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“Die Zeit, in der man lebt, ist sowieso zu kurz. Da hat man die Pflicht glücklich zu werden.” Dieses Zitat aus dem Film KIRSCHBLÜTEN & DÄMONEN bringt es auf den Punkt. Doch wie soll Mensch das anstellen, wenn ihn die Dämonen seiner Vergangenheit nicht loslassen?

Zehn Jahre nach dem Film KIRSCHBLÜTEN – HANAMI greift KIRSCHBLÜTEN & DÄMONEN, Teil zwei der Familiengeschichte, das Thema Glück und Enttäuschung innerhalb der Familie noch einmal auf. In Teil eins (KIRSCHBLÜTEN – HANAMI) wurde die Geschichte rund um Rudi, Trudi und deren Kinder Karl, Emma und Klaus aus Sicht der Eltern erzählt. Jetzt ist der Nachwuchs dran: Wie sehen sie die Eltern und welche Auswirkungen haben innerfamiliäre Dispute, aber auch die vielen unausgesprochenen Worte auf das eigene Ich. Eine zentrale Rolle nimmt hierbei Karl ein, der jüngste der drei Kinder. Seine Geschwister betrachteten ihn immer als verweichlichtes Muttersöhnchen. Das belastet ihn sehr und veranlasste ihn einst, so weit wie möglich von Mutter und Familie wegzugehen, um sich von allem zu lösen. Sein Weg führte ihn bis nach Tokio.

Kirschblüten & Dämonen Plakatmotiv. Quelle: © 2018 Constantin Film Verleih GmbH/ Mathias Bothor
Kirschblüten & Dämonen Plakatmotiv. Quelle: © 2018 Constantin Film Verleih GmbH/ Mathias Bothor

Zehn Jahr nach KIRSCHBLÜTEN – HANAMI

Die Jahre vergehen … Rudi und Trudi sind mittlerweile zehn Jahre tot und Karl ist am Ende. Seine Ehe ist gescheitert, er säuft, hat den Job verloren und wie in einem Strudel scheint es ihn immer tiefer zu ziehen. Seine Geschwister möchten das Elternhaus verkaufen. Er kann es nicht. Die Erinnerungen an Rudi und Trudi scheinen ihn derart zu blockieren, dass ihm sein ganzes Leben zu entgleiten droht. Bis eines Tages die Japanerin Yu auftaucht. Sie hat sich einst um den trauernden Rudi gekümmert, als der, kurz nach Trudis Tod, Karl in Tokio besuchte.

Stell dich deinen Dämonen

Und mit Yu nimmt die asiatisch angehauchte in Bayern stattfindende Gespenstergeschichte ihren Lauf. Jetzt passieren Dinge, die nur im Kino passieren können. Mit den Gespenstern und Dämonen aus Fernost, kehren auch Rudi und Trudi wieder in Karls Leben zurück. Nun hat er die Chance sich seiner Vergangenheit zu stellen, die Eltern wirklich zu verstehen und vielmehr noch: Er kann endlich mit ihnen abschließen, wenn er sich den Dämonen seiner Vergangenheit stellt. Karl ringt mit ihnen, hat zunächst Angst. Doch Yu hilft ihm dabei, diese Angst zu überwinden, denn in Japan sind Dämonen ganz real. Dort lernt man schon in seiner Kinder- und Jugendzeit, mit ihnen umzugehen.

Yu kennt sich aus mit Gespenstern. Quelle: © 2018 Constantin Film Verleih GmbH/ Mathias Bothor
Yu kennt sich aus mit Gespenstern. Quelle: © 2018 Constantin Film Verleih GmbH/ Mathias Bothor

KIRSCHBLÜTEN & DÄMONEN: Vermischung der Elemente

In Doris Dörrie neuestem Werk lösen sich die natürlichen Grenzen quasi auf. Die Toten Eltern können plötzlich lebendig werden. Und Karl muss fast sterben, um schließlich zu erkennen wer er wirklich ist. Dörrie möchte mit ihrem neuen Film KIRSCHBLÜTEN & DÄMONEN “durch große Nähe die innere Wahrheit der Figuren erforschen, der Kinder wie der Eltern, ihre ihnen ganz unverwechselbar eigene Schönheit und Hässlichkeit, ihre Widersprüche, die sie menschlich machen und als Motor der Geschichte dienen – bis hin zur Frage, woher man eigentlich weiß, ob man tot oder lebendig ist. Dadurch bekommt diese Geschichte etwas Schillerndes, Abgründiges und rührt an sehr tiefe Gefühle, die wir alle kennen: die Angst, unserer eigenen Identität nicht zu genügen, uns selbst nicht wirklich gefunden zu haben, nicht wirklich zu leben. Gleichzeitig, wie in all meinen Filmen, entbehrt das nicht der Komik, und die radikale Verwandlung von Karl hat, wie all unser Ringen um Wahrheit, absurde und komödiantische Züge. Eine tieftraurige Komödie also – ganz wie das Leben.” Und wie wir finden: absolut sehenswert.

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Kinostart: 7. März 2019

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