Am Abend des 31. August beginnt das Eid al Adha, das muslimische Opferfest. Allen Nicht-Muslimen geben wir hier einen kleinen Einblick in die Hintergründe des islamischen Feiertages. Was ist der Ursprung des Eid al Adha? Wie ist der Brauch? Welche Bezüge hat das Fest zum Juden- und Christentum?

Das viertägige Fest markiert jährlich den Höhepunkt der muslimischen Pilgerfahrt ins saudi-arabische Mekka. Da sich die islamischen Feiertage am Mondkalender orientieren, fällt diese immer auf ein anderes Datum unseres Sonnenjahres. Neben dem Fest des Fastenbrechens am Ende des Fastenmonat Ramadan ist das Eid al Adha das bedeutendste islamische Fest, das die Gesamtheit der Muslime, unabhängig ihrer Konfession, feiert.

Geschichtlicher Ursprung

Das viertägige Eid al Adha bildet den Höhepunkt der Pilgerfahrt nach Mekka. Bildquelle: pixabay.de
Das viertägige Eid al Adha bildet den Höhepunkt der Pilgerfahrt nach Mekka. Bildquelle: pixabay.de

Inhaltlicher Kern des Festes ist das Gedenken an den Propheten Ibrahim, der in der christlichen Kultur als Abraham bekannt ist. Nach muslimischer Überlieferung hat Ibrahim eine ihm von Gott auferlegte Probe bestanden: Auf Verlangen Gottes war er bereit, seinen einzigen Sohn Ismael zu opfern.

Als Gott das sah ließ er Gnade walten und gebot ihm Einhalt. So wurde statt Ismail ein Widder geopfert, dessen Fleisch dann Freunde und Bedürftige nährte. Die Bibel überliefert dieselbe Geschichte, sie ist im Alten Testament als „Opferung Isaaks“, des später geborenen Bruders Ismails bekannt. Sie ist also auch Juden und Christen geläufig, man ist sich nur uneins, welcher der Söhne geopfert werden sollte.

Eid al Adha Bräuche

In der Gegenwart begehen Muslime das Fest, indem sie ein Tier opfern und das Fleisch unter Bedürftigen verteilen. Freunden und Verwandten werden zum Opferfest die besten Wünsche überbracht, meist übergibt man etwas von dem Fleisch. Die Opfertiere werden, wie im jüdischen Glauben auch, durch rituelle Schächtung ins Jenseits befördert.

Je nach Land bestehen in Europa verschiedene rechtliche Rahmenbedingungen für diese Art, die Tiere zu töten. In Deutschland ist es verboten, die Erteilung von Sondergenehmigungen ist jedoch möglich. Meist sind die geopferten Tiere hierzulande Schafe, aber je nach Region werden auch andere Tiere verwendet. Bedingung ist: Die Tiere müssen Paarhufer sein, Unpaarhufer gelten als unrein „haram“, unrein. Das Schwein ist eine Ausnahme, es ist zwar Paarhufer, wird aber in der muslimischen Tradition als unreines Tier verschmäht.

Außerdem ist es unter religiösen Muslimen Gang und Gäbe, am ersten Morgen des Opferfestes die Moschee zu besuchen. In vielen Ländern besucht man im Anschluss den Friedhof um den Toten zu gedenken. An den restlichen Tagen stattet man Verwandten und Bekannten ausgedehnte Verwandtenbesuche ab.

Das Opferfest ist in Deutschland zwar nicht gesetzlicher Feiertag, jedoch können Muslime für diesen Tag Sonderurlaub beantragen.

Das Opfer im Juden- und Christentum

Massenpanik in Mekka. Quelle: Pixabay.de
Massenpanik in Mekka. Quelle: Pixabay.de

Wenn nun also Judentum und Christentum, die wie der Islam auch als abrahamitische Religionen anerkannt werden, die Geschichte von Isaaks Opferung erzählen – warum feiern dann nur die Muslime das Opferfest? Im Prinzip ist die Antwort auf diese Frage eine Sache unterschiedlicher Gewichtung und Bedeutungsbeimessung durch die Religionen. Auch Juden- und Christentum messen dem Opfergedanken eine wichtige Bedeutung bei, jedoch zu einem anderen Anlass.

Was bei uns als Opferlamm zu Ostern bekannt ist, geht auf die jüdischen Ursprung des Opfers zum jüdischen Pessach-Fest zurück. Es erinnert die jüdische Gemeinschaft an den Exodus ihres Volkes aus Ägypten und verpflichtet sie, jährlich zu diesem Fest ein Lamm zu opfern, als Dankbarkeit für das Überleben ihres Volkes.

Von Anfang an hat die Kirche eine Verbindung zu diesem jüdischen Opferlamm durch Jesus Christus hergestellt. Er ist das „Lamm Gottes“, hat sich für das Wohl der Menschen hingegeben. Das Lamm, das wir an Ostern zubereiten steht symbolisch für diese Geste. Das Opfersymbol kommt also in allen drei abrahamitischen Religionen vor – dem Opfergedanken wird lediglich zu verschiedenen Anlässen Rechnung getragen.

Es ist ein weiteres Beispiel dafür, wie ähnlich sich Judentum, Christentum und Islam im Grunde sind!

Wir wünschen allen Muslimen ein gesegnetes Fest – Eid Mubarak!

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