die Auswirkungen schon zu spüren. Der Onlinehandel verändert unsere Innenstädte, Onlineplattformen verändern unsere sozialen Kontakte und auch vor dem Wohnen macht der Trend nicht halt. Die Zukunft des Wohnens ist in jedem Falle smart. Durch das Internet der Dinge wird unser Leben zuhause digital unterstützt und erleichtert uns vieles in Bezug auf den Wohnkomfort.

Die Zukunft gehört den technischen Neuerungen

Nun könnte jemand im Alter von 59 plus denken, das geht mich alles doch gar nichts mehr an. Brauche ich das noch und muss ich das überhaupt noch lernen? Weit gefehlt sag ich da nur. Denn die Welt dreht sich immer schneller. Unsere Eltern oder Großeltern mussten noch die Entwicklung vom Auto zum Computer verkraften. Heute braucht ein Produkt nicht mehr Jahre, bis es die Welt erobert hat, heute reichen dafür Tage.

Denken Sie doch nur einmal an die Zeit der ersten Smartphones. Ganz zu Beginn konnte man sich der Entwicklung vielleicht noch entziehen, heute ist unser Alltag ohne internetfähiges Handy nicht mehr denkbar. So wird es uns auch mit vielen weiteren Dingen gehen, die vielleicht heute noch nicht einmal erfunden sind. Wenn wir noch 25 weitere Jahre an Lebenserwartung vor uns haben, sollten wir uns also den technischen Neuerungen stellen.

Den technischen Neuerungen gegenüber offen bleiben ist auch im Alter ein wichtiger Aspekt, um weiterhin aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Bildquelle: shutterstock.com
Den technischen Neuerungen gegenüber offen bleiben ist auch im Alter ein wichtiger Aspekt, um weiterhin aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Bildquelle: shutterstock.com

Stillstand bedeutet Rückschritt

Man mag sich empören über die Schließung von Serviceschaltern der Banken. Am Ende bleibt nichts anderes übrig, als es zu akzeptieren. Wichtig ist es, nicht an überkommenen Techniken festzuhalten, sondern den Übergang zu gestalten. Es sollte sich keiner abgehängt fühlen. Senioren müssen zunächst Vertrauen in die Technik bekommen und Techniken üben, die den Digital Natives der Enkelgeneration schon in Fleisch und Blut übergegangen sind. So bieten immer mehr Banken Kurse für Senioren zum Thema Onlinebanking an und Mitarbeiter unterstützen an den Servicestationen.

Hierbei gilt die Maxime: Stillstand ist Rückschritt. Man kann sich dem digitalen Fortschritt nicht entziehen, man kann nur versuchen Schritt zu halten. Lebenslanges Lernen, Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem und der Mut zu Veränderungen sind für die älteren Menschen die größten Hürden. Bekannt ist ja, dass Technik erst dann angenommen wird, wenn sie einen Mehrwert bietet und wenn sie einfach zu bedienen ist. Zudem muss es noch einen guten Service geben, der bei Problemen und Rückfragen schnell und kompetent weiterhelfen kann.

Wohnen im Alter

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Wichtig ist es also zunächst zu erkennen, wo die Vorteile sind. Im Bereich des Wohnens ist die Antwort eindeutig: Wir wollen alle möglichst lange selbständig und selbstbestimmt wohnen können. Die Autonomie ist uns ganz wichtig. In den Zeiten von Fachkräftemangel, Missständen in der Pflege und dem Zuwachs an alten Menschen wird das zu einer großen Herausforderung. Was ist so schlimm daran, uns das Leben und somit auch das Wohnen zu erleichtern?

Der Hausnotruf ist als erstes technisches Assistenzsystem inzwischen überall anerkannt. Heute gibt es hierzu zahlreiche Fortentwicklungen, zum Beispiel Geräte mit integrierten Sturzsensoren und Standorterkennung. Ein Pflegeroboter könnte die Pflegekräfte entlasten und bei der Mobilisation und der Aktivierung unterstützen. Tatsache ist doch, dass dies keine Visionen mehr sind, sondern es heute schon praktiziert wird. Die Forschung und Entwicklung ist kurz vor dem Durchbruch für den Massenmarkt.

Die Zukunft liegt in den technischen Neuerungen wie virtuellen Sprachassistenen oder dem für uns schon völlig normalen Smartphone. Bildquelle: © Bence Boros / Unsplash.com
Die Zukunft liegt in den technischen Neuerungen wie virtuellen Sprachassistenen oder dem für uns schon völlig normalen Smartphone. Bildquelle: © Bence Boros / Unsplash.com

Digitalisierung ist die Zukunft

Tablets mit Applikationen helfen gegen die Vereinsamung und Nachbarschafts-Apps ermöglichen soziale Kontakte. Wenn der Besuch beim Hausarzt zu schwierig wird, kann ein virtueller Hausbesuch getätigt werden. Das wird bereits in ländlichen Gebieten in Pilotprojekten getestet. Durch eine Virtual Reality Brille können wir uns mit Hilfe des 3D Effektes in einer künstlichen Umgebung umsehen. Gerade für eingeschränkte Menschen bedeutet der Fortschritt der Technik direkten Mehrwert und Gewinn an Lebensqualität.

Wenn ich selbst nicht mehr Autofahren kann, unterstützt mich bald ein selbstfahrendes Auto am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Oder wenn mein Kühlschrank weiß, welche Lebensmittel ich regelmäßig verzehre, kann er bei Bedarf selbständig Nachschub ordern. Wenn die Enkelkinder am anderen Ende der Welt leben, kann der Computer mit bewegten Bildern die Distanz überbrücken. So kann man sich die Welt nach Hause holen, wenn der eigene Aktionsradius immer kleiner wird.

Laut Umfragen sind 83% der Befragten bereit, einen Serviceroboter zu nutzen, wenn dieser ihnen ermöglicht, in ihrem eigenen Zuhause wohnen bleiben zu können. Das zeigt doch, dass die über die Medien geschürte Angst vor dem Pflegeroboter so nicht stimmt. Jedoch kann nichts den Menschen ersetzen. Soziale Interaktion ist immer noch das wichtigste menschliche Bedürfnis. So bin ich zuversichtlich, dass uns der Spagat zwischen der Digitalisierung und dem Bedürfnis nach menschlicher Nähe gelingen wird.

Herzlichst Ihre

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