Die vergangenen sechs Jahre waren gezeichnet von globalen Krisen: Zunächst war da die Pandemie, darauf kam speziell in Deutschland der wirtschaftliche Absturz mit hoher Inflation, noch dazu gab es einen Krieg in der Ukraine, jüngst einen weiteren Krieg im Nahen Osten. All das hinterließ Spuren: Wobei zu diesen generellen Krisen natürlich auch noch solche im Privatleben und Alltag hinzukommen.

Müde zu sein ist normal – dauerhafte Müdigkeit hingegen nicht
Der Krisen-Mix der bisherigen 2020er-Jahre hinterließ bei vielen Menschen Spuren. Das Leben ist für viele anstrengender, härter, schneller und stressiger geworden. Wirtschaftskrisen, globale Krisen und private Krisen können zu einer Überforderung führen, die sich chronisch manifestieren kann. Denn all diese negativen Aspekte müssen von Körper und Geist verarbeitet und kompensiert werden – dabei kann man, das ist nicht ungewöhnlich, an seine Grenzen stoßen.
Aber was ist eine “normale” und was eine dauerhafte Erschöpfung? Wann ist man einfach nur müde und wann nähert man sich dem Burn-out? Die Grenzen dazwischen sind fließend und gelten heutzutage längst nicht mehr nur für Erwachsene: Sogar bei Kindern stellen Forscher und Pädagogen vermehrt Burn-out-Symptome fest. Manifestieren sich diese schon in so jungem Alter, werden sie mit den weiteren Lebensjahren unbehandelt eher noch schlimmer als besser. Auch biologische Prozesse, wie beispielsweise die Wechseljahre, können zusätzliche negative Effekte haben und Erschöpfung verstärken.
Müde ist man normalerweise nach einem langen Tag, zu wenig Schlaf oder intensiver körperlicher Belastung. Eine dauerhafte Erschöpfung bringt noch weitere, anhaltende Symptome mit sich.
Typische Warnsignale für eine chronische Erschöpfung sind:
- Anhaltende Energielosigkeit: Man fühlt sich immer wieder oder sogar permanent antriebslos und schwach.
- Sinkende Belastungsgrenze: Die persönliche Stresstoleranz und Leistungsfähigkeit verschieben sich konsequent weiter nach unten.
- Fehlende Erholung: Auch längere Ruhephasen oder ausreichend Schlaf resultieren in keiner gefühlten Erholung mehr.
- Kognitive Einschränkungen: Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit und ein mentaler Nebel sind ständige Alltagsbegleiter.
Spätestens dann ist es Zeit gegenzusteuern.

Hilfe zur Selbsthilfe – aber wie?
So viel vorweg: Ein chronisches Erschöpfungssyndrom ist keine Seltenheit, denn gängigen Statistiken nach betrifft es etwa 300.000 Menschen jährlich in Deutschland. Das chronische Erschöpfungssyndrom, abgekürzt als “ME/CFS”, ist anders als “einfache” Erschöpfung oder “normale” Müdigkeit eine ernsthafte, enorm belastende Erkrankung. Man kann versuchen gegenzusteuern, aber letztlich führt bei einem ausgeprägten ME/CFS-Syndrom kein Weg an einer gezielten ärztlichen Behandlung vorbei.
Für leichtere Formen der Erschöpfung und zur Prävention im Alltag können jedoch gezielte Maßnahmen ergriffen werden:
- Stress reduzieren: Essenziell ist die nachhaltige Reduzierung von Stressfaktoren. Angst und Nervosität sind eine massive Belastung für den Körper und die mentale Gesundheit. Bewusste Auszeiten und Entspannungstechniken können hier helfen.
- Schlafqualität verbessern: Während des Schlafens finden im Körper und Gehirn unzählige Regenerationsprozesse statt. Guter und ausreichender Schlaf ist deshalb wichtig – fehlt es an dem, kann sich der Körper nicht mehr einwandfrei regenerieren.
- Bewegung integrieren: Hilfreich können ausreichend Aktivität und Bewegung sein. Das regt den Kreislauf an, zudem wirkt schon ein kurzer Spaziergang auf unser Gehirn echte Wunder.
- Soziale Kontakte pflegen: Eine neue Sportart aufzunehmen ist ebenfalls empfehlenswert, denn meistens führt diese noch zu weiteren sozialen Interaktionen, was mental sehr förderlich ist.
- Ausgewogen ernähren: Auf eine gesunde Kost ist zu achten, denn Mikronährstoffe, Vitamine und Co. benötigt der Körper dringend, um den eigenen Energiehaushalt aufrechtzuerhalten.
All das ist aus präventiver Sicht hilfreich und kann Erschöpfung reduzieren: Trotzdem sollten Betroffene von ME/CFS, Burn-out und Co. nicht zögern und sich zeitnah professionelle Hilfe suchen.







