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Diesmal im Portrait unserer monatlischen Serie unbekannter Weinanbaugebiete: Libanon – Weingenuss zwischen Konflikt und Kalschnikow

Wenn es um Weinkultur- und Anbau geht, denkt man zunächst mal an die traditionellen Weinanbaugebiete in Frankreich, Italien oder Südafrika. Aber gute Weine werden auch außerhalb dieser Länder kultiviert. Sie sind hierzulande rar, weil sie entweder nur lokal konsumiert oder aber auf anderen Exportmärkten verkauft werden.

In unserer Reihe „Weingenuss im Abseits“ stellen wir Ihnen deshalb Weingegenden vor, von denen der deutsche Durchschnittsgenießer nur selten hört. Begleiten Sie uns auf eine spannende Reise in unbekannte Weinanbaugebiete und erfahren Sie Wissenswertes zu Land, Leuten und Weinkultivierung.

Libanon – zwischen Orient und Okzident

Das Medien-Bild des kleinen Landes an der östlichen Mittelmeerküste wird stets dominiert durch den immer wieder aufflammenden Krieg mit seinem südlichen Nachbarn Israel, durch Gewalt und Konflikte innerhalb der libanesischen Gesellschaft und in letzter Zeit durch die syrische Flüchtlingskrise. Infrastruktur und Gesellschaft sind zunehmend gebeutelt durch den massiven Influx von Flüchtlingen aus den Kriegsgebieten im benachbarten Syrien. Der politische Konflikt entlädt sich auch im Libanon, der praktisch bis 2005 Teil der syrischen Republik und in deren Verwaltungsapparat eingegliedert war, und dessen multikonfessionelle Gesellschaft sehr unterschiedliche politische Loyalitäten unterhält.

Das Land, schwankend zwischen Orient und Okzident erwartet Besucher nicht nur mit undurchschaubarer religiös-politischer-gesellschaftlicher Vielfalt, sondern bietet Touristen – speziell auch Weingenießern – Abwechslung auf kleinem Raum.

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Genußkultur im nahen Osten

Besonder libanesische Rotweine sollte jeder Liebhaber einmal probiert haben. Bildquelle: shutterstock.com
Besonder libanesische Rotweine sollte jeder Liebhaber einmal probiert haben. Bildquelle: shutterstock.com

Im Nahen Osten sind die Libanesen bekannt für ihre liberalen Einstellungen und ihre gesellschaftliche Diversität, die trotz aller Konflikte irgendwie funktioniert. Denn in all dem politischen Wirrwar und der Gewalt sind die Libanesen vor allem eines: Genießer. Man kleidet sich elegant, verbringt die Nachtstunden in Bars und Diskotheken, flaniert entlang der Strandpromenade der Hauptstadt Beirut, geht schick essen.

Und Weingenuss spielt dabei eine wesentliche Rolle. Die Libanesen haben eine Vielzahl heimischer Sorten im Angebot, in den meisten Restaurants wird Gästen automatisch ein landestypischer Wein angeboten, in den Supermärkten steht der libanesische Wein ganz vorne im Regal, vor dem französischen Bordeaux oder dem spanischen Tempranillo. Vor allem für die Rotweinherstellung rühmt man sich hierzulande.

Das historische Herzstück der Weinkultivierung ist die Bekaa-Ebene im Osten des Landes. Hier sind die beiden größten Weingüter „Ksara“ und „Kefraya“ beheimatet. Die Weine der Region profitieren von langen, trockenen Sommern, kühlen Nächten und regelmäßigem Niederschlag auf einer Höhe von zirka 1000 Metern. Dadurch erhalten die Weintrauben vor der Ernte ihre volle Reife, verlieren aber nicht die notwendige Säure.

Seit den 90er Jahren, nach Ende des Bürgerkrieges, hat sich der Weinanbau auch in anderen Landesteilen verbreitet. Mittlerweile werden zum Beispiel in den Bergen nahe des Küstenstädtchens Batroun 50 Kilometer nördlich von Beirut, im vorwiegend von Drusen besiedelten Schuf-Gebirge und im südlibanesischen Jezzine Qualitätsweine angebaut.

Viel Wein für ein kleines Land

Mehr als 42 Weingüter mit sehr unterschiedlichen Qualitäten und Ansprüchen produzieren jährlich neun Millionen Flaschen Wein auf 2000 Hektar Anbaufläche. Im Vergleich zur französischen Weinproduktion von sechs bis sieben Milliarden Flaschen nimmt sich das als geringe Menge aus – wenn man jedoch bedenkt, dass die gesamte Landesfläche des kleinen Staates nur 10000 Quadratkilometer beträgt, relativiert sich das Urteil.

Insgesamt 42 Weingüter gibt es mittlerweile im Libanon. Bildquelle: 59plus Redaktion
Insgesamt 42 Weingüter gibt es mittlerweile im Libanon. Bildquelle: 59plus Redaktion

Für Weininteressierte, die verschiedene Sorten und Qualitäten ausprobieren möchten, profitieren von den kurzen Entfernungen im Land. Überall kommt man zügig an – außer man steckt im zähen Feierabendverkehrsstau der Hauptstadt fest. Neben dem Wein hat der Libanon noch zahlreiche weitere Attraktionen zu bieten.

Die abwechslungsreiche Landschaft mit ihren teilweise bis zu 3000 Meter hohen Gebirgszügen verspricht sowohl Skifahrern als auch Strandliebhabern Genuss pur. Innerhalb einer Autostunde gelangt man vom Sandstrand zur Skipiste. Beirut vibriert sowohl als elegante Ausgeh-Stadt, Partymeile als auch kultureller Kosmopolit mit Chaos-Charakter.

Sollten Sie einen Besuch im Libanon erwägen, wenden Sie sich an den Reiseveranstalter Nakhal. Dort finden Sie verschiedene Reisepakete vom Mehrtagestrip durch das Land bis zum Eintagesausflug zu den wichtigsten kulturellen und touristischen Zielen, inklusive der Weingüter in der Bekaa-Ebene.

Kontakt:

  • Mehr Informationen zu den libanesischen Weinen und Anbaugebieten erhalten Sie (auf Deutsch) bei Götz Karphofer von Boutique Wineries of Lebanon.
    Tel.: 00961-1389389 | E-Mail: [email protected]
  • Möchten Sie libanesische Weine kosten, ohne dem Land einen Besuch abzustatten, können Sie aus dem Sortiment von Orientweine in Deutschland ihre Favoriten auswählen. Hier geht’s zur Homepage von Orientweine.
    Tel.: 961 70 157 880 | E-Mail: [email protected]
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