Wurde Ihnen schon einmal unterstellt, aalglatt zu sein oder haben Sie sich wie ein Aal gewunden? Vielleicht bevölkern die Raubfische viele Redensarten, weil sie Schlangen ähneln und damit die Fantasie der Menschen anregen.

Der Aal - früher eine gänigige Deikatesse. Inzwischen ist der Aal jedoch vom Aussterben bedroht. Bildquelle: shutterstock.com
Der Aal – früher eine gänigige Deikatesse. Inzwischen ist der Aal jedoch vom Aussterben bedroht. Bildquelle: shutterstock.com

Geräucherten oder gebratenen Aal essen viele Menschen gerne. Leider lässt sich diese Delikatesse nicht mehr guten Gewissens verzehren. Der World Wildlife Fund (WWF) hat den Edelfisch klar als stark gefährdet klassifiziert und rät davon ab, ihn zu kaufen. Greenpeace kommt in seinem Einkaufsratgeber für Fisch zur gleichen Erkenntnis, allerdings auf den in Deutschland üblicherweise angebotenen Europäischen Aal eingeschränkt.

Die Weltnaturschutzunion IUCN sowie das Washingtoner Artenschutzabkommen haben den Europäischen Aal auf eine rote Liste gesetzt, um ihn vor dem Aussterben zu schützen.

Wie stark ist der Edelfisch gefährdet?

Stark gefährdet klingt fast zu harmlos, da der Europäische Aal akut vom Aussterben bedroht ist. Die Bestände in einigen deutschen Flüssen betragen nur noch ein Prozent der ursprünglichen Population. Seit gut fünfzig Jahren gibt es Volkszählungen für die selten gewordenen Fische. Schon seit längerer Zeit stellten die Forscher einen Rückgang fest, wobei sie diesen erst seit der Jahrtausendwende als besorgniserregend einstufen. Die Verbauung von Flüssen hat den empfindlichen Fischen geschadet, aber auch deren Verschmutzung mit hormonaktiven Substanzen und sonstigen Schadstoffen, Wasserkraftwerke sowie der Anstieg der Wassertemperatur.

Die lange Reise zum Laichgebiet

Dieser Fisch ist wohl bald in unseren gewässern nicht mehr zu finden. Bildquelle: Pixabay.de
Dieser Fisch ist wohl bald in unseren gewässern nicht mehr zu finden. Bildquelle: Pixabay.de

In Vorbereitung auf den kräftezehrenden Weg in ihr Laichgebiet nehmen Aale große Fettreserven auf. Daher leiden sie besonders stark unter der Verschmutzung von Gewässern. Der Europäische Aal gehört zu den Rekordhaltern der Fischwelt, was die Entfernung zum Laichgebiet anbelangt. Zudem steht der Schwimmblasenwurm im Verdacht, zu ihrer Ausrottung beizutragen. Befällt sie dieser Parasit, erreichen sie oft ihr Laichgebiet Sargassosee nicht mehr oder hungern auf der langen Reise zu sehr aus, um tatsächlich zu laichen. Beide Einflussgrößen lassen sich schwer revidieren. Der Mensch kann jedoch aufhören, die Gewässer zu überfischen. Mindestens für eine Übergangszeit sollten sie nicht mehr gefangen werden. In 2011 verhängte die EU sogar ein Exportverbot für den Europäischen Aal außerhalb der EU-Mitgliedsstaaten.

Auch wenn es schwerfällt, verzichten Sie vorerst auf den Verzehr des Edelfischs und geben Sie den Beständen eine Chance, sich zu erholen.

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