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	<title>Simone Plechinger, Autor auf 59plus</title>
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	<description>59plus ist das erste digitale General Interest Portal für Senioren und deren Kindergeneration (35+).</description>
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	<title>Simone Plechinger, Autor auf 59plus</title>
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		<title>Demenz-Fibel: Kultur und Demenz</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Simone Plechinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 May 2019 02:00:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz-Fibel]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Lange habe sie überlegt, ob sie das machen soll, erzählt mir die Alltagsbegleiterin von Uschi *, einer Dame mit einer Alzheimererkrankung, ob sie das machen soll, sie einfach mit ins Kino nehmen zum Angebot des „Metropolitan goes cinema“, also den Übertragungen von Opernaufführungen im Kino, auf großer Leinwand. Ganz aufgeregt wirkt sie, die Alltagsbegleiterin, tief [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Lange habe sie überlegt, ob sie das machen soll, erzählt mir die Alltagsbegleiterin von Uschi *, einer Dame mit einer Alzheimererkrankung, ob sie das machen soll, sie einfach mit ins Kino nehmen zum Angebot des „Metropolitan goes cinema“, also den Übertragungen von Opernaufführungen im Kino, auf großer Leinwand. Ganz aufgeregt wirkt sie, die Alltagsbegleiterin, tief bewegt offensichtlich von diesem Ereignis und dem, was im Kino geschehen ist. Sie habe lange überlegt, ob sie das machen soll, denn eine Oper, die sei doch so lang, was, wenn Uschi aufsteht und im Kino herumläuft, im Dunkeln, wenn sie dort stürzt oder Gäste ablenkt oder durch ihr ungewöhnliches Verhalten verärgert.</strong></p>
<h2>Einfach mal raus</h2>
<p>Die Alltagsbegleiterin hat sich für den Besuch entschieden &#8211; und der Abend verlief ganz anders, als es die „Ängste“ zuvor hatten ihr weiß machen wollen. Uschi saß über den gesamten Zeitraum auf ihrem Platz. Fasziniert von den Bildern und der Musik tauchte Uschi ab in das Erleben der Geschichte auf der Leinwand. Dieser uralten Geschichte voll von unser aller Lebensthemen wie Liebe, Eifersucht, Freud und Leid, die sich alle im Gesichtsausdruck von Uschi spiegelten. Ihr Gesicht sprach Bände.</p>
<p>In meinem Ursprungsberuf als <a href="https://www.59plus.de/mit-musik-geht-alles-besser-simone-plechinger-im-portraet/">Musiktherapeutin</a> hab ich mich oft gefragt, woher es kommt, dass in vielen ästhetisch-kulturellen Momenten mit Menschen mit Demenz eine solche Tiefe zum Tragen kommt und im Außen gleichzeitig das kulturelle Angebot, in meinem Fall die Musik häufig so belächelt wird, ja, dem Ganzen schon fast Entwertung entgegen schlägt oder Kultur als belanglos angesehen wird. Kunst und Kultur sind alles andere als belanglos &#8211; das gilt für Menschen mit und ohne Demenz.</p>
<figure id="attachment_45598" aria-describedby="caption-attachment-45598" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-Myke-Simon-Unsplash.com_.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-45598 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-Myke-Simon-Unsplash.com_-1024x819.jpg" alt="Ein Kino- oder Theaterbesuch können lang verschollene Erinnerungen wach rufen. Bildquelle: © Myke Simon / Unsplash.com" width="696" height="557" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-Myke-Simon-Unsplash.com_-1024x819.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-Myke-Simon-Unsplash.com_-300x240.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-Myke-Simon-Unsplash.com_-768x614.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-Myke-Simon-Unsplash.com_-696x557.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-Myke-Simon-Unsplash.com_-1068x854.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-Myke-Simon-Unsplash.com_-525x420.jpg 525w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-Myke-Simon-Unsplash.com_.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-Myke-Simon-Unsplash.com_-1320x1056.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-Myke-Simon-Unsplash.com_-600x480.jpg 600w" sizes="(max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-45598" class="wp-caption-text">Ein Kino- oder Theaterbesuch können lang verschollene Erinnerungen wach rufen. Bildquelle: © Myke Simon / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Kultur und Demenz</h2>
<p>In unseren vertrauten Kategorien erspüren-verstehen-handeln möchte ich Ihnen wieder ein paar Gedankenimpulse zur Bedeutsamkeit von Kultur für Menschen mit und ohne Demenz ans Herz legen, die zum Weiterdenken und -fühlen einladen sollen.</p>
<p><strong>Erspüren:</strong></p>
<p>„Kunst und Kultur sind nicht die sympathische Nische unserer Gesellschaft, sondern das Eigentliche, das sie zusammenhält.“ sagt Dr. Norbert Lambert (Präsident des Deutschen Bundestages von Oktober 2005 bis Oktober 2017).</p>
<p>Kunst und Kultur sind (und besonders für Menschen mit Demenz) kein „Nice to have“, sie sind Bestandteil und Grundlage des Lebens. Nahezu unbemerkt leisten Kunst und Kultur wie im Fall von Uschi und ihrer Begleitung einen Beitrag zur Unterstützung von Lebensqualität für Situationen des Alltags, die mit Kunst und Kultur an sich überhaupt nichts zu tun haben. Ob sich Uschi im Nachgang noch an den Kinobesuch erinnern kann, ist bedeutungslos. Sie wird sich jedoch immer daran erinnern, wie sie sich in diesem einen Augenblick gefühlt hat &#8211; und ihrer Begleitung geht es ebenso. Das, was im Kino geschehen ist, hat intensive Auswirkungen auf das Miteinander im Alltag, auf die Art und Weise wie die Alltagsbegleiterin Uschi wahrnimmt &#8211; fernab der Demenzerkrankung.</p>
<h2>Kunst als Ausdruck vom Mensch-Sein</h2>
<p>Kunst wieder als das zu erfassen, was sie ist, nämlich der Ausdruck vom Mensch-Sein, dazu lädt der Demenzforscher und bildende Künstler Oliver Schultz in seinem Buch „Blickwechsel &#8211; die Kunst der Demenz“ ein. Schultz lässt hier Menschen mit Demenz durch ihre Bilder selbst sprechen und ermöglich uns so neue Wege im Verstehenszugang:</p>
<p><a href="https://editionfaust.de/produkt/blickwechsel-die-kunst-der-demenz/">https://editionfaust.de/produkt/blickwechsel-die-kunst-der-demenz/</a></p>
<p>„Künstlerisches Handeln bietet die Freiheit, dass es keiner Sinnhaftigkeit folgen muss. Es gibt kein richtig oder falsch“ sagt der Berliner Kunsttherapeut Michael Ganss.</p>
<p>Eine Angehörige hat es einmal so formuliert: „Wenn wir ins Museum gehen, verschwindet die Demenz aus unserem Leben“.</p>
<p><strong>Verstehen:</strong></p>
<p>Bewegende ästhetische Erfahrungen, die beim Betrachten eines Films oder einer Ausstellung im Museum gemacht werden, sorgen für eine Vernetzung der unterschiedlichsten Hirnareale und für ein wahres Neuronenfeuer. Unser Deutungs- und Ausdrucksvermögen wird aktiviert, der Zugang zu unserer Gefühlswelt ist offen. Dass Kunst und Kultur ein Schutz vor Depressionen sein können, zeigt auch diese <a href="https://www.psychologie-heute.de/gesundheit/39822-ihr-arzt-empfiehlt-kultur.html">Studie</a>.</p>
<p><a href="http://newsroom.staedelmuseum.de/de/content/nach-erfolgreicher-pilotstudie-staedel-museum-verankert-artemis-projekt-fuer-menschen-mit">Eine großangelegte Studie der Universität Frankfurt</a> beschäftigt sich mit künstlerischen Angeboten für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen im Museum: Von stärkerem Zugewinn an Wohlbefinden, neuen Erfahrungen durch das Entdecken von Kreativität, von emotionaler Entlastung, von Freude, Entspannung, Ausdauer sowohl bei Menschen mit Demenz als auch bei den Begleiter ist die Rede.</p>
<p><strong>Handeln:</strong></p>
<p>Wagen Sie sich hinaus ins Leben. Suchen Sie sich kulturelle Angebote, mit denen Sie sich wohl fühlen und haben Sie den Mut, auch Neues zu probieren, ohne an bisher vermeintlich biographisch Bedeutsamen festzuhalten. Ihr Mann hat nie ein Museum besucht? Ihre Mutter hat niemals einen Pinselstrich gemacht? Das heißt nicht, dass es für Ihren Mann oder Ihre Mutter nicht genau jetzt eine Bedeutung haben kann. Sie haben es in der Hand, Räume zu öffnen und für gesellschaftliche Teilhabe zu sorgen. Sie sind der wertvolle Schatz eines „Ersatz-Ich“, eines Gegenübers, das Möglichkeiten der gemeinsamen Begegnung schaffen kann &#8211; fernab der Demenz.</p>
<figure id="attachment_45599" aria-describedby="caption-attachment-45599" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-1.jpg"><img decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-45599 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-1-1024x683.jpg" alt="Seien Sie mutig und kaufen Sie einfach mal ein Ticket für ein Konzert, einen Kinobesuch oder einen Museumsbesuch. Es wird ganz bestimmt eine tolle Erfahrung! Bildquelle: © Igor Ovsyannykov / Pixabay" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-1-1024x683.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-1-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-1-768x512.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-1-696x464.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-1-1068x712.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-1-630x420.jpg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-1.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-1-1320x880.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/05/Demenzfibel-Kultur-1-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-45599" class="wp-caption-text">Seien Sie mutig und kaufen Sie einfach mal ein Ticket für ein Konzert, einen Kinobesuch oder einen Museumsbesuch. Es wird ganz bestimmt eine tolle Erfahrung! Bildquelle: © Igor Ovsyannykov / Pixabay</figcaption></figure>
<h2>Kultur gibt es überall</h2>
<p>Im süddeutschen Raum bietet Hans-Robert Schlecht mit seinen Projekten „Rosenresli“ seit über zehn Jahren verlässliche und ganz unterschiedliche Begleitung von Menschen mit Demenz und ihren Zugehörigen zu Kulturevents an. Er greift auf lange Erfahrung und ein großes Netz an Kulturpartnern zurück. Mehr unter <a href="http://www.rosen-resli.net">www.rosen-resli.net</a>.</p>
<p>Seit 2017 bereichert das Projekt „Kulturistenhochzwei“ das Miteinander und Zusammenleben in Hamburg &#8211; auch und vor allem für bedürftige Senioren. Kulturpartner spenden dort jeweils 2 Tickets für einen Kino,- Theater-, Museums-, oder Eventbesuch. Diese besucht die ältere Person dann gemeinsam mit einem Schüler oder einer Schülerin der Oberstufe. Alle Schülerinnen und Schüler sind intensiv mit dem Thema Demenz vertraut und durchlaufen im Vorfeld ihrer Begleitung eine Schulung. Ein generationenübergreifendes Projekt auf Augenhöhe! Lesen Sie mehr unter <a href="http://www.kulturisten-hoch2.de">www.kulturisten-hoch2.de</a></p>
<p>In Kunst und Kultur gibt es keinen Mangel. Hier herrscht pure Fülle. Vergessen Sie die Demenz. Schöpfen Sie aus dem Vollen und lassen Sie sich in Ihrer Stadt zu den verschiedenen Angeboten beraten.</p>
<p>Sie haben Fragen und/oder möchten Rückmeldung geben? Schreiben Sie mir. Ich freue mich auf Ihre Zeilen. Sie möchten mehr erfahren? Das können Sie bspw. in meinen Seminaren. Besuchen Sie mich auf meiner Website.</p>
<p>Herzlichst, Ihre</p>
<p><img decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-18141" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg" alt="" width="300" height="88" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-768x226.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1024x302.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-696x205.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1068x315.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1425x420.jpg 1425w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1320x389.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-600x177.jpg 600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p><strong>(* Name von der Redaktion geändert)</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.59plus.de/demenz-fibel-kultur-und-demenz/">Demenz-Fibel: Kultur und Demenz</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.59plus.de">59plus</a>.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Demenz-Fibel: Herausforderndes Verhalten</title>
		<link>https://www.59plus.de/demenz-fibel-herausforderndes-verhalten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Plechinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Apr 2019 02:00:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz-Fibel]]></category>
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		<category><![CDATA[Leben mit Demenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Kaum etwas stellt die Welt sowohl von pflegenden Angehörigen als auch von professionell Pflegenden so auf den Kopf wie das sogenannte „herausfordernde Verhalten“ von Menschen mit Demenz. Mit „herausforderndem Verhalten“ ist das Verhalten von Menschen mit Demenz gemeint, das die Umgebung vor „Herausforderungen“ in der Begegnung stellt. Dazu zählen Verhaltensweisen, die häufig einen enormen Einfluss [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.59plus.de/demenz-fibel-herausforderndes-verhalten/">Demenz-Fibel: Herausforderndes Verhalten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.59plus.de">59plus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kaum etwas stellt die Welt sowohl von pflegenden Angehörigen als auch von professionell Pflegenden so auf den Kopf wie das sogenannte „herausfordernde Verhalten“ von <a href="https://www.59plus.de/ratgeber/leben-mit-demenz/">Menschen mit Demenz</a>. Mit „herausforderndem Verhalten“ ist das Verhalten von Menschen mit Demenz gemeint, das die Umgebung vor „Herausforderungen“ in der Begegnung stellt. Dazu zählen Verhaltensweisen, die häufig einen enormen Einfluss auf die Umgebung haben und von der Umgebung als Belastung erlebt werden wie bspw. anhaltendes lautes Rufen, körperliche Aggressivität, wiederholtes Fragen, rastloses Umherlaufen.</strong></p>
<h2>Scham und Unkenntnis</h2>
<p>Sätze wie „Mein Vater war früher nie so“ oder „Meine Ehefrau verhält sich aggressiv, das ist mir so peinlich“ sind Ausdruck dieses immensen, hoch- emotional-explosiven Spannungsfeldes. Sind wir mit herausfordernden Verhaltensweisen konfrontiert, sind wir mit unseren eigenen Gefühlen und unserem Verständnis von der Welt, unseren sozialen Maßstäben und Normen konfrontiert. Das ist oft im doppelten Sinn unangenehm. Da kann sich Frust breitmachen, weil wir nicht wissen, wie wir uns verhalten sollen. Oder wir fühlen uns durch Beschuldigungen oder Aggressionen persönlich angegriffen, wir empfinden Scham, weil wir gängige soziale Normen durch das Verhalten von Menschen mit Demenz verletzt sehen.</p>
<p>In unseren vertrauten Kategorien erspüren-verstehen-handeln möchte ich Ihnen wenige, aber hoffentlich hilfreiche Impulse zu diesem brisanten Thema an die Hand geben, die Sie für sich weiterdenken können und sollen.</p>
<figure id="attachment_27609" aria-describedby="caption-attachment-27609" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-27609 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-818x1024.jpg" alt="Die Magie eines Menschen erlischt nicht, nur weil er an Demenz erkrankt ist. Wir müssen nur versuchen ihn zu verstehen und dort abzuholen wo er gerade ist. Bildquelle: © Anna Sullivan / Unsplash.com" width="696" height="871" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-818x1024.jpg 818w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-240x300.jpg 240w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-768x961.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-696x871.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-1068x1337.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-336x420.jpg 336w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-1320x1652.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-300x375.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-600x751.jpg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash.jpg 1534w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-27609" class="wp-caption-text">Die Magie eines Menschen erlischt nicht, nur weil er an Demenz erkrankt ist. Wir müssen nur versuchen ihn zu verstehen und dort abzuholen wo er gerade ist. Bildquelle: © Anna Sullivan / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Erspüren:</h2>
<p>Von einfach ist auch hier wieder einmal nicht die Rede. Entscheidend für die Auseinandersetzung mit dem herausfordernden Verhalten ist jedoch auch hier wieder einmal unsere innere Haltung. Die Fähigkeit, meinen Schmerz, meine Trauer, meine Angst, meine Scham hintenanzustellen und das Erleben im Moment aus der Sicht der Person mit Demenz zu sehen.</p>
<p>Ruft mein Vater anhaltend, weil das Hören seiner eigenen Stimme ihm Sicherheit vermittelt? Entspringt die gezeigte Aggression bei der Grundpflege dem Schamgefühl meiner Mutter, weil sie sich unbehaglich fühlt, nackt vor mir in der Dusche zu sitzen? Ist das Rütteln am Tisch ein Versuch meines Mannes, innere Spannungen abzubauen? Wandert meine Frau in meiner Wahrnehmung stundenlang unruhig umher oder wirkt sie dabei entspannt? Ist das laute Rufen meines Freundes eine Reaktion auf Schmerzen, die er nicht benennen kann?</p>
<h2>Verstehen:</h2>
<p>Er liegt in einem Krankenhausbett. In der Nacht hat man ihn eingeliefert, mit dem Notarzt. Weg aus der vertrauten Umgebung des Pflegeheimes, weg von seinem vertrauten Zimmer, seinem Bett, den vertrauten Düften, den vertrauten Personen. Einen Blasenkatheder hat man ihm gelegt, unangenehm ist das, dieser Druck. Er zieht an den Schläuchen. Aufstehen, zur Toilette gehen, das ist sein Ziel. Doch Halt: da ist das Bettgitter, das seinen Radius begrenzt.</p>
<p>Unruhig macht er sich daran zu schaffen, die Bettdecke ist schwer. Die Tür geht auf, fremde Stimmen sagen harsch, er solle liegen bleiben, er versteht nicht, was man ihm sagt, sehr wohl jedoch wie mit ihm gesprochen wird. Genervt, gereizt, er hat wohl etwas falsch gemacht. Die Reinigungskraft raschelt mit frischen Tüten für den Mülleimer dicht an seinem Ohr, eine Spritzenpumpe gibt ein lautes Alarmsignal, draußen vor dem Fenster startet der Helikopter. Er schwitzt, er hat Angst, er will weg, muss weg. Zurück in seine vertraute Umgebung, die Beine über das Bettgitter und los…</p>
<p>Allein das Einfühlen, also das Verstehen wollen des Verhaltens der Person mit Demenz, der Versuch, in ihren „Schuhen zu gehen“ kann helfen, die Situation zu entspannen und nimmt den Druck, das „störende“ Verhalten sofort unterbinden zu müssen. Damit öffnen sich neue Handlungsspielräume. Fragen Sie sich also immer: Für wen ist was wichtig? Für den Herrn mit Demenz im Krankenhaus ist es wichtig, seine Angst ausdrücken zu können, sein Handeln entspringt dem Wunsch, der Situation zu entkommen, die Angst macht. Wen stört das Verhalten? Das Personal, weil das Verhalten die Abläufe des Krankenhausbetriebes einschränkt. Was ist bedeutsam? Das Vermitteln von Sicherheit für die Person oder der Einsatz der bildlichen Brechstange, damit er sich ungeachtet seiner Erkrankung an die „Spielregeln“ des Krankenhauses hält?</p>
<figure id="attachment_7054" aria-describedby="caption-attachment-7054" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/05/Pflege.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-7054" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/05/Pflege-300x200.jpg" alt="Ruhe und vor allem Verständnis für den Moment sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass die herausfordernde Situation nicht eskaliert. Bildquelle: Shutterstock.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/05/Pflege-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/05/Pflege-768x512.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/05/Pflege-696x464.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/05/Pflege-630x420.jpg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/05/Pflege-600x400.jpg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/05/Pflege.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7054" class="wp-caption-text">Ruhe und vor allem Verständnis für den Moment sind maßgeblich dafür verantwortlich, dass die herausfordernde Situation nicht eskaliert. Bildquelle: Shutterstock.com</figcaption></figure>
<h2>Handeln:</h2>
<p>Unabhängig davon, ob eine mögliche Ursache für das Verhalten erkennbar ist, sollte das oberste Ziel also immer sein, die Gefühle der Person mit Demenz zu erfassen. Seminare und Schulungen, die auf spielerische Art und Weise einen Perspektiv-Wechsel aus der Sicht der Personen mit Demenz vermitteln, sind ein wahrer Schatz für den Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen. Das Demenz-Balance-Modell © nach Barbara Klee-Reiter ermöglicht nicht nur das Erleben rund um die Frage, wie kann ein Mensch mit Demenz sich fühlen, sondern bietet gleichzeitig auch das Entwickeln von individuellen Lösungsstrategien, um die Begegnungen mit Menschen mit Demenz in Balance zu bringen. Diese selbst erspürten Lösungsansätze bringen uns zurück ins Handeln. Multiplikatoren für die Seminare gibt es deutschlandweit. Mehr erfahren Sie unter <a href="http://www.perspektive-demenz.de">www.perspektive-demenz.de</a>.</p>
<p>Was immer Sie bewegt: Holen Sie sich Unterstützung! Ich wünsche mir mehr aufrichtige Kommunikation zwischen professionell Pflegenden und den Angehörigen. Haben Sie den Mut, Ihre Verzweiflung und Hilflosigkeit im Umgang mit ihren Angehörigen anzusprechen. Haben Sie den Mut, im Team zu sagen, dass Sie gerade nicht mehr weiterwissen. Ich wünsche Ihnen Menschen an Ihrer Seite, die Ihnen mit liebevollem Verständnis begegnen. Und ich wünsche Ihnen Mut, eigene soziale Konventionen über Bord zu werfen.</p>
<p>Mögliche Unterstützungsangebote für Menschen mit Demenz bei herausforderndem Verhalten können sein:</p>
<h2>Bewegungsangebote:</h2>
<p>Sie helfen Menschen mit Demenz, beweglich zu bleiben und vermindern dadurch die Situationen, die zu Schmerz, Frust und Unruhe führen können. Bewegungsdrang stattgeben statt Bewegung einschränken sollte das Ziel sein. Gehen Sie spazieren oder tanzen sie, schwingen Sie die Arme und ermöglichen Sie Menschen mit Demenz, die auf einen Rollstuhl angewiesen oder bereits bettlägerig sind, neue Reize, indem sie die Position der Hilfsmittel im Raum verändern, Dinge zum Fühlen in die Hand geben etc.</p>
<h2>Bedeutsame Beschäftigung:</h2>
<p>Versuchen Sie, den Tätigkeiten einen Sinn zu verleihen. Binden Sie die Person mit Demenz in Alltagsaktivitäten ein und &#8211; was darin bedeutsam ist &#8211; ermöglichen Sie Personen mit Demenz sich zu engagieren: nach dem Erleben des Menschen mit Demenz, NICHT in Bezug auf Ihre Maßstäbe!</p>
<figure id="attachment_3170" aria-describedby="caption-attachment-3170" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/07/Simone-Willig-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-3170" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/07/Simone-Willig-2-300x200.jpg" alt="Nutzen Sie die Möglichkeiten der Musik, den Betroffenen, aber auch sich selbst zu entspannen. Bildquelle: Shutterstock.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/07/Simone-Willig-2-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/07/Simone-Willig-2-768x512.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/07/Simone-Willig-2-696x464.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/07/Simone-Willig-2-630x420.jpg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/07/Simone-Willig-2-600x400.jpg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/07/Simone-Willig-2.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3170" class="wp-caption-text">Nutzen Sie die Möglichkeiten der Musik, den Betroffenen, aber auch sich selbst zu entspannen. Bildquelle: Shutterstock.com</figcaption></figure>
<h2>Sinneserleben:</h2>
<p>Nutzen Sie Musik, Düfte, Filme, Bilder, Berührung, um immer wieder unterschiedliche Sinne anzuregen. So können Sie auf ein gemeinsames positives Erleben des Augenblicks hinzuwirken. Bleiben Sie echt. Die Person mit Demenz wird spüren, wenn Sie alleinig aus der Motivation heraus handeln, vom für Sie unerwünschten Verhalten ablenken zu wollen.</p>
<p>Sorgen Sie als Begleiter gut für sich. Hören Sie Musik, nehmen Sie sich Auszeiten, gehen Sie spazieren, schwimmen, ins Kino, ins Café. Und hinterfragen Sie hin und wieder, ob es nicht wertvoll ist, sozial erwünschte Normen zugunsten des Gefühls des gelebten Lebens über Bord zu werfen.</p>
<p>Sie haben Fragen und/oder möchten Rückmeldung geben? Schreiben Sie mir. Ich freue mich auf Ihre Zeilen. Sie möchten mehr erfahren? Das kommen Sie bspw. in meine Seminare. Oder besuchen Sie mich auf <a href="https://simoneplechinger.de/">meiner Website</a>.</p>
<p>Herzlichst, Ihre</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-18141" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg" alt="" width="300" height="88" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-768x226.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1024x302.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-696x205.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1068x315.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1425x420.jpg 1425w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1320x389.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-600x177.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>Anmerkung der Redaktion: Absolut lesenswert ist auch der Blog <a href="http://die-sind-doch-alle-verrueckt.de/">http://die-sind-doch-alle-verrueckt.de/.</a></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.59plus.de/demenz-fibel-herausforderndes-verhalten/">Demenz-Fibel: Herausforderndes Verhalten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.59plus.de">59plus</a>.</p>
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		<title>Demenz-Fibel: Humor</title>
		<link>https://www.59plus.de/demenz-fibel-humor/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Plechinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 03 Mar 2019 03:00:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz-Fibel]]></category>
		<category><![CDATA[Gesundheit & Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Glückshormone]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Lachen]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Demenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Alaaf und Helau, es ist Faschingszeit, Karneval, Fassenacht! Für die einen die tollste Zeit des Jahres, für die anderen Anlass zur Flucht in „faschingsfreie“ Zonen. Zeit, im Rahmen unserer Fibel einmal darüber nachzusinnen, ob beim Thema Demenz generell Schluss mit lustig ist. Gelegenheit, das Thema „Humor und Demenz“ einmal unter die Lupe zu nehmen, und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Alaaf und Helau, es ist Faschingszeit, Karneval, Fassenacht! Für die einen die tollste Zeit des Jahres, für die anderen Anlass zur Flucht in „faschingsfreie“ Zonen.</strong></p>
<p>Zeit, <a href="https://www.59plus.de/ratgeber/leben-mit-demenz/">im Rahmen unserer Fibel</a> einmal darüber nachzusinnen, ob beim Thema Demenz generell Schluss mit lustig ist. Gelegenheit, das Thema „Humor und Demenz“ einmal unter die Lupe zu nehmen, und es unter unseren bewährten Stichworten erspüren &#8211; verstehen &#8211; handeln zu beleuchten.</p>
<p><strong>Erspüren:</strong></p>
<p>„Humor ist keine Gabe des Geistes, es ist eine Gabe des Herzens“ (L. Börne). Und diese Herzensangelegenheit ist Ausdruck von Kreativität &#8211; einer Form von Kreativität, die wir als „Gesunde“ Menschen mit Demenz als Gegenüber gerne absprechen. Eine Form von Kreativität, die wir „Gesunde“ mit unserem Fokus auf Normen und Konventionen gern übersehen.</p>
<h2>Humor ist, wenn man trotzdem lacht</h2>
<p>Zu einem Gottesdienst in einer Senioreneinrichtung hatte man eine Dame in der ersten Reihe platziert, war sie doch lange Jahre selbst mit einem evangelischen Pastor verheiratet gewesen. Nun mit einer Demenzerkrankung lebend, weckte die vertraute Liturgie genau jene humorig-kreativen Fähigkeiten in ihr. Und so unterbrach sie den Pfarrer bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit den Worten „Ich bin der Herr Pastor. Ich predige Euch was vor. Und wenn ich nicht mehr weiter kann, dann fang ich wieder von vorne an.“</p>
<figure id="attachment_1395" aria-describedby="caption-attachment-1395" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Teint-3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-1395" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Teint-3-300x169.jpg" alt="Humor ist wenn man trotzdem lacht. Viele schwierige Situationen lassen sich mit der nötigen Portion Humor leicht und für alle Beteiligten gut auflösen. Bildquelle: shutterstock.com" width="696" height="391" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Teint-3-300x169.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Teint-3-768x432.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Teint-3-696x391.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Teint-3-747x420.jpg 747w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Teint-3-600x337.jpg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Teint-3.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1395" class="wp-caption-text">Humor ist wenn man trotzdem lacht. Viele schwierige Situationen lassen sich mit der nötigen Portion Humor leicht und für alle Beteiligten gut auflösen. Bildquelle: shutterstock.com</figcaption></figure>
<p>Entsetzte Blicke seitens ihrer Verwandtschaft und des begleitenden Pflegepersonals wandelten sich unter dem Lachen des Pfarrers in strahlend-glänzende Augen. Mein persönliches Highlight in diesem Gottesdienst: Der verschmitzte Blick, mit dem die Dame mich beschenkte, als sie das Eurostück, das man ihr für die Kollekte am Ausgang zugesteckt hatte, zum Abendmahl im Weinkelch versenkte.</p>
<p>Zugegeben, beim Thema Demenz kann einem schon mal das Lachen im Hals stecken bleiben. Besonders, wenn wir am geliebten Partner, an der geliebten Mutter, der Freundin, dem Vater Verhaltensweisen erleben, die wir aus Zeiten vor der Erkrankung von dieser Person so nicht kennen. Wenn offene Aggression unseren Alltag bestimmt.</p>
<p><strong>Verstehen:</strong></p>
<p>„Lachen ist gesund“ sagt der Volksmund und es stimmt. Miteinander lachen setzt Glückshormone frei, hemmt Schmerzen, Angst, Panik und Aggression. Es mag uns paradox erscheinen: doch Humor ist eine der stärksten Waffen im Umgang mit erlebter Aggressivität. Haben Sie schon einmal ein trotziges, schreiendes Kind an der Hand seiner Mutter im Supermarkt erlebt? Diese Situation hat häufig eine ungewollte Komik. Reagieren wir als Mutter oder Vater auf diese Stress-Situation mit Gelassenheit und sind wir in der Lage, diese Komik zu leben und hervorzukitzeln, kippt die ganze Stimmung. Und nicht selten lachen die Kinder über sich selbst.</p>
<p>Sicher haben Sie schon einmal den Ausspruch gehört, dass Gefühle nicht dement werden. Der oftmals ganz feinfühlige, tiefe Sinn für Humor als eine zutiefst ureigene Eigenschaft unserer Persönlichkeit bleibt im Rahmen der Demenz erhalten.</p>
<h2>Die Sache mit dem Nachthemd</h2>
<p>Für einen Video-Dreh an einem heißen Tag im Sommer wurde ich von der Produktionsleitung erinnert, dass ich vor der Kamera keine Kleidung mit auffälligem Muster, nichts Rotes, Weißes oder Schwarzes tragen solle. Glücklich die Herausforderung gemeistert zu haben, traf ich bekleidet mit einem hellblauen Blusenkleid am Drehort ein. Dort winkte mich ein Herr mit einer Demenzerkrankung aufgeregt zu sich. „Sie sind ja ganz aufgeregt“, sagte ich. „Na, wenn Du auch am helligen Tag hier im Nachthemd herumläufst?!“ war seine Antwort. Eine Antwort, die ein besserer Spiegel hätte nicht sein können. Wie oft mag er schon Situationen erlebt haben, in dem er zurechtgewiesen wurde, dass er nicht die „richtige“ Kleidung trägt?</p>
<figure id="attachment_41756" aria-describedby="caption-attachment-41756" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/03/6.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-41756 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/03/6-1024x576.jpg" alt="Das hellblaue Blusenkleid hat für so manche lustige Situation gesorgt. Bildquelle: © Jörg Plechinger für AOK Verlag" width="696" height="392" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/03/6-1024x576.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/03/6-300x169.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/03/6-768x432.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/03/6-696x392.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/03/6-1068x601.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/03/6-747x420.jpg 747w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/03/6.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/03/6-1320x743.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/03/6-600x338.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-41756" class="wp-caption-text">Das hellblaue Blusenkleid hat für so manche lustige Situation gesorgt. Bildquelle: © Jörg Plechinger für AOK Verlag</figcaption></figure>
<p>Jährlich erscheint der Kalender „Demensch“ des Cartoonisten Peter Gaymann, der das Thema Demenz humoristisch beleuchtet. Peter Gaymann macht keine Witze über Menschen mit Demenz. Seine Zeichnungen sind niemals kränkend oder beschämend. Sie rücken &#8211; wie die Geschichte mit dem Nachthemd &#8211; den tiefen Sinn, die Feinfühligkeit, die Kreativität, die Fähigkeiten der Herzensbildung von Menschen mit Demenz in den Mittelpunkt. Und darum geht es:</p>
<ul>
<li>Dass wir als Begleiter von Menschen mit Demenz über den Humor unsere Opferhaltung verlassen können.</li>
<li>Dass wir ins Tun und ins Handeln kommen.</li>
<li>Dass wir uns erinnern, dass wir die Fähigkeiten für den Umgang mit Aggression in uns tragen.</li>
<li>Dass wir uns erinnern, Situationen nicht gleich und vor allem nicht ausschließlich nach unseren Maßstäben zu bewerten.</li>
<li>Dass wir uns erinnern, dass jeder Moment verschiedene Facetten hat.</li>
</ul>
<p><strong>Handeln:</strong></p>
<p>Wann haben Sie zuletzt über sich selbst gelacht? Sich selbst nicht so ernst nehmen, ist oft gar nicht so leicht &#8211; vor allem nicht, wenn der Alltag mit Menschen mit Demenz uns herausfordert. Doch erste Schritt ist immer unser eigener. Wir sind gefordert, uns selbst nicht so wichtig und uns selbst nicht so ernst zu nehmen. Wie das angesichts des Alltags mit Menschen mit Demenz gelingen soll, fragen Sie? Schauen Sie hin. Menschen mit Demenz sind unsere besten Lehrmeister im Erkennen, dass trotz und mit der täglichen Erfahrung des Scheiterns ein Leben mit emotionalem Tiefgang gelingt. Sie sind unsere besten Lehrmeister darin zu erkennen, dass Lachen und Weinen zwei Seiten derselben Medaille sind.</p>
<h2>Gelassenheit und Humor</h2>
<p>Von einem weiteren klugen Menschen stammt dieses Zitat: „Wer über sich selbst lachen kann, wird am ehesten ernst genommen“. Helfen Sie sich und anderen, Situationen, die nicht in unserer Konventionen passen, mit Gelassenheit und Humor zu begegnen (Karneval ist übrigens die Zeit, in der wir häufig bewusst außerhalb der uns selbst auferlegten Normen leben, hier werfen wir „erlaubtermaßen“ Konventionen über Bord). Lachen Sie miteinander, wann immer Ihnen danach ist. Lachen ist ansteckend.</p>
<figure id="attachment_3988" aria-describedby="caption-attachment-3988" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/02/10649114_1411316769089037_375066888308281918_o.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-3988 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/02/10649114_1411316769089037_375066888308281918_o-1024x682.jpg" alt="&quot;Humor ist Trumpf&quot; - Susanne Bötel alias Rosalore zaubert den Menschen ein Lächeln auf das Gesicht. Quelle: ©Michael Hagedorn" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/02/10649114_1411316769089037_375066888308281918_o.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/02/10649114_1411316769089037_375066888308281918_o-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/02/10649114_1411316769089037_375066888308281918_o-768x512.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/02/10649114_1411316769089037_375066888308281918_o-696x464.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/02/10649114_1411316769089037_375066888308281918_o-631x420.jpg 631w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/02/10649114_1411316769089037_375066888308281918_o-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3988" class="wp-caption-text">&#8220;Humor ist Trumpf&#8221; &#8211; Susanne Bötel alias Rosalore zaubert den Menschen ein Lächeln auf das Gesicht. Quelle: ©Michael Hagedorn</figcaption></figure>
<p>Die Kunstbegleiterin für Menschen mit Demenz, <a href="https://www.59plus.de/susanne-boetel-die-grenzgaengerin/">Susanne Bötel</a>, verwandelt sich in Clownin Rosalore, und bietet damit viel Projektionsfläche für Weinen, Lachen und die ganze Bandbreite unserer Emotionen. Sie gibt Humor-Workshops und Trainings für Pflegekräfte und Angehörige und rückt darüber diese Herzensgabe in den Fokus. Holen Sie sich Unterstützung und schauen Sie mal rein: <a href="http://www.rosalore.de">www.rosalore.de</a>.</p>
<p>„Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt“ sagte der Schriftsteller Ringelnatz. Ich wünsche Ihnen von Herzen, dass es Ihnen in den Herausforderungen der Begegnungen mit Menschen mit und ohne Demenz gelingt, diesen Knopf immer rechtzeitig zu öffnen, einen Schritt zurückzutreten und die Situation von vielen Seiten zu betrachten.</p>
<p>Sie haben Fragen und/oder möchten Rückmeldung geben? Schreiben Sie mir. Ich freue mich auf Ihre Zeilen. Sie möchten mehr erfahren? Das können Sie bspw. in meinen Seminaren. Besuchen Sie mich auf meiner Website.</p>
<p>Herzlichst, Ihre</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-18141" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg" alt="" width="300" height="88" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-768x226.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1024x302.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-696x205.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1068x315.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1425x420.jpg 1425w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1320x389.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-600x177.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Demenz-Fibel: Lebensweltorientierung</title>
		<link>https://www.59plus.de/demenz-fibel-lebensweltorientierung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Plechinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Feb 2019 03:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz-Fibel]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Depressionen]]></category>
		<category><![CDATA[kognitive Funktionen]]></category>
		<category><![CDATA[mentale Leistungsfähigkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Orientierung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.59plus.de/?p=40901</guid>

					<description><![CDATA[<p>Winter in Deutschland. Schnee, Nässe und Matsch draußen und Zeit, um drinnen in der warmen Stube im Internet zu stöbern. Was man dort im world wide web nicht alles findet. Das Internet ist ein wahrer Ort der Kuriositäten rund um das Thema Demenz, so scheint es mir. Heute bin ich über eine Studie aus Kanada [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Winter in Deutschland. Schnee, Nässe und Matsch draußen und Zeit, um drinnen in der warmen Stube im Internet zu stöbern. Was man dort im world wide web nicht alles findet. Das Internet ist ein wahrer Ort der Kuriositäten rund um das Thema Demenz, so scheint es mir. Heute bin ich über eine Studie aus Kanada mit einer Veröffentlichung im Deutschen Ärzteblatt gestolpert, in der heißt es:</strong></p>
<p>„Erwachsene mit und ohne Alzheimerkrankheit haben im Spätsommer und frühen Herbst bessere Kognitionsfähigkeiten als im Winter und Frühling.“ Die Testpersonen zeigen also bessere Fähigkeiten rund um Gedächtnis und Konzentration.</p>
<p>Zudem sei es in Winter und Frühjahr wahrscheinlicher, dass die Teilnehmer in speziellen Tests die Kriterien für die Diagnose einer leichten kognitiven Beeinträchtigung oder Demenz erfüllten. Diese Verbindung zwischen kognitiven Funktionen und der Jahreszeit blieb bei den 3000 Testpersonen auch nach Berücksichtigung möglicher Störfaktoren wie Schlafverhalten, körperlicher Aktivität und Schilddrüsenstatus signifikant. (University of Toronto/Rush University Medical Center Chicago 2018; doi: 10.1371/journal.pmed.1002647, Quelle Ärzteblatt).</p>
<h2>Lebensweltorientierung</h2>
<p>Moment. Eine Einschränkung kognitiver Leistung findet sich auch bei anderen Erkrankungen, bei veränderter emotionaler Verfassung und gedrosseltem Wohlbefinden. Mitunter sind echte Depressionen die Ursache für eingeschränkte Gedächtnisleistungen und fehlende Koordination in den Handlungsabläufen. Viele Menschen sagen von sich selbst, dass sie häufig im Winter gedrückter Stimmung sind. Da lohnt sich das hinsehen.</p>
<p>Denkbar ist zudem für mich auch, dass mehr Menschen im Winter und Frühjahr die Zeit für einen Arztbesuch nutzen, was die vermeintliche Zunahme an Diagnosenstellungen erklärt.</p>
<p>Mein Mann &#8211; ein echtes Sonnen- und Sommerkind &#8211; jammert am Tag gefühlte 30 Mal darüber, dass es draußen eisig sei. Wissen Sie was die kognitiven Funktionen einschränkt? Das Jammern übers Wetter. Das Jammern an sich. Das ist ebenfalls <a href="https://www.jumpradio.de/thema/jammern-ist-schlecht-fuers-gehirn-100.html">im Internet nachzulesen.</a></p>
<p>Sie merken es. Meine Gedanken schweifen ab, während ich über diese Zusammenhänge so nachdenke bzw. versuche, Zusammenhänge zu finden. Meine kognitiven Funktionen lassen nach. Studien hin oder her: es wir Zeit, sich rund um die Menschen mit Demenz unter den bewährten drei Kategorien Erspüren &#8211; Verstehen &#8211; Handeln auf das Wesentliche zu besinnen. Auf unser aller Lebenswelten.</p>
<figure id="attachment_40973" aria-describedby="caption-attachment-40973" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Mel-Elias-Unsplash.com_.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-40973 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Mel-Elias-Unsplash.com_-1024x683.jpg" alt="Menschen mit Demenz verlieren häufig jeden Bezug zu zeit und Raum. Bildquelle: © Mel Elias / Unsplash.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Mel-Elias-Unsplash.com_-1024x683.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Mel-Elias-Unsplash.com_-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Mel-Elias-Unsplash.com_-768x512.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Mel-Elias-Unsplash.com_-696x464.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Mel-Elias-Unsplash.com_-1068x712.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Mel-Elias-Unsplash.com_-630x420.jpg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Mel-Elias-Unsplash.com_.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Mel-Elias-Unsplash.com_-1320x880.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Mel-Elias-Unsplash.com_-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-40973" class="wp-caption-text">Menschen mit Demenz verlieren häufig jeden Bezug zu zeit und Raum. Bildquelle: © Mel Elias / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Erspüren:</h2>
<p>Bedingt durch unsere „kognitive Brille“ und vor allem dem kognitiven Fokus unserer Gesellschaft tendieren wir dazu, uns auf das sogenannte deklarative Gedächtnis zu konzentrieren, wenn es um Details zu den Lebensereignissen geht. Es geht nahezu ausschließlich um das „was“ in Verbindung mit einer zeitgeschichtlichen Zuordnung. Also bpsw. wann hat die Hochzeit stattgefunden? Im Sommer oder im Winter? Dabei ist es für Menschen mit Demenz nicht bedeutsam, ob sie diese zeitliche Zuordnung vergessen haben. Es ist viel bedeutsamer, dass Menschen mit Demenz sich möglicherweise gar nicht mehr in den aktuellen Wochentagen zurecht finden, die eigene Ehefrau nicht mehr als solche zuordnen können oder eine Teetasse nicht mehr als Trinkgefäß erkennen. Vergessen hat hier eine ganz andere Dimension.</p>
<h2>Verstehen:</h2>
<p>Umso wichtiger ist es, sich auf unser „Wie“- Gedächtnis einzuschwingen. Im sogenannten prozeduralen Gedächtnis werden unsere alltäglichen Handlungsabläufe gespeichert. Das Wissen darum, wie etwas getan wird, das Erhalten dieser Fähigkeiten ist für Menschen mit Demenz bedeutsam. Dabei ist es hilfreich, sowohl ständig wechselnde Tagesabläufe als auch monotone Abläufe weitestgehend zu vermeiden. Sie können bei Menschen mit Demenz zu Apathie, Verwirrtheit und Angst führen. Monotone Abläufe sind in Folge dann ursächlich für die Einschränkungen unserer Hirnfunktionen.</p>
<p>Sich individuell auf die Lebensweltorientierung von Menschen mit Demenz einzuschwingen, in der Tagesstruktur Aktion und Pausen zu verbinden und dabei regionale Ereignisse im Jahresverlauf wie bspw. Karneval aufzugreifen, das schafft Sicherheit und sorgt für den Erhalt von Fähigkeiten des „Wie“.</p>
<p>Je weiter die Demenzerkrankung fortschreitet, umso mehr gewinnt die Lebensweltorientierung an Bedeutung &#8211; in einem kleinen Radius und mit starkem Fokus auf Dinge und das Erleben in unmittelbarer Reichweite.</p>
<h2>Handeln:</h2>
<p>Zu einer gelingenden Lebenswertorientierung in der Begleitung von Menschen mit Demenz im Winter zählt für mich in der Begegnung z.B.:</p>
<p>An Tee-Kräutern riechen. Klare Winterluft einatmen. Ein Vogelhäuschen beobachten und die Vögel dort füttern. Gute Schokolade essen. Dabei sein dürfen, wenn der Nachbar den Gehweg vom Schnee befreit. Sich über das Zuschauen daran erinnern (dürfen), wie diese Tätigkeit ausgeführt wird (also das prozedurale Gedächtnis aktiv werden lassen). Mit bloßen Händen in den Schnee langen.</p>
<figure id="attachment_40956" aria-describedby="caption-attachment-40956" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Julian-Jakob-Strauss-Unsplash.com_.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-40956 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Julian-Jakob-Strauss-Unsplash.com_-1024x683.jpg" alt="Die kleinen Dinge im Leben können in der Arbeit mitWidmen Sie sich im Umgang mit Menschen mit Dement den ganz normalen Dingen des Lebens und beobachten Sie einfach mal wieder die Vögel in der Natur. Bildquelle: © Julian Jakob Strauss / Unsplash.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Julian-Jakob-Strauss-Unsplash.com_-1024x683.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Julian-Jakob-Strauss-Unsplash.com_-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Julian-Jakob-Strauss-Unsplash.com_-768x512.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Julian-Jakob-Strauss-Unsplash.com_-696x464.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Julian-Jakob-Strauss-Unsplash.com_-1068x712.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Julian-Jakob-Strauss-Unsplash.com_-630x420.jpg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Julian-Jakob-Strauss-Unsplash.com_.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Julian-Jakob-Strauss-Unsplash.com_-1320x880.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/02/Lebensweltorientierung-Julian-Jakob-Strauss-Unsplash.com_-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-40956" class="wp-caption-text">Die kleinen Dinge im Leben können in der Arbeit mitWidmen Sie sich im Umgang mit Menschen mit Dement den ganz normalen Dingen des Lebens und beobachten Sie einfach mal wieder die Vögel in der Natur. Bildquelle: © Julian Jakob Strauss / Unsplash.com</figcaption></figure>
<p>Wann haben Sie eigentlich das letzte Mal einen Schneemann gebaut oder Schneeflocken mit der Zunge gefangen? Ob mit oder ohne Demenz: Ich finde diese Fragen unserer Lebens- und Erlebenswelt viel spannender und viel bedeutsamer als die Frage nach unserer kognitiven Leistung im Winter.</p>
<p>Sie haben Fragen und möchten Rückmeldung geben? Schreiben Sie mir. Ich freue mich auf Ihre Zeilen. Sie möchten mehr erfahren? Das können Sie bspw. in meinen Seminaren. Besuchen Sie mich auf meiner Website.</p>
<p>Herzlichst, Ihre</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-18141" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg" alt="" width="300" height="88" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-768x226.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1024x302.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-696x205.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1068x315.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1425x420.jpg 1425w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1320x389.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-600x177.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Demenz-Fibel: Der „Expertenstandard zur Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“ &#8211; Impulse zum Jahresauftakt 2019</title>
		<link>https://www.59plus.de/demenz-fibel-der-expertenstandard-zur-beziehungsgestaltung-in-der-pflege-von-menschen-mit-demenz-impulse-zum-jahresauftakt-2019/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Plechinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 04 Jan 2019 03:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz-Fibel]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Blickwinkel]]></category>
		<category><![CDATA[Expertenstandard]]></category>
		<category><![CDATA[Impulse]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Pflege]]></category>
		<category><![CDATA[Simone Plechinger]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Wird`s besser, wird`s schlimmer fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich“. Das schrieb einst Erich Kästner und sein Zitat zählt zu meinen Lieblingssprüchen, die ich gerne rund um Silvester an Familie, Freunde, Bekannte versende. Sie kennen das sicher: Zum Jahreswechsel finden sich in allen Zeitungen Artikel unter der Überschrift „Das ändert sich [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Wird`s besser, wird`s schlimmer fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich“. Das schrieb einst Erich Kästner und sein Zitat zählt zu meinen Lieblingssprüchen, die ich gerne rund um Silvester an Familie, Freunde, Bekannte versende. Sie kennen das sicher: Zum Jahreswechsel finden sich in allen Zeitungen Artikel unter der Überschrift „Das ändert sich zum 1. Januar!“ oder „Was Sie jetzt zum Jahreswechsel beachten müssen!“</strong></p>
<p>Ein Anlass auch für mich und das Team von 59plus einmal auf eine Neuerung 2019 im Bereich der Pflege von Menschen mit Demenz zu schauen. Eine Neuerung mit einem fulminanten Titel: „Expertenstandard zur Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz“. Wow. Was soll das sein? Unverändert schauen Sie auf die täglichen Herausforderungen in der Begleitung von Menschen mit Demenz. Diese ändern sich nicht durch einen Datumswechsel auf 2019 und sicher auch nicht dadurch, dass die Begleitung von demenziell veränderten Menschen nun einen neuen Titel oder eine andere Überschrift bekommt. Oder doch?</p>
<h2>Meine Impulse für das Jahr 2019</h2>
<p>Unverändert möchte ich Sie auch im neuen Jahr über die vertrauten Bausteine unserer <a href="https://www.59plus.de/ratgeber/leben-mit-demenz/">Demenzfibel</a> „Erspüren &#8211; Verstehen &#8211; Handeln“ wieder zum Nachdenken und Weiterdenken einladen. Bevor Sie weiterlesen, haben Sie die Wahl: Sie können gleich drauf loswettern. Über den Pflegenotstand im Allgemeinen und im Besonderen (der Pflegenotstand ist eine Tatsache!). Schimpfen auf alle Einsparungen und Einschränkungen oder einen Schritt zurücktreten und alles neu einmal in der Rolle als neutraler Beobachter ansehen. Welche Idee steckt hinter dem Expertenstandard zur Beziehungsgestaltung für Menschen mit Demenz? Welche Konsequenzen und Folgen bringt der für alle Einrichtungen und Pflegedienste verbindliche Standard mit sich, die Verträge mit den Pflegekassen geschlossen haben? Liegt ein Chance darin? Welche Chance liegt daran, dass Sie als Einzelperson genau hinsehen und hinterfragen?</p>
<p>Auch im Jahr 2019 hat sich an meiner Haltung gegenüber Menschen mit Demenz nichts geändert. Ich bleibe eine unverbesserliche Idealistin &#8211; verwurzelt in dem festen Glauben daran, dass der Perspektiv-Wechsel die Welt immer wieder aus dem Blickwinkel der Menschen mit Demenz zu sehen, zu einer Kommunikation auf Augenhöhe führt. Einer Kommunikation, die in der Lage ist, gesellschaftliche Veränderungen zu tragen und das funktionale Verständnis von Pflege zu verändern. Ich lade Sie ein, den Perspektiv-Wechsel zu wagen und warne Sie: Er hat mit Selbstverantwortung zu tun.</p>
<figure id="attachment_39866" aria-describedby="caption-attachment-39866" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/01/Expertenstandard-Nordwood-Themes-Unsplash.com_.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-39866 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/01/Expertenstandard-Nordwood-Themes-Unsplash.com_-1024x683.jpg" alt="Ein neues Jahr geht oft auch einher mit gesetzlichen Veränderungen - in diesem Fall betrifft es den Expertenstandard im Bereich der Pflege. Bildquelle: © Nordwood Themes / Unsplash.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/01/Expertenstandard-Nordwood-Themes-Unsplash.com_-1024x683.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/01/Expertenstandard-Nordwood-Themes-Unsplash.com_-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/01/Expertenstandard-Nordwood-Themes-Unsplash.com_-768x512.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/01/Expertenstandard-Nordwood-Themes-Unsplash.com_-696x464.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/01/Expertenstandard-Nordwood-Themes-Unsplash.com_-1068x712.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/01/Expertenstandard-Nordwood-Themes-Unsplash.com_-630x420.jpg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/01/Expertenstandard-Nordwood-Themes-Unsplash.com_.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/01/Expertenstandard-Nordwood-Themes-Unsplash.com_-1320x880.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2019/01/Expertenstandard-Nordwood-Themes-Unsplash.com_-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-39866" class="wp-caption-text">Ein neues Jahr geht oft auch einher mit gesetzlichen Veränderungen &#8211; in diesem Fall betrifft es den Expertenstandard im Bereich der Pflege. Bildquelle: © Nordwood Themes / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Erspüren:</h2>
<p>Kennen Sie das gute Gefühl, wenn Sie nach einem stressigen Tag, der völlig anders verlief, als Sie ihn geplant haben? Mit ihrem dünnen Nervenkostüm in einem Café sitzen und herein kommt Ihre gute Freundin, der Partner, bzw. schlicht, aber ergreifend die Person, bei der für Sie die Sonne aufgeht? Mit der herzlichen Umarmung, dem vertrauten Duft, dem Wahrnehmen Ihres Gegenübers, dass Sie einen schlechten Tag hatten, fühlt sich alles plötzlich nur noch halb so dramatisch an. Mehr noch, es darf vergessen sein. Das ist eine Fähigkeit, der Menschen mit Demenz immer nachgehen und nachgeben und von der wir uns eine große Scheibe abschneiden können. Ist die Atmosphäre, das Miteinander gut und stimmig, dann ist gleichsam die gesamte Situation gut. Egal, was vorher war. Während wir mit unseren vermeintlich kognitiven Vollfunktionen umgekehrt oft generalisiert auf die Airline, das blöde Personal, das schlechte Wetter am Urlaubsort schimpfen, weil der Flug verspätet war.</p>
<p>Für die Begegnungen mit Menschen mit Demenz bedeutet das: Je mehr aufrichtiges Einfühlen in eine Person mit Demenz, je mehr echte Bindung, umso weniger klebe ich an funktionalen Versorgungsstrukturen, umso besser wird die Pflege.</p>
<p>Bisher folgt unsere Haltung Menschen mit Demenz gegenüber dem System (das sind dann die Situationen, die wir als „herausfordernd“ bezeichnen. Menschen mit Demenz verhalten sich anders, als unsere Systeme es „verlangen“). Es wird Zeit, dass unsere Haltung Menschen mit Demenz gegenüber das System verändert. Und das kann gelingen, wenn wir alle in die Verantwortung gehen.</p>
<figure id="attachment_7055" aria-describedby="caption-attachment-7055" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/05/Pflege-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-7055" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/05/Pflege-2-300x200.jpg" alt="Je mehr &quot;echte&quot; Bindung, desto wertvoller die Pflege. Bildquelle: shutterstock.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/05/Pflege-2-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/05/Pflege-2-768x512.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/05/Pflege-2-696x464.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/05/Pflege-2-630x420.jpg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/05/Pflege-2-600x400.jpg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/05/Pflege-2.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-7055" class="wp-caption-text">Je mehr &#8220;echte&#8221; Bindung, desto wertvoller die Pflege. Bildquelle: shutterstock.com</figcaption></figure>
<h2>Verstehen:</h2>
<p>Expertenstandards sind Rahmenrichtlinien aus und von der Pflege für die Pflege, die vom Deutschen Netzwerk für Qualitätssicherung in der Pflege herausgegeben werden. Diese Standards sind nicht unmittelbar handlungsweisend. Sie deklarieren aus Sicht der Pflege, welche Maßnahmen im Rahmen einer Verfahrensanleitung als sinnvoll erachtet werden. Die Absicht eines Standards ist, ein gemeinsames Leistungsniveau in der Pflege festzulegen. Zu den bekanntesten „Verfahrenskatalogen“ zählen bisher Themen wie „Essen und Trinken“ oder „Sturzprävention“. Wir Deutschen scheinen in allem nach Struktur zu streben, nach allem, was Sicherheit vermittelt durch Richtlinien jedweder und aller Art.</p>
<p>Wir haben uns über Jahrzehnte hinweg ein Konstrukt in der Pflege erschaffen, das funktionale Verhaltensweisen und Verfahrensanweisungen auf einen Sockel hebt. Und in dieses Konstrukt passen Menschen mit Demenz nur schwer hinein. Der neue Standard zur Beziehungsgestaltung nimmt jeden Einzelnen von uns in die unmittelbare Verantwortung. Beziehungsgestaltung in der Pflege und Begleitung darf und soll nicht länger als ein „Schmiermittel für funktionale Ziele“ angesehen werden („Ich baue eine Beziehung auf, damit Herr Müller ordentlich isst“).</p>
<h2>Handeln:</h2>
<p>Der Expertenstandard zur Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz konzentriert sich auf das Verstehen im Erleben von Menschen mit Demenz. Und nicht (länger) auf Verfahrensanleitungen. Beziehung bindet Angst und schafft Vertrauen. Die Frage, mit welcher Haltung wir einen Beitrag dazu leisten, dass Menschen auch mit weit fortgeschrittener Demenz ihr Minimum an individuell erlebter Orientierung aufrecht erhalten können, wird die zentrale Frage sein. Und sie kommt lange vor allen Fragen nach Maßnahmen, Angeboten, Kosten und der angemessenen Personaleinsatzplanung.</p>
<p>Gute Pflege und Begleitung entsteht aus Kontakt. Und aus dem Erarbeiten von Möglichkeitsspielräumen für gute und für weniger gute Tage. Der Erhalt und die Unterstützung der Lebensqualität in der Begleitung von Menschen mit Demenz hängt von der Teamdynamik ab und ist immer ein Teamresultat.</p>
<figure id="attachment_29481" aria-describedby="caption-attachment-29481" style="width: 683px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Simone-Plechinger-Probe-.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-29481 size-full" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Simone-Plechinger-Probe-.jpg" alt="Simone Plechinger ist Musiktherapeutin mit Leib und Seele und brennt für eine veränderte Sicht im Umgang mit Menschen mit Demenz. Bildquelle: © Heike Rössing" width="683" height="854" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Simone-Plechinger-Probe-.jpg 683w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Simone-Plechinger-Probe--240x300.jpg 240w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Simone-Plechinger-Probe--336x420.jpg 336w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Simone-Plechinger-Probe--300x375.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Simone-Plechinger-Probe--600x750.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /></a><figcaption id="caption-attachment-29481" class="wp-caption-text">Simone Plechinger ist Musiktherapeutin mit Leib und Seele und brennt für eine veränderte Sicht im Umgang mit Menschen mit Demenz. Bildquelle: © Heike Rössing</figcaption></figure>
<h2>Ändern wir doch einfach mal den Blickwinkel</h2>
<p>In meinen Seminaren nehme ich seit Jahren das gesamte Team plus die Angehörigen von Menschen mit Demenz mit an Bord. Unter einen Hut. Und in die Verantwortung. Begrifflichkeiten wie „Expertenstandard Pflege“ hin oder her. Langweilige und langwierige Erklärungen, Geschriebenes, Richtlinien und Zahlen bringen uns auf Dauer nicht weiter. Ich freue mich auch in 2019 darauf, in meinen Vorträgen und Seminaren Ihr Team, Ihr Krankenhaus, Sie als Angehörige in der lebendigen Umsetzung der aufrichtigen Kommunikation auf Augenhöhe mit Menschen mit Demenz zu unterstützen. Melden Sie sich via <a href="http://www.simoneplechinger.de">www.simoneplechinger.de</a> oder gern auch telefonisch über mein Büro 02772/5089745.</p>
<p>„Wird`s besser, wird`s schlimmer fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich.“</p>
<p>Ob eine Rahmenrichtlinie wie der Expertenstandard zur Beziehungsgestaltung in der Pflege von Menschen mit Demenz wirkliche Veränderung in das von uns geschaffene starre Pflegesystem bringt? Das werden wir vielleicht erst in zehn oder fünfzehn Jahren wissen. Ob das unsere Ausrede sein darf, an der Ausrede unseres Gehirns, dass sich ja sowieso nichts ändere, festzuhalten, dürfen Sie selbst entscheiden.</p>
<p>Zuversicht, Energie Mut und Vertrauen. Das wünsche ich Ihnen in diesen ersten Tagen des noch jungen Jahres. Aber auch für alle folgenden in 2019 mit allen Herausforderungen und Facetten.</p>
<p>„Begrüße das neue Jahr vertrauensvoll und ohne Vorurteile. Dann hast Du es schon halb zum Freund gewonnen“. (Novalis).</p>
<p>Sie haben Fragen und möchten Rückmeldung geben? Schreiben Sie mir. Ich freue mich auf Ihre Zeilen.</p>
<p>Herzlichst, Ihre</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-18141" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg" alt="" width="300" height="88" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-768x226.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1024x302.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-696x205.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1068x315.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1425x420.jpg 1425w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1320x389.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-600x177.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Demenz-Fibel: Demenz &#8211; was ist das?</title>
		<link>https://www.59plus.de/demenz-fibel-demenz-was-ist-das/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Plechinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Dec 2018 03:00:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz-Fibel]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Alzheimer]]></category>
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		<category><![CDATA[Simone Plechinger]]></category>
		<category><![CDATA[Vergesslichkeit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Ein denkwürdiger Tag sollte es werden, der 11. Dezember 2013, an dem das Thema Demenz Einzug hielt in den höchsten Ebenen der Politik. Beim G8 Gipfel in London sollte sie, „DIE Demenz“, zur Chefsache erklärt werden und damit schließlich und endlich Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in Diagnostik, Therapie und dem täglichen Leben unterstützen. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.59plus.de/demenz-fibel-demenz-was-ist-das/">Demenz-Fibel: Demenz &#8211; was ist das?</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.59plus.de">59plus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ein denkwürdiger Tag sollte es werden, der 11. Dezember 2013, an dem das Thema Demenz Einzug hielt in den höchsten Ebenen der Politik. Beim G8 Gipfel in London sollte sie, „DIE Demenz“, zur Chefsache erklärt werden und damit schließlich und endlich Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen in Diagnostik, Therapie und dem täglichen Leben unterstützen.</strong></p>
<p>Doch spätestens mit dem Satz des damaligen britischen Premierministers David Cameron, Demenz sei „die Pest-Erkrankung des 21. Jahrhunderts“, ging der sprichwörtliche Schuss nach hinten los. Um Häuser, in denen die Pest zu finden ist, hat man schon im Mittelalter einen großen Bogen gemacht.</p>
<p>Nichtsdestotrotz: Mit martialischen Ausdrucksweisen ist Herr Cameron nicht alleine. Und mit dem Schüren von Angst noch weniger. Bange machen ist in Deutschland ein probates Stilmittel, das in vielerlei Hinsicht funktioniert. Haben Sie schon einmal einen Kongress zum Thema Demenz besucht? Ich selbst war über ein Jahrzehnt Teil der „Community“. Von der gängigen Selbstbeweihräucherung und den seit Jahren unverändert gleichbleibenden Themen einmal abgesehen, dringen einzig und allein Zahlen und Phrasen ins Außen, die gezielt gestreut und von der Außenwelt völlig unreflektiert weiter verbreitet werden (ja, lange Zeit auch von mir, ich fasse mich gern an die eigene Nase): Derzeit leben in Deutschland ca. 1,7 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung heißt es, Tendenz steigend. „Alle 100 Sekunden erkrankt in Deutschland ein Mensch an Demenz“, sagt Monika Kaus, die Vorsitzende der Deutschen Alzheimergesellschaft. Das bedeutet in Folge, auch im Jahr 2018 haben 300.000 Frauen und Männer eine Demenz-Diagnose erhalten.</p>
<figure id="attachment_3616" aria-describedby="caption-attachment-3616" style="width: 500px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/02/Verdacht-demenz.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-3616 size-full" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/02/Verdacht-demenz.jpg" alt="Das Buch &quot;Verdacht Demenz&quot; von Cornelia Stolze. Quelle: Herder Verlag" width="500" height="814" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/02/Verdacht-demenz.jpg 500w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/02/Verdacht-demenz-184x300.jpg 184w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/02/Verdacht-demenz-258x420.jpg 258w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/02/Verdacht-demenz-300x488.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /></a><figcaption id="caption-attachment-3616" class="wp-caption-text">Das Buch &#8220;Verdacht Demenz&#8221; von Cornelia Stolze. Quelle: Herder Verlag</figcaption></figure>
<h2>Verdacht Demenz</h2>
<p>Stimmt das? Sind die Diagnosen zutreffend? Gibt es wirklich so viele verschiedene Demenzformen, wie uns glauben gemacht wird? Die Medizinjournalistin Cornelia Stolze hat für ihr Buch <a href="https://www.59plus.de/praktischer-ratgeber-verdacht-demenz/">„Verdacht Demenz“</a> ausgiebig recherchiert und kommt zu dem Schluss, dass die Diagnose Demenz in bis zu drei Viertel aller Fälle vorzeitig und falsch gestellt wird.</p>
<p>Außer Frage steht: Wortfindungsstörungen, Orientierungsstörungen, massive Beeinträchtigungen unserer alltäglichen Fähigkeiten, Störungen in der Motorik machen uns in unserer verkopften Gesellschaft Angst und können auf unterschiedlichste Probleme körperlicher und seelischer Natur hinweisen.</p>
<p>Ich möchte Sie über die vertrauten Bausteine unserer <a href="https://www.59plus.de/die-demenzfibel/">Demenz-Fibel</a> „Erspüren &#8211; Verstehen &#8211; Handeln“ auch in diesem Kapitel zum Nachdenken und zum Neudenken einladen. Demenz &#8211; was ist das eigentlich?</p>
<h2>Erspüren:</h2>
<p>Klicken Sie sich mal durchs Netz und beobachten Sie, wie gerade beim Thema Demenz Sprache unsere Wirklichkeit erschafft: da ist selbst auf hochprofessionellen Pflegeseiten von DER Demenz als „heimtückischer“ Erkrankung die Rede, vom „Abschied vom ICH“, vom „Verlust der eigenen Persönlichkeit“. Das Wort Demenz ist lateinischen Ursprungs: „de-mens“ und meint „ohne Verstand, ohne Besonnenheit seiend“.</p>
<p>Im Frühjahr 1998 wurde ich selbst Opfer eines Raubüberfalls. Nach dem üblichen Prozedere bei der Polizei und einem kurzen Check-Up beim Arzt fand ich mich tags darauf mitten in der Stadt wieder und zwar völlig ahnungslos, wie ich dorthin gekommen war, was ich dort wollte, geschweige denn, wo ich mein Auto geparkt hatte &#8211; falls ich überhaupt eins besaß.</p>
<p>Ist doch logisch werden Sie jetzt vielleicht sagen: „typisch“ für eine posttraumatische Belastungsstörung, das geht ja wieder weg, aber das ist doch keine Demenz! Für eine Demenz müssen laut der offiziellen Definition die Symptome wie Störung von Gedächtnis, Orientierung, Sprache, Sprechen, Auffassung, Rechnen, Lernfähigkeit, eingeschränktem Urteilsvermögen in Folge einer chronischen und fortschreitenden Erkrankung des Gehirns mindestens seit 6 Monaten bestehen. Ja, was ist Demenz denn dann? Die Symptome sind die Gleichen. Und das Entsetzen im Erleben auch.</p>
<figure id="attachment_38933" aria-describedby="caption-attachment-38933" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Diego-Duarte-Cereceda-Unsplash.com_.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-38933 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Diego-Duarte-Cereceda-Unsplash.com_-768x1024.jpg" alt="Nicht jede Art von einsetzender Vergesslichkeit bedeutet auch gleich eine Demenz. Aufklärung und Offenheit sind dringend notwendig, um endlich für einen angemessenen Umgang mit der Krankheit zu sorgen. Bildquelle: © Diego Duarte Cereceda / Unsplash.com" width="696" height="928" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Diego-Duarte-Cereceda-Unsplash.com_-768x1024.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Diego-Duarte-Cereceda-Unsplash.com_-225x300.jpg 225w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Diego-Duarte-Cereceda-Unsplash.com_-696x928.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Diego-Duarte-Cereceda-Unsplash.com_-1068x1424.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Diego-Duarte-Cereceda-Unsplash.com_-315x420.jpg 315w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Diego-Duarte-Cereceda-Unsplash.com_-1320x1760.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Diego-Duarte-Cereceda-Unsplash.com_-300x400.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Diego-Duarte-Cereceda-Unsplash.com_-600x800.jpg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Diego-Duarte-Cereceda-Unsplash.com_.jpg 1440w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-38933" class="wp-caption-text">Nicht jede Art von einsetzender Vergesslichkeit bedeutet auch gleich eine Demenz. Aufklärung und Offenheit sind dringend notwendig, um endlich für einen angemessenen Umgang mit der Krankheit zu sorgen. Bildquelle: © Diego Duarte Cereceda / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Verstehen:</h2>
<p>Anders als Grippe, Masern oder Bauchspeicheldrüsenkrebs ist Demenz KEINE eigenständige Krankheit. Sie beschreibt vielmehr einen Zustand, der durch unterschiedlichste Ursachen entstehen kann. Es gibt also kein einheitliches Krankheitsbild. <a href="http://www.corneliastolze.de">Cornelia Stolze</a> beschreibt detailliert, dass und warum sich selbst Alzheimer, gern als bekannteste Form der Demenz proklamiert, bis heute mit modernsten Techniken nicht diagnostizieren lässt. Demenzdiagnosen sind daher immer Ausschlussdiagnosen, soll heißen, wenn sich laut Arzt keine Ursache für Verwirrtheit, Vergesslichkeit oder Desorientiertheit finden lässt, dann ist es Alzheimer. Die Ablagerung von Amyloid-Plaques im Gehirn galten lange Zeit als das Merkmal der Alzheimererkrankung.</p>
<p>Untersuchungen an Verstorbenen aber zeigen: diese Ablagerungen finden sich auch in ähnlich großem Ausmaß in Gehirnen von Menschen, die nachweislich geistig fit waren. In der Öffentlichkeit entsteht ein verzerrtes Bild, weil andere belegbare Auslöser für kognitive Störungen in den Hintergrund treten: Schlaganfälle, mehrfache kleine Hirninfarkte, Alkohol-Folgeerkrankungen, Nebenwirkungen von Medikamenten, Hirnschäden durch Operationen, Altershirndruck, Gehirnerschütterungen, Hormonmangel, Autoimmunerkrankungen etc. Skepsis bei der Diagnosestellung ist also angebracht: bei den vermeintlich typischen Demenzsymptomen handelt es sich häufig um eine Verkettung mehrerer Ursachen, die nicht leicht aufzudecken, deren Aufdeckung für die <a href="https://www.59plus.de/demenz-fibel-trinken/">richtige therapeutische Begleitung</a> aber maßgeblich ist!</p>
<h2>Handeln:</h2>
<p>Fragen Sie und hinterfragen Sie jede vermeintliche Binsenweisheit zum Thema Demenz immer wieder neu. Seien Sie ehrlich zu sich selbst und im Kontakt mit Ihren Angehörigen, was die Einnahme von Tabletten aller Art und das Trinken von Alkohol angeht, wenn es um eine Diagnose geht. Wer hat den Nutzen von einer Demenz-Diagnose? Wer hat einen Nutzen daran, Angehörige in der leidenden Opferrolle zu sehen und zu halten? Auch hier braucht es Ihre Verantwortung für sich selbst und die schonungslose Ehrlichkeit sich selbst gegenüber.</p>
<p>Der Demenz-Markt ist groß, und er boomt. Schauen Sie genau hin und holen Sie sich Informationen von mehreren Beratungsstellen: Pflegestützpunkte, Demenzberatungsstellen, Verbraucherzentralen, <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/">Bundesministerium für Gesundheit</a>. So kommen Sie besser durch den Dschungel der verwirrenden Informationen zum Thema Demenz. Sie können erkennen, welche wirtschaftlichen Interessen hinter welcher Aussage stecken. Und Sie bekommen ein besseres Gefühl dafür, welche Informationen für Sie individuell nützlich und wichtig sind.</p>
<figure id="attachment_38939" aria-describedby="caption-attachment-38939" style="width: 674px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Nikita-Kachanovsky-Unsplash.com_.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-38939 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Nikita-Kachanovsky-Unsplash.com_-674x1024.jpg" alt="Treten Sie heraus aus den klassischen Denkstrukturen und beginnen Sie zu hinterfragen. Bildquelle: © Nikita Kachanovsky / Unsplash.com" width="674" height="1024" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Nikita-Kachanovsky-Unsplash.com_-674x1024.jpg 674w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Nikita-Kachanovsky-Unsplash.com_-198x300.jpg 198w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Nikita-Kachanovsky-Unsplash.com_-768x1167.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Nikita-Kachanovsky-Unsplash.com_-696x1057.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Nikita-Kachanovsky-Unsplash.com_-1068x1622.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Nikita-Kachanovsky-Unsplash.com_-277x420.jpg 277w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Nikita-Kachanovsky-Unsplash.com_-300x456.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Nikita-Kachanovsky-Unsplash.com_-600x911.jpg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/Alzheimer-Nikita-Kachanovsky-Unsplash.com_.jpg 1264w" sizes="auto, (max-width: 674px) 100vw, 674px" /></a><figcaption id="caption-attachment-38939" class="wp-caption-text">Treten Sie heraus aus den klassischen Denkstrukturen und beginnen Sie zu hinterfragen. Bildquelle: © Nikita Kachanovsky / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Mein Wunsch</h2>
<p>Wir sind scheinbar so erpicht darauf, für alles Diagnosen, Erklärungen und Etikettierungen zu bekommen. Wir vergessen jedoch dabei uns eine viel wichtigere Frage zu stellen: Wie wollen wir miteinander leben? Wie gehen wir mit Menschen um, die in den für uns scheinbar so wichtigen kognitiven Funktionen ihres Gehirns beeinträchtig sind? Was können wir von Menschen mit einer Demenzsymptomatik lernen? Ich möchte in meinen Rollen als ehemalige Angehörige einer Betroffenen (die Demenz-Symptomatik ergab sich aus mehreren kleinen Hirninfarkten und den Folgen einer verengten Halsschlagader) und als Therapeutin die täglichen Herausforderungen in den Begegnungen mit Menschen mit demenziellen Veränderungen nicht geschmälert sehen. Fragen und hinterfragen Sie. Auch diesen Text mit meiner ganz persönlichen Sicht auf die Dinge. Bleiben Sie wachsam und achtsam mit sich selbst. Denn vor jedes Handeln haben die Götter das Verstehen gesetzt.</p>
<p>Sie haben Fragen und möchten Rückmeldung geben? Schreiben Sie mir. Ich freue mich auf Ihre Zeilen.</p>
<p>Herzlichst, Ihre</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-18141" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg" alt="" width="300" height="88" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-768x226.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1024x302.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-696x205.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1068x315.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1425x420.jpg 1425w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1320x389.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-600x177.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Demenz-Fibel: Demenz und Trauer</title>
		<link>https://www.59plus.de/demenz-fibel-demenz-und-trauer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Plechinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Nov 2018 03:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz-Fibel]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz und Trauer]]></category>
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		<category><![CDATA[Rituale]]></category>
		<category><![CDATA[Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eben noch haben wir ihn gefeiert, den goldenen Oktober, mit seinen vielen Sonnenstrahlen und zack &#8211; schon ist er da, der vorletzte Monat des Jahres, der November, den wir gerne als „grau und trist“ beschreiben &#8211; und vielleicht zu unrecht in diese Schublade stecken. Klar ist, der November ist für viele ein Übergangsmonat, hin zum [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.59plus.de/demenz-fibel-demenz-und-trauer/">Demenz-Fibel: Demenz und Trauer</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.59plus.de">59plus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eben noch haben wir ihn gefeiert, den goldenen Oktober, mit seinen vielen Sonnenstrahlen und zack &#8211; schon ist er da, der vorletzte Monat des Jahres, der November, den wir gerne als „grau und trist“ beschreiben &#8211; und vielleicht zu unrecht in diese Schublade stecken. Klar ist, der November ist für viele ein Übergangsmonat, hin zum erwartungsvollen, geheimnisvollen Advent im Dezember, eine Hinwendung zum Winter mit den kürzer werdenden Tagen, den Wetterwechseln, ein erster Moment des Innehaltens nach einem intensiven Sommer, eine Hinwendung ins Innere.</strong></p>
<p>Im Kirchenjahr ist der November die Zeit, in der wir mit Allerheiligen und Allerseelen, dem Volkstrauertag und dem Ewigkeitssonntag an zwei Tagen der Verstorbenen gedenken. Eine gute, eine bedeutungsvolle Gelegenheit, sich im Blog unserer Demenz-Fibel einmal dem Thema „Demenz und Trauer, Trauer und Demenz“ zu widmen. Trauern Menschen mit Demenz anders? Ist es sinnvoll, Menschen mit Demenz mitzuteilen, dass ein geliebter Mensch aus ihrem Umfeld verstorben ist? Überfordern wir Menschen mit Demenz, wenn wir sie an einer Trauerfeier teilnehmen lassen? Unter den bewährten Überschriften unserer Fibel möchte ich Sie an meinen Gedankensplittern teilhaben lassen und zum Nachdenken, zum Innehalten, zum Hinwenden bewegen.</p>
<figure id="attachment_32335" aria-describedby="caption-attachment-32335" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Jeremy-Wong-Unsplash.com_.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-32335 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Jeremy-Wong-Unsplash.com_-1024x683.jpg" alt="Trauer soll und muss auch von Menschen mit Demenz verarbeitet werden. Bildquelle: © Jeremy Wong / Unsplash.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Jeremy-Wong-Unsplash.com_-1024x683.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Jeremy-Wong-Unsplash.com_-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Jeremy-Wong-Unsplash.com_-768x512.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Jeremy-Wong-Unsplash.com_-696x464.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Jeremy-Wong-Unsplash.com_-1068x712.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Jeremy-Wong-Unsplash.com_-630x420.jpg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Jeremy-Wong-Unsplash.com_.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Jeremy-Wong-Unsplash.com_-1320x880.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Jeremy-Wong-Unsplash.com_-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-32335" class="wp-caption-text">Trauer soll und muss auch von Menschen mit Demenz verarbeitet werden. Bildquelle: © Jeremy Wong / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Erspüren:</h2>
<p>Unser aller Grundemotionen wie Freude, Trauer, Ärger, Ekel…führen zu Veränderungen unserer Mimik, der Körperhaltung, unserer Stimme und Stimmung, ja sogar zu den Funktionen der inneren Organe und sie stehen in enger Wechselwirkung mit diesen. Interessanterweise können unsere Grundemotionen von allen Menschen unabhängig von Kultur etc. interpretiert werden. Wie sich Emotionen im Laufe der Evolution zu dem entwickelt haben, was wir heute kennen, ist nach wie vor nicht ganz geklärt. Wahrscheinlich ist, dass bestimmte Wahrnehmungen und Empfindungen zu Veränderungen der Gehirnfunktionen führten.</p>
<p>Wir haben uns in unseren Kulturkreisen angewöhnt, Emotionen in „gut“ oder „schlecht“ einzuteilen und dabei verlernt, dass all unsere Emotionen es gut mit uns meinen. Dass sie uns in unserem (Er)leben wachsen lassen wollen. Häufig tendieren wir dazu, „schlechte“ Gefühle „ungefühlt“ machen zu wollen, sie zu übergehen, unter Verschluss zu halten, sie unsichtbar werden zu lassen. Wir bagatellisieren („ist doch nicht so schlimm, es geht schon“) oder übergehen sie („jetz haste aber genug geweint, jetzt ist es mal wieder gut“). Trauer und Traurigkeit auszuhalten, fällt schwer, besonders bei den Menschen, die wir lieben. Wir möchten sie schützen, beschützen, vor „schlechten“ Emotionen bewahren. Auch das ist menschlich.</p>
<p>Menschen mit Demenz fordern uns heraus, wenn es um Gefühle geht, die wir selbst nicht so gern fühlen wollen. Wir fühlen uns gefordert und häufig durch ihr Verhalten auch überfordert. Das liegt daran, dass Menschen mit Demenz auf das, was sie spüren, unmittelbar reagieren. Mit Verhaltensweisen und Reaktionen, die unserer Evolution entspringen, mit ureigenem Instinkt. Mit Apathie, Aggression oder Umherlaufen. Sich tot stellen, kämpfen oder fliehen.</p>
<p>Nur Sensibilität und Offenheit für die Art des emotionalen Ausdrucks von Menschen mit Demenz führt in den Begegnungen dazu, dass Emotionen sich wandeln können.</p>
<figure id="attachment_32331" aria-describedby="caption-attachment-32331" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Tim-Doerfler-Unsplash.com_.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-32331 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Tim-Doerfler-Unsplash.com_-819x1024.jpg" alt="Der offene Umgang mit Gefühlen ist uns in der heutigen Zeit oft fremd, aber in der Begegnung mit Menschen mit Demenz unsagbar wichtig. Bildquelle: © Tim Doerfler / Unsplash.com" width="696" height="870" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Tim-Doerfler-Unsplash.com_-819x1024.jpg 819w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Tim-Doerfler-Unsplash.com_-240x300.jpg 240w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Tim-Doerfler-Unsplash.com_-768x960.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Tim-Doerfler-Unsplash.com_-696x870.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Tim-Doerfler-Unsplash.com_-1068x1335.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Tim-Doerfler-Unsplash.com_-336x420.jpg 336w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Tim-Doerfler-Unsplash.com_-1320x1650.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Tim-Doerfler-Unsplash.com_-300x375.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Tim-Doerfler-Unsplash.com_-600x750.jpg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Tim-Doerfler-Unsplash.com_.jpg 1536w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-32331" class="wp-caption-text">Der offene Umgang mit Gefühlen ist uns in der heutigen Zeit oft fremd, aber in der Begegnung mit Menschen mit Demenz unsagbar wichtig. Bildquelle: © Tim Doerfler / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Verstehen:</h2>
<p>Menschen mit Demenz, und mag diese noch so weit fortgeschritten sein, sind fähig, bei anderen Menschen, ihrem Gegenüber also, die Grundemotionen wie Trauer, Freude, Ekel, Wut, Überraschung, genauso gut zu erkennen wie gesunde Menschen. Viel mehr noch: Menschen mit Demenz besitzen ob der Abnahme ihrer kognitiven Fähigkeiten ein intensives Gespür für die „Zwischentöne“, weil sie in ihrem Alltag oft stärker als wir in unserer „verkopften Welt“ auf diese zusätzlichen Wahrnehmungskanäle angewiesen sind. Dazu gehören bspw. das Erfassen der Sprachmelodie des Gegenübers, die nonverbale Kommunikation vermittelt durch Körperhaltung, Gestik und Berührung.</p>
<p>Unser Körper lügt nicht, heißt es. Machen wir uns bewusst, dass wir &#8211; nach neuesten Erkenntnissen bezogen auf Deutschland &#8211; weit über 80% ausschließlich nonverbal kommunizieren. Sind wir also geneigt, unsere eigene Traurigkeit vor einer Person mit Demenz überspielen zu wollen &#8211; dann kommt sie sowieso heraus. Übrig bleibt dann ein für Menschen mit und ohne Demenz diffuses Gefühl von Angst ( = der Emotion, die für uns alle am schwierigsten zu erkennen und zu fassen ist). Der Angst, meinem Gegenüber und meiner Wahrnehmung nicht mehr trauen zu können.</p>
<p>Die mögliche Folgen: Apathie, Aggression, Unruhe. Sich totstellen, kämpfen oder fliehen. Menschen mit Demenz sind mit dem Fortschreiten der Erkrankung möglicherweise nicht mehr in Lage, eigene Gefühle zu beschreiben und zu benennen wie wir es gewohnt sind. Emotionen werden gelebt, nicht (mehr) reflektiert. Sie werden unmittelbar ausgedrückt. Sie wählen den direkten Weg über die Körperlichkeit.</p>
<h2>Handeln:</h2>
<p>Bleiben Sie in ihrer Trauer echt. Bleiben Sie bei sich und IHREN Gefühlen. Benennen Sie, was passiert ist und was SIE erleben: „Mama, Tante Inge ist tot. Deine Schwester Inge. Sie ist gestorben. Sie fehlt mir. Ich kann es gar nicht begreifen. So plötzlich.“</p>
<p>Versuchen Sie, Emotionen Ihres Gegenübers nicht nur wahrzunehmen, sondern auch auszuhalten, statt Sie zu übergehen. Mama reagiert wütend? Das ist ihr gutes Recht! Mama reagiert vermeintlich sorglos, weil sie ihre tote Schwester Inge noch nicht gesehen hat, die Trauerfeier noch nicht stattgefunden hat, die Tragweite der gehörten Worte nicht erfasst? Das ist ihr gutes Recht! Und bedeutet nicht, dass es im nächsten Moment nicht anders sein kann.</p>
<p>Bleiben Sie also wachsam und sorgen Sie für eine Atmosphäre, in der Emotionen Raum haben, Platz nehmen können. Eine Atmosphäre, in der Sie signalisieren, dass Sie ihr Gegenüber mit der Demenzerkrankung Ernst nehmen. Dadurch vermitteln Sie Sicherheit und schaffen eine Basis, aus der Geborgenheit erwachsen kann. Eine Hilfe kann dabei das gemeinsame Gestalten von Ritualen sein.</p>
<figure id="attachment_32332" aria-describedby="caption-attachment-32332" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Esther-Wiegardt-Unsplash.com_.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-32332 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Esther-Wiegardt-Unsplash.com_-1024x681.jpg" alt="Schaffen Sie die passende Umgebung und die richtige Atmosphäre und geben Sie vor allem den Emotionen ihren nötigen Raum. Bildquelle: © Esther Wiegardt / Unsplash.com" width="696" height="463" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Esther-Wiegardt-Unsplash.com_-1024x681.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Esther-Wiegardt-Unsplash.com_-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Esther-Wiegardt-Unsplash.com_-768x511.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Esther-Wiegardt-Unsplash.com_-696x463.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Esther-Wiegardt-Unsplash.com_-1068x710.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Esther-Wiegardt-Unsplash.com_-631x420.jpg 631w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Esther-Wiegardt-Unsplash.com_.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Esther-Wiegardt-Unsplash.com_-1320x878.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/11/Trauer-Esther-Wiegardt-Unsplash.com_-600x399.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-32332" class="wp-caption-text">Schaffen Sie die passende Umgebung und die richtige Atmosphäre und geben Sie vor allem den Emotionen ihren nötigen Raum. Bildquelle: © Esther Wiegardt / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Trauer: Rituale geben Halt</h2>
<p>Die <a href="http://www.christinabrudereck.de">Schriftstellerin Christina Brudereck</a> schreibt dazu in einem Artikel in der ZEIT:</p>
<p>„Rituale geben Halt. Einen Rahmen. Wenn Gefühle uns überwältigen wollen, wissen sie von einer anderen Macht. Ermöglichen und begleiten den Übergang. Sie schaffen Zugehörigkeit. Wir vergewissern uns unserer Werte.“</p>
<p>In Ritualen haben alle Emotionen in all ihren Facetten Platz. Sie ermöglichen Menschen mit Demenz Selbstbestimmung und Würde im Umgang mit ihren Emotionen. Rituale, das können Berührungen, Gebete, Segen, Lieder, etc. sein. In Liedern sind unsere ureigenen menschlichen Lebensthemen abgespeichert. Lieder erzählen vom Leben &#8211; von Liebe, Heimweh, Freude, Schmerz, Abschied, Sehnsucht und Trauer. Indem Sie bspw. ein Lied, eine Musik zur Stimmung wählen, geben Sie den Emotionen eine Form und lassen die Affekte für Menschen mit Demenz nicht in der Luft hängen.</p>
<p>Einen wunderbaren Beitrag zum Thema „Demenz und Trauer“, zum kongruenten, echten Handeln, zum Gewährenlassen, zum Verstehen von Verhaltensweisen finden Sie bei der <a href="https://www.facebook.com/MechthildSchroeterRupieperLavia/posts/2178574779021698?__tn__=K-R">Familientrauerbegleiterin Mechthild Schroeter-Rupieper</a> auf Facebook sowie in ihrem Buch „Geschichten, die das Leben erzählt, weil der Tod sie geschrieben hat“ (Patmos Verlag)</p>
<p>Ihren Blick auf die Emotionen von Menschen mit Demenz schärfen können Sie in den Seminaren von Marlis Lamers, mehr unter <a href="http://www.kommunikation-wortlos.de">www.kommunikation-wortlos.de</a>.</p>
<p>Bleiben Sie mutig bei sich und vertrauen Sie Ihrem Instinkt im Umgang mit der Trauer in der Begegnung mit Menschen mit Demenz. Wenn sich etwas nicht stimmig anfühlt, ist es das. Sprechen Sie aus, was Sie fühlen und denken. Damit bereiten Sie den Boden für das Wertvollste, das wir haben: das echte, ehrliche Teilen von Zeit in einer aufrichtigen zwischenmenschlichen Begegnung &#8211; ob mit oder ohne Demenz.</p>
<p>Sie haben Fragen und möchten Rückmeldung geben? Schreiben Sie mir. Ich freue mich auf Ihre Zeilen.</p>
<p>Herzlichst, Ihre</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-18141" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg" alt="" width="300" height="88" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-768x226.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1024x302.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-696x205.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1068x315.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1425x420.jpg 1425w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1320x389.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-600x177.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<item>
		<title>Demenz-Fibel: Musik</title>
		<link>https://www.59plus.de/demenz-fibel-musik/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Plechinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 01 Oct 2018 02:00:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz-Fibel]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[59plus]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Emotionen]]></category>
		<category><![CDATA[Erinnerungen]]></category>
		<category><![CDATA[Gedächtnis]]></category>
		<category><![CDATA[Musik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Sicher erinnern Sie sich an den Eingangstext unsere Demenz-Fibel aus dem vergangenen Monat zum Thema Selbstbestimmung. Dort ging es um zwei Senioren aus einer Pflegeeinrichtung, die sich aufgemacht haben, um ihrer Lieblingsmusik zu lauschen. Hardrock und Heavy-Metal-Mucke auf dem legendären Musikfestival in Wacken. Diese Klänge und mit ihnen verbunden viele Erinnerungen und Emotionen sind für [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Sicher erinnern Sie sich an den Eingangstext unsere <a href="https://www.59plus.de/demenz-fibel-selbstbestimmung/">Demenz-Fibel</a> aus dem vergangenen Monat zum Thema Selbstbestimmung. Dort ging es um zwei Senioren aus einer Pflegeeinrichtung, die sich aufgemacht haben, um ihrer Lieblingsmusik zu lauschen. Hardrock und Heavy-Metal-Mucke auf dem legendären Musikfestival in Wacken. Diese Klänge und mit ihnen verbunden viele Erinnerungen und Emotionen sind für diese beiden Herren augenscheinlich ein ganz starker Antrieb und Motor gewesen.</strong></p>
<p>Musik ist ein starkes Identitätsmerkmal. Ein auf den ersten Blick unscheinbarer Baustein unserer jeden ureigenen Lebensgeschichte, der in vielen herausfordernden Situationen des Lebens wie z.B. im Rahmen einer Krankheitsbewältigung wieder an die Oberfläche gespült wird. So erlebe ich es in meinem Beruf als Musiktherapeutin.</p>
<h2>Musik und Emotionen</h2>
<p>Aus der Begleitung von Menschen mit Demenz ist Musik nicht mehr wegzudenken. Oft als „Schlüssel“ oder „Königsweg“ beschrieben, verliert das Medium meiner Ansicht nach jedoch zusehends seine Zauberkraft. Vor allem weil es häufig für sich allein steht und nur für sich allein betrachtet wird. Es wird außer Acht gelassen, dass Musik nur wirksam werden kann, wenn sie eine Bedeutung bekommt. Musik kann wirksam werden, weil sie Beziehung gestaltet und selbst durch Beziehung und Begegnung gestaltet wird.</p>
<figure id="attachment_29891" aria-describedby="caption-attachment-29891" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Musik-Skylar-Sahakian-Unsplash.com_.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-29891 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Musik-Skylar-Sahakian-Unsplash.com_-1024x683.jpg" alt="Musik kann, wenn sie richtig eingesetzt wird, einen Zugang schaffen. Ist aber nicht automatisch der Schlüssel bei an Demenz erkrankten Menschen. Bildquelle: © Skylar Sahakian / Unsplash.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Musik-Skylar-Sahakian-Unsplash.com_-1024x683.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Musik-Skylar-Sahakian-Unsplash.com_-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Musik-Skylar-Sahakian-Unsplash.com_-768x512.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Musik-Skylar-Sahakian-Unsplash.com_-696x464.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Musik-Skylar-Sahakian-Unsplash.com_-1068x712.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Musik-Skylar-Sahakian-Unsplash.com_-630x420.jpg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Musik-Skylar-Sahakian-Unsplash.com_.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Musik-Skylar-Sahakian-Unsplash.com_-1320x880.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/10/Musik-Skylar-Sahakian-Unsplash.com_-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-29891" class="wp-caption-text">Musik kann, wenn sie richtig eingesetzt wird, einen Zugang schaffen. Ist aber nicht automatisch der Schlüssel bei an Demenz erkrankten Menschen. Bildquelle: © Skylar Sahakian / Unsplash.com</figcaption></figure>
<p>Das bloße Anschalten des Radios, der Lieblings-CD oder das Aneinanderreihen von Songs in einer Singrunde mit Menschen mit Demenz wird weder der Musik und ihren Wirkungsweisen noch &#8211; und das ist wesentlich dramatischer &#8211; den Menschen mit Demenz und dem erlebten Moment voll Atmosphäre gerecht. Verabschieden wir uns vom gängigen Bild, dass Musik und alles, was im weitesten Sinne dazu zählt, nur positiv und „schön“ ist, nur „fröhlich und gesellig“ sein muss. Verabschieden wir uns von der Idee, dass Musik per se Zugangswege zu Menschen mit Demenz schafft. Musik in der Begegnung mit Menschen mit Demenz ist ein Schatz, der ein verantwortungsvolles Gegenüber braucht.</p>
<h2>Erspüren:</h2>
<p>Haben Sie sich schon einmal bewusst Gedanken darüber gemacht, was es alles braucht, um von einem Stuhl aufzustehen und von einem Zimmer in das andere zu gelangen? Welche Fähigkeiten unser <a href="https://www.59plus.de/wie-funktioniert-das-gehirn/">Gehirn</a> an den Tag legt, um immer wieder auszuloten, wo oben, wo unten und wo unsere Körpermitte ist? Sicher nicht. Unser Hirn funktioniert, ohne dass wir uns die Fähigkeiten, die es dazu braucht, bewusst machen müssen. Zum Glück. Haben wir jedoch bspw. die Grippe, merken wir, wie beschwerlich der Weg vom Bett zum Bad sein kann &#8211; und das aus vielerlei Gründen.</p>
<p>Aber was hat dies mit Musik und Demenz zu tun? Eine ganze Menge. Immer wieder kann ich beobachten, dass Menschen mit Demenz aus dem Glauben heraus, dass Musik „gut“ für sie sei, rund um die Uhr mit dem Radio oder mit Lieblingsmusik dauerbeschallt werden. Dieser Zustand führt auf Dauer zu Stress. Das gilt für Menschen mit und ohne Demenz. Gut gemeintes verkehrt sich ins Gegenteil. Dauerbeschallung hat noch einen weiteren dramatischen Effekt: Die Fähigkeit unseres Gehirns zur räumlich-akustischen Wahrnehmung geht verloren. Dauerbeschallung sorgt dafür, dass wir bald nicht mehr wissen, wo oben und unten und unsere Körpermitte ist.</p>
<p>Geht diese Fähigkeit verloren, fällt es uns immer schwerer, von einem Stuhl aufzustehen und uns sicher in einem Raum zu bewegen. Werden wir dauerbeschallt, verliert unser Gehirn die Fähigkeit, seinem Tag- und Nacht-Rhythmus zu folgen bzw. ihn zu erkennen. Und was machen wir: stellen lediglich fest, dass die Demenzerkrankung bei den Menschen, die wir begleiten, wohl weiter fortschreitet. Bleiben Sie wachsam! Viele der oben beschriebenen Situationen, die wir als herausfordernd erleben, sind hausgemacht und nicht zwingend ein Symptom der Erkrankung und viele davon sind es aufgrund von Über- oder Unterforderung mit akustischen Reizen.</p>
<figure id="attachment_1141" aria-describedby="caption-attachment-1141" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/05/Das-Gehirn-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-1141 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/05/Das-Gehirn-2-1024x576.jpg" alt="Das Gehirn spielt eine ganz zentrale Rolle in unseren täglichen Abläufen. Bildquelle: Shutterstock.com" width="696" height="392" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/05/Das-Gehirn-2-1024x576.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/05/Das-Gehirn-2.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/05/Das-Gehirn-2-300x169.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/05/Das-Gehirn-2-768x432.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/05/Das-Gehirn-2-696x392.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/05/Das-Gehirn-2-1068x601.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/05/Das-Gehirn-2-747x420.jpg 747w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/05/Das-Gehirn-2-1320x743.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2016/05/Das-Gehirn-2-600x338.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-1141" class="wp-caption-text">Das Gehirn spielt eine ganz zentrale Rolle in unseren täglichen Abläufen. Bildquelle: Shutterstock.com</figcaption></figure>
<h2>Verstehen:</h2>
<p>Musik ist so etwas wie eine biologische Sprache unseres Körpers. Sie vernetzt Nervenbahnen unseres Gehirns immer wieder neu miteinander. Dazu gibt es inzwischen viele Forschungsarbeiten und Studien (z.B. Nachzulesen bei Prof. Altenmüller <a href="http://www.dasgehirn.info">www.dasgehirn.info</a> oder Prof. Michael Thaut <a href="http://www.musicmendsminds.org">www.musicmendsminds.org</a>.) Diese Vernetzung durch Musik findet auch bei weit fortgeschrittener Demenz und anderen hirnorganischen Abbauprozessen statt. Musik nimmt also Einfluss auf Prozesse unseres Gehirns, die mit Musik an sich nichts, aber auch rein gar nichts zu tun haben.</p>
<p>Kennen Sie das Erlebnis, dass sich unsere Schritte denen einer vor uns laufenden Person anpassen, wenn diese mit Absätzen über den Boden „klackert“? Dieser Ankopplung unseres Gehirns an einen rhythmischen Impuls können wir uns nicht entziehen. Wer von Ihnen kann sich beim Autofahren oder bei der Schreibtischarbeit besser konzentrieren, wenn vertraute Musik und vertraute Geräusche an das Ohr dringen? Wer von Ihnen braucht in solchen Momenten Stille und wann? Man hat beobachtet, dass der Herzschlag von Chorsängern sich beim gemeinsamen Singen angleicht. Unser Atem pendelt sich in einem gemeinsamen Rhythmus ein. Weitere Vitalwerte wie bspw. unser Blutdruck schwingt sich aufeinander ein und lässt sich über die gemeinsam gestaltete Musik regulieren.</p>
<p>Der gezielte und bewusste Einsatz von Musik &#8211; und nur er &#8211; kann also bspw. ein ganz wunderbarer Impulsgeber sein, um Aufmerksamkeit zu erhalten, die Motorik zu stabilisieren und für ein sicheres Gangbild zu sorgen (mehr dazu bspw. im Buch „Mit Musik geht vieles besser &#8211; der Königsweg in der Pflege von Menschen mit Demenz, S. Willig, S. Kammer, Vincentz Verlag). Dies kann aber nur geschehen, wenn der Beziehungsaspekt zur Musik und zur Person gegenüber in dem jeweiligen Moment in den Mittelpunkt gerückt wird. Und wenn im Anschluss an eine Aktion mit Musik Stille folgt.</p>
<h2>Handeln:</h2>
<p>Situationen der Geborgenheit und Sicherheit für Menschen mit Demenz, das Erleben von Emotion, Erinnerung und Identität und der Erhalt von Fähigkeiten unseres Gehirns wird vor allem dadurch vermittelt, dass wir in der Lage sind, ein ausgewogenes akustisches Klima zu schaffen. Vermeiden Sie Dauerbeschallung. Setzen Sie Musik nur im Beziehungsmoment und ausschließlich gezielt ein (z.b. beim Hören einer Lieblingsschallplatte zum Nachmittagskaffee). Bieten Sie Menschen mit Demenz Klänge aus verschiedenen Stellen im Raum an und achten Sie darauf, dass diese als solche erkennbar sind. Wird der Kopf zur Schallquelle gedreht? Das ist ein Hinweis auf eine intakte räumlich-akustische Orientierung, die es zu fördern gilt.</p>
<p><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Pressefoto-1-Seniorenflashmob-©Bine-Bellmann.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" class=" td-modal-image wp-image-27779 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Pressefoto-1-Seniorenflashmob-©Bine-Bellmann-1024x683.jpg" alt="&quot;Eine" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Pressefoto-1-Seniorenflashmob-©Bine-Bellmann-1024x683.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Pressefoto-1-Seniorenflashmob-©Bine-Bellmann-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Pressefoto-1-Seniorenflashmob-©Bine-Bellmann-768x512.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Pressefoto-1-Seniorenflashmob-©Bine-Bellmann-696x464.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Pressefoto-1-Seniorenflashmob-©Bine-Bellmann-1068x712.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Pressefoto-1-Seniorenflashmob-©Bine-Bellmann-630x420.jpg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Pressefoto-1-Seniorenflashmob-©Bine-Bellmann.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Pressefoto-1-Seniorenflashmob-©Bine-Bellmann-1320x880.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Pressefoto-1-Seniorenflashmob-©Bine-Bellmann-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></a></p>
<p>Lassen Sie uns gemeinsam über das Medium Musik Beziehung und Begegnung gestalten. Lassen Sie Musik den Motor fürs Leben sein: Besuchen Sie mit den Menschen mit und ohne Demenz, die ihnen am Herzen liegen, eine der Veranstaltungen zum Weltseniorentag am 1. Oktober in vielen deutschen Städten. Getanzt wird dort überall um 11.00 Uhr zum eigens komponierten Song „Spark of life“. Die Idee dazu hatte 2014 der Hamburger Verein „<a href="http://www.wegeausdereinsamkeit.de">Wege aus der Einsamkeit e.V.</a>“, der das Swing-Stück komponieren ließ und dessen zugehöriges Musikvideo seitdem um die Welt geht.</p>
<p>Mit 59plus kreiere ich in diesem Jahr Emotionen und neue Erinnerungen in Düsseldorf. Verbindungen und neue Netzwerke der Synapsen und Neuronen natürlich inklusive. Mehr unter <a href="https://www.59plus.de/seniorenflashmob/">https://www.59plus.de/seniorenflashmob/</a></p>
<p>Termine für Seminare zum verantwortungsvollen und sinnstiftenden Umgang mit Musik im (Pflege)Alltag und in der Begleitung von Menschen mit Demenz können Sie ebenfalls über 59plus erfragen und buchen.</p>
<p>Sie haben Fragen und möchten Rückmeldung geben? Schreiben Sie mir (oder treffen Sie mich live und bunt und in Farbe im Oktober auf dem Weltseniorentag in Düsseldorf). Ich freue mich auf Ihre Zeilen.</p>
<p>Herzlichst, Ihre</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-18141" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg" alt="" width="300" height="88" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-768x226.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1024x302.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-696x205.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1068x315.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1425x420.jpg 1425w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1320x389.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-600x177.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Demenz-Fibel: Selbstbestimmung</title>
		<link>https://www.59plus.de/demenz-fibel-selbstbestimmung/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Plechinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 03 Sep 2018 02:00:32 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz-Fibel]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Demenzfibel]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen mit Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Offenheit]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstbestimmung]]></category>
		<category><![CDATA[Selbstverantwortung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Haben Sie es auch gelesen oder im Radio gehört? Es ging groß durch die Presse: bei hochsommerlichen Temperaturen „büxten“ zwei Senioren aus einer Pflegeeinrichtung in Dithmarschen aus, um das legendäre Metal-Event in Wacken live zu erleben. Gegen drei Uhr morgens wurden sie auf dem Festgelände aufgegabelt und ließen sich laut Polizeibericht „nur widerwillig“ zurück ins [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Haben Sie es auch gelesen oder im Radio gehört? Es ging groß durch die Presse: bei hochsommerlichen Temperaturen „büxten“ zwei Senioren aus einer Pflegeeinrichtung in Dithmarschen aus, um das legendäre Metal-Event in Wacken live zu erleben. Gegen drei Uhr morgens wurden sie auf dem Festgelände aufgegabelt und ließen sich laut Polizeibericht „nur widerwillig“ zurück ins Seniorenheim bringen, eine Polizeistreife begleitete das Taxi.</strong></p>
<h2>Selbstbestimmung ist ein zentrales Recht</h2>
<p>In den sozialen Medien schlagen die Wellen dazu hoch. Es werden viele Stimmen laut, die sich wünschen, man möge den Senioren ob mit Demenz oder ohne die Teilnahme an Festivals wie Wacken möglich machen. Das Leben stattfinden lassen &#8211; und zwar in jedem Alter und unabhängig von einer Erkrankung oder institutionellen Regelungen. Situationen geschehen lassen. Den Tag &#8211; für uns so selbstverständlich &#8211; selbstbestimmt gestalten können.</p>
<p>Selbstbestimmung meint, nach freiem Willen über sein Leben entscheiden zu können. Sie gilt als zentrales Recht aller mündigen Menschen. Doch was ist mit den Unmündigen? Selbstbestimmung meint das Gegenteil von Manipulation, Fremdbestimmung bzw. Unterdrückung. Wie kann es uns gelingen, Menschen mit Demenz nicht zu manipulieren? Selbstbestimmung führt automatisch zur Selbstverantwortung heißt es. Inwieweit können Menschen mit einer Demenzerkrankung noch für sich Verantwortung übernehmen? <a href="https://www.59plus.de/demenz-fibel-trinken/">Was können wir tun</a>, um Menschen mit Demenz Selbstbestimmung zu ermöglichen?</p>
<p>Das Thema hat viele und sicherlich vor allem viele rechtliche Aspekte, die ich nicht bedienen kann und will. Ich möchte Sie über die vertrauten Bausteine unserer <a href="https://www.59plus.de/die-demenzfibel/">Demenzfibel</a> „Erspüren &#8211; Verstehen &#8211; Handeln“ auch in diesem Kapitel zum Nachdenken und zum Neudenken einladen.</p>
<figure id="attachment_27609-2" aria-describedby="caption-attachment-27609-2" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-27609 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-818x1024.jpg" alt="Die Magie eines Menschen erlischt nicht, nur weil er an Demenz erkrankt ist. Bildquelle: © Anna Sullivan / Unsplash.com" width="696" height="871" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-818x1024.jpg 818w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-240x300.jpg 240w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-768x961.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-696x871.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-1068x1337.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-336x420.jpg 336w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-1320x1652.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-300x375.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash-600x751.jpg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-Anna-Sullivan-2-Unsplash.jpg 1534w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-27609-2" class="wp-caption-text">Die Magie eines Menschen erlischt nicht, nur weil er an Demenz erkrankt ist. Bildquelle: © Anna Sullivan / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Erspüren:</h2>
<p>Menschen mit Demenz sind auch bei weit fortgeschrittener Erkrankung in Sekundenbruchteilen in der Lage zu erspüren, ob sie sich in einer Situation wohl oder unwohl fühlen. Diese Fähigkeit unseres limbischen Systems, dem ältesten Teil unseres Gehirns, bleibt auch bei allen hirnorganischen Abbauprozessen uneingeschränkt erhalten. Nach diesem situativen Gefühl und den Atmosphären handeln sie. Im Klartext: Alles, was Menschen mit Demenz tun oder sagen, hat Sinn, seinen Grund und seine Wurzel. Es mag sein, dass sich uns dieser Sinn nicht auf den ersten Blick erschließt oder dass er nicht in unser aufgestelltes alltägliches Regelwerk passt. Es ist an uns, herauszufinden, was dahinter stehen kann und für eine Atmosphäre zu sorgen, die Selbsterleben und Selbstbestimmung im Kleinen ermöglicht.</p>
<h2>Verstehen:</h2>
<p>Das, was im „wahren&#8221; Leben als normal gilt, wird im Kontext der Erkrankung Demenz schnell als pathologisch eingestuft oder nur noch im Zusammenhang mit der Erkrankung gewertet. Ich möchte spazieren gehen? Ich habe eine Weg- bzw. Hinlauftendenz (ein Wort ist so blöd wie das andere).</p>
<p>Folge: ich werde in meinem Wunsch eingeschränkt, darf vielleicht spazieren gehen, aber nicht allein. Ich wähle meine Kleidung selbst aus. Was sollen denn die Nachbarn denken, wenn ich das Abendkleid über der Hose trage? Dieses Shirt? Ist doch heute viel zu kalt. Ich werde möglicherweise gezwungen, etwas anderes anzuziehen. Dass ich friere und dieses vertraute Gefühl erleben und aushalten darf &#8211; um diese Form der Selbstbestimmung werde ich gebracht. Ich möchte aufräumen und Dinge erledigen. Mir wird gesagt, dass doch alles ordentlich ist. Der Schrank wird abgesperrt. Ich werde gemaßregelt. Ich habe heute kein Lust zu duschen und möchte den ganzen Samstag schlumpfig im Schlafanzug verbringen? Ohne Demenz kein Problem. Mit Demenz schon. Dann kommt man mir mit Hygieneanforderungen.</p>
<h2>Handeln:</h2>
<p>Ich bin ganz bei Ihnen. Von einfach ist hier nicht die Rede. Aber auch das ist das Leben. Es stellt uns immer wieder vor Herausforderungen &#8211; ob mit Demenz oder ohne. Versuchen Sie einmal inne zu halten: wie würde ich mich fühlen? Was an der aktuellen Atmosphäre kann der Auslöser für das Verhalten sein? Was daran ist völlig „normal“? Wenn ich das nächste Mal beim Kartoffeln schälen mit dem Küchenmesser zur Musik aus dem Radio im Takt auf dem Tisch trommle, weil es schlichtweg einen Heidenspaß bringt &#8211; dann lassen Sie mir das Messer, sagen Sie einmal nicht „Sie könnten sich schneiden“, sondern gehen Sie vorsorglich Pflaster holen.</p>
<p>Zum Leben gehört, das ich mich verletzen kann, aber auch, dass ich mich verletzen darf. Mehr weh als ein Schnitt in den Finger tut die Maßregelung und das Gefühl, nicht richtig zu sein. Schmerzhafter ist das Erleben, dass mir der kleinste Moment der Selbstbestimmung genommen wird. Und schmerzhafter ist, dass unsere ständige Angst unseren gemeinsamen Spaß ausbremst. Tatkräftige Unterstützung in Form von kreativen Ideen zur Situationsgestaltung von solchen Momenten in der Begegnung mit Menschen mit Demenz bietet der Verein „Wohlbedacht e.V.“ <a href="http://www.wohlbedacht.de">www.wohlbedacht.de. </a></p>
<figure id="attachment_27611" aria-describedby="caption-attachment-27611" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-3-Aris-Sfakianakis-Unsplash.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-27611 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-3-Aris-Sfakianakis-Unsplash-1024x819.jpg" alt="Selbstbestimmung endet nicht, nur weil man an Demenz erkrankt ist. Das Umfeld benötigt jedoch einen sicheren Umgang damit. Bildquelle: © Aris Sfakianakis / Unsplash.com" width="696" height="557" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-3-Aris-Sfakianakis-Unsplash-1024x819.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-3-Aris-Sfakianakis-Unsplash-300x240.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-3-Aris-Sfakianakis-Unsplash-768x614.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-3-Aris-Sfakianakis-Unsplash-696x557.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-3-Aris-Sfakianakis-Unsplash-1068x854.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-3-Aris-Sfakianakis-Unsplash-525x420.jpg 525w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-3-Aris-Sfakianakis-Unsplash.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-3-Aris-Sfakianakis-Unsplash-1320x1056.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Selbstbestimmung-3-Aris-Sfakianakis-Unsplash-600x480.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-27611" class="wp-caption-text">Selbstbestimmung endet nicht, nur weil man an Demenz erkrankt ist. Das Umfeld benötigt jedoch einen sicheren Umgang damit. Bildquelle: © Aris Sfakianakis / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Demenzfreundlichkeit wird möglich durch Wissen</h2>
<p>Der Psychologe und Psychotherapeut Dr. Michael Wunder ist Mitglied des Deutschen Ethikrates und formuliert es so: „Selbst an fortgeschrittener Demenz erkrankte Menschen verfügen über Teilautonomie und können bei entsprechender Kommunikations- und Umgebungsgestaltung ihr Leben in vielerlei Hinsicht gestalten und Verantwortung übernehmen. Demenzfreundlichkeit wird möglich durch Wissen, das Angst abbaut und durch Kontakt, der Normalität und Alltäglichkeit schafft“.</p>
<p>Dr. Michael Wunder und seine Ansichten rund um das Thema Ethik und Selbstbestimmung können Sie live erleben und zwar am Weltalzheimertag in der Talkrunde „Zeit, dass sich was dreht“ in der Kulturküche Alsterdorf in Hamburg. Mehr dazu auch unter <a href="http://www.kooperation-nord-demenz.de">www.kooperation-nord-demenz.de</a></p>
<p>„You gotta fight for your right to party“ sangen einst die Beastie Boys. Selbstbestimmung für Menschen mit Demenz fängt bei unserer (Grund)Haltung an. Hören wir auf zu Pathologisieren. Schauen wir genau(er) hin. Hinterfragen wir. Werden wir ein „Selbstbestimmungs-Möglichmacher“.</p>
<p>Sie haben Fragen und möchten Rückmeldung geben? Schreiben Sie mir. Ich freue mich auf Ihre Zeilen.</p>
<p>Herzlichst, Ihre</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-18141" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg" alt="" width="300" height="88" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-768x226.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1024x302.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-696x205.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1068x315.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1425x420.jpg 1425w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1320x389.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-600x177.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<item>
		<title>Demenz-Fibel: Trinken</title>
		<link>https://www.59plus.de/demenz-fibel-trinken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Plechinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Aug 2018 02:00:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz-Fibel]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit Demenz]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Sommer ist da &#8211; in all seiner Pracht und Fülle, mit tüchtig Sonne und Hitze und in der Begegnung mit Menschen mit Demenz in all seinen Herausforderungen, z.B. wenn es um das Thema Trinken bzw. um &#8211; im Fachjargon &#8211; ausreichende Flüssigkeitszufuhr geht. Das Wetter, aber auch innere Faktoren wie Fieber, Durchfall, Medikamenteneinnahme etc. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Sommer ist da &#8211; in all seiner Pracht und Fülle, mit tüchtig Sonne und Hitze und in der Begegnung mit Menschen mit <a href="https://www.59plus.de/die-demenzfibel/">Demenz in all seinen Herausforderungen</a>, z.B. wenn es um das Thema Trinken bzw. um &#8211; im Fachjargon &#8211; ausreichende Flüssigkeitszufuhr geht. Das Wetter, aber auch innere Faktoren wie Fieber, Durchfall, Medikamenteneinnahme etc. können unseren Flüssigkeitsbedarf erhöhen &#8211; das gilt für Menschen mit und ohne Demenz gleichermaßen. Populäre Ratgeber beschreiben grundsätzlich die 2-Liter-Regel am Tag, also die Faustregel, 2 Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt zu trinken, für die es interessanterweise jedoch keine wissenschaftliche Grundlage gibt.</strong></p>
<h2>Wenn das Trinken nicht mehr selbstverständlich ist</h2>
<p>Tatsache ist, dass Menschen mit Demenz im Verlauf ihrer Erkrankung ihre Bedürfnisse nicht mehr in der für uns gewohnten Weise ausdrücken können. Gleichzeitig kann das Durstempfinden verändert sein. Ja, Unterstützungsangebote von außen sind bedeutsam. Doch sie allein führen schnell zu Stress, wenn der Fokus einzig auf die „ausreichende Flüssigkeitszufuhr“ gelegt wird. Denn der Erhalt von Eigenständigkeit der uns anvertrauten Menschen mit Demenz ist ebenso wichtig.</p>
<p>Ich habe unter dem Druck, alles gut machen zu wollen und für ausreichend Flüssigkeitszufuhr zu sorgen, meine Omi häufig ohne Punkt und Komma vollgequatscht: „Nun trink doch mal, trinken ist wichtig, draußen ist es so heiß heute, Du musst noch trinken, ich gieß Dir noch ein Glas Wasser ein, willst Du Apfelschorle? Warum trinkst Du denn nicht, das muss aber sein, nun mach doch mal“…</p>
<p>Der empfundene Druck auf beiden Seiten ist nicht der Demenzerkrankung zuzuordnen &#8211; er ist schlicht hausgemacht.</p>
<p>Deshalb haben die Götter vor alle konkreten Tipps und vor jedwedes Handeln das Verstehen gesetzt &#8211; so auch in diesem Kapitel unserer Fibel.</p>
<figure id="attachment_17503" aria-describedby="caption-attachment-17503" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-Toa-Heftiba-4.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-17503 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-Toa-Heftiba-4-1024x683.jpg" alt="An Demenz erkrankte Menschen vergessen das Trinken durchaus mal. Dann gilt es Wege zu finden sie liebevoll daran zu erinnern. Bildquelle: © Toa Heftiba / Unsplash.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-Toa-Heftiba-4-1024x683.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-Toa-Heftiba-4-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-Toa-Heftiba-4-768x512.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-Toa-Heftiba-4-696x464.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-Toa-Heftiba-4-1068x712.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-Toa-Heftiba-4-630x420.jpg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-Toa-Heftiba-4.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-Toa-Heftiba-4-1320x880.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-Toa-Heftiba-4-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-17503" class="wp-caption-text">An Demenz erkrankte Menschen vergessen das Trinken durchaus mal. Dann gilt es Wege zu finden sie liebevoll daran zu erinnern. Bildquelle: © Toa Heftiba / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Erspüren</h2>
<p>Das Trinken wie das Essen sind täglich wiederkehrende Aufgaben, die im Verlauf des Lebens erlernt werden. Für eine lange Zeit werden sie eigenständig ausgeübt. Diese Eigenständigkeit ist ein hohes Gut &#8211; es gilt, sie wertzuschätzen. Die Atmosphäre ist bedeutsam.</p>
<p>Beobachten Sie: Wird das Trinken wirklich „vergessen?“ Stören eventuell Umgebungsgeräusche den Moment, der benötigt wird, um sich auf die Handlung zu konzentrieren? Reizüberflutung durch Stimmengewirr, klappernde Teller, im stationären Alltag auch ratternde Servierwagen, Hintergrundmusik aus Radio oder Fernsehen kann auch die Ursache sein, dass eventuelle Aufforderungen zum Trinken von Menschen mit Demenz weder gehört noch verstanden werden oder dass die Lust darauf sprichwörtlich vergeht ohne, dass sie diese Zusammenhänge erklären könnten.</p>
<h2>Verstehen</h2>
<p>Der Handlungsablauf des Trinkens selbst ist ein vielfältiger Vorgang, der eine intakte Grob- und Feinmotorik erfordert (z.B. Initiieren der Bewegung: Ausstrecken des Armes zum Glas, Öffnen der Hand, um das Glas zu greifen, Schließen der Hand, Anheben des Armes und zum Mund Führen des Glases usw.). Auch die Frage nach dem Lippenschluss und dem hochkomplexen Vorgang der Mundbodenmuskulatur und des Schluckens sollte gestellt und der Ablauf der Handlung beobachtet werden. Liegt die Schwierigkeit dort?</p>
<p>Werden Medikamente eingenommen? Hat sich das Durstgefühl bereits durch das Alter verändert?</p>
<h2>Handeln</h2>
<p>Grundvoraussetzung ist eine Atmosphäre zum Wohlfühlen. Welche Rituale rund um das Thema gibt es in Ihrer Familie &#8211; wurde vielleicht in Kindertagen ausschließlich zum Essen getrunken? Wurde sich bei Tisch zugeprostet? Wieviel Zeit nehmen wir uns, um in Ruhe zu trinken? Nutzen wir schön aussehende Gläser oder Becher? Nicht nur solche, die auf Funktionalität ausgerichtet sind (eine Kombination von beidem ist möglich!)? Bin ich bereit, wertzuschätzen, auszuhalten und anzuerkennen, dass mein erwachsenes Gegenüber gerade nicht trinken möchte? Bin ich bereit ihm das Angebot freundlich in einem geraumen Zeitabstand noch einmal zu machen? Menschen mit Demenz erspüren Atmosphären &#8211; die innere Haltung, die wir zu der Begegnung haben ist entscheidend.</p>
<p>Experten auf dem Gebiet der atmosphärischen Gestaltung sind bspw. ausgebildete Hauswirtschaftskräfte. Martina Feulner, Hauswirtschaftsexpertin, <a href="http://www.h-wie-hauswirtschaft.de">www.h-wie-hauswirtschaft.de</a>, ist eine sympathische Ansprechpartnerin.</p>
<figure id="attachment_17499" aria-describedby="caption-attachment-17499" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-rawpixel-3.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-17499 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-rawpixel-3-1024x661.jpg" alt="Feste Rituale, wie z. B. ein gemeinsamer Tee, helfen einem an Demenz erkrankten Menschen sehr, das Trinken nicht zu vergessen. Bildquelle: © rawpixel / Unsplash.com" width="696" height="449" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-rawpixel-3-1024x661.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-rawpixel-3-300x194.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-rawpixel-3-768x496.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-rawpixel-3-696x450.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-rawpixel-3-1068x690.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-rawpixel-3-650x420.jpg 650w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-rawpixel-3.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-rawpixel-3-1320x853.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/08/Demenzfibel-Trinken-rawpixel-3-600x388.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-17499" class="wp-caption-text">Feste Rituale, wie z. B. ein gemeinsamer Tee, helfen einem an Demenz erkrankten Menschen sehr, das Trinken nicht zu vergessen. Bildquelle: © rawpixel / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Unterstützen Sie den Handlungsablauf doch einmal mit Musik</h2>
<p>Musik ist für das Gehirn leichter zu verstehen als Sprache.<br />
Häufig können Situationen von Menschen mit Demenz besser eingeschätzt werden, wenn sie „musikalisch“ vermittelt werden – z.B. über ein (selbst getextetes) Lied zu einer bekannten und einfachen Melodie, das die Situation beschreibt. Fragen Sie doch einmal singend, ob ihr Gegenüber etwas trinken möchte und beschreiben Sie die Situation singend: „Du greifst jetzt nach dem Glas“. Oder nutzen Sie Trinklieder wie „Trink mer noch e Tröppche“ oder „Ein Prosit der Gemütlichkeit“, um die Situation zu beschreiben.</p>
<p>Gemeinsames Singen und der Einsatz von Blasinstrumenten, die schnell und einfach Klang erzeugen, in die man gut hineinpusten kann (Flöte, Mundharmonika, Kazoo) stellt ein gutes Training rund um den Erhalt von Mundmotorik und Unterstützung beim Erhalt des Schluckreizes dar &#8211; hier ist wie beim Küssen die gesamte Mundmotorik aktiv.</p>
<p>Hilfestellung kann hier ein/e Logopäde/in geben.</p>
<p>Sie haben Fragen und möchten Rückmeldung geben? Schreiben Sie mir. Ich freue mich auf Ihre Zeilen.</p>
<p>Herzlichst, Ihre</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-18141" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg" alt="" width="300" height="88" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-768x226.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1024x302.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-696x205.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1068x315.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1425x420.jpg 1425w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1320x389.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-600x177.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
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		<title>Die Demenz-Fibel</title>
		<link>https://www.59plus.de/die-demenzfibel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Simone Plechinger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 03 Jul 2018 02:00:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Demenz-Fibel]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Leben mit Demenz]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Lesebuch aus Grundschultagen? „Meine Fibel“ stand darauf, in großen geschwungenen Buchstaben. Darin viele Bilder und der Song „Alle Kinder lernen lesen“. Fibel &#8211; ein Wort und ein Gegenstand, das bzw. der aus unserem Alltagssprachgebrauch nahezu verschwunden ist. Wir möchten das Wort und die Begrifflichkeit einer Fibel wieder lebendig [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Lesebuch aus Grundschultagen? „Meine Fibel“ stand darauf, in großen geschwungenen Buchstaben. Darin viele Bilder und der Song „Alle Kinder lernen lesen“. Fibel &#8211; ein Wort und ein Gegenstand, das bzw. der aus unserem Alltagssprachgebrauch nahezu verschwunden ist. Wir möchten das Wort und die Begrifflichkeit einer Fibel wieder lebendig werden lassen &#8211; in unserer Rubrik „Leben mit Demenz“.</strong></p>
<h2>Die Demenz-Fibel</h2>
<p>Eine Fibel ist nicht nur ein erstes Lesebuch für Kinder. Eine Fibel ist auch ein Nachschlagewerk, sie kann so etwas wie ein bebildertes Handbuch sein. Und mehr als das: Das Wort „Fibel“ stammt ab von dem lateinischen Wort „fibula“, das in seiner Bedeutung so etwas wie Klammer, Bolzen, Spange, Schließe oder Schnalle meint. Seit der Antike wurden solche Fibeln, Schnallen oder Schließen aus Metall (Bronze, später auch Silber- oder Goldlegierungen) gefertigt.</p>
<p>Ähnlich einer Sicherheitsnadel etwas umschließen, praxisnahen Halt geben, Themen in neuem Kontext zusammenfassen und bündeln. Das erscheint mir, <a href="http://www.simoneplechinger.de">Simone Viviane Plechinger</a>, und dem Team von 59plus rund um das Schlagwort Demenz an der Zeit. Das Internet bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten sich zu belesen. Eine wahre Informationsflut gibt es gerade rund um den Bereich der von vielen gefürchteten Erkrankung. Wir möchten eine Lotsenfunktion im Demenzdschungel für Sie übernehmen &#8211; indem wir nicht nur Fibeln, also Klammern zu-, sondern gleichzeitig mit Ihnen auch aufmachen und aufbiegen.</p>
<figure id="attachment_16914" aria-describedby="caption-attachment-16914" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/07/IMG_5699.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-16914 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/07/IMG_5699-767x1024.jpg" alt="" width="696" height="929" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/07/IMG_5699-767x1024.jpg 767w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/07/IMG_5699-225x300.jpg 225w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/07/IMG_5699-768x1025.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/07/IMG_5699-696x929.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/07/IMG_5699-315x420.jpg 315w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/07/IMG_5699-300x400.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/07/IMG_5699-600x801.jpg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/07/IMG_5699.jpg 959w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-16914" class="wp-caption-text">Simone Viviane Plechinger ist ausgebildete Musiktherapeutin und mehrfache Buchautorin mit dem Schwerpunktbereich Demenz. Bildquelle: Jörg Plechinger</figcaption></figure>
<h2>Gemeinsam mit Ihnen</h2>
<p>Wir möchten mit Ihnen gemeinsam ein Handbuch entwickeln. Es soll Ihnen praxis- und alltagstaugliche Unterstützung in der Begleitung und Begegnung mit Menschen mit Demenz ermöglichen. Das &#8211; so hoffen wir &#8211; durch seine klare Sprache dazu beiträgt, eine neue Perspektive auf die Erkrankung und die Lebensphasen in all ihren Facetten einzunehmen. Leicht verständlich und mit Tipps, die sofort umsetzbar sind, soll unsere Demenzfibel Bewusstsein und Haltung schaffen.</p>
<p>Einmal im Monat wird es ab Juli einen Beitrag zu verschiedenen Themen geben, die alle bewegen. Von A wie Anlaufstellen für Angehörige über Essen und Trinken bis hin zu Z wie Zukunft. <a href="https://www.59plus.de/simone-willig-musik-bewegt-herz-und-hirn/">Ich</a> bereite gemeinsam mit dem Team von 59plus Wissenswertes rund um das Thema Demenz für Sie neu auf. Ich freue mich, dass und wenn ich mit meiner Erfahrung aus dem beruflichen wie privaten Umfeld und meinem Netzwerk einen Beitrag für mehr Verständnis und Kommunikation auf Augenhöhe in der Begegnung mit Menschen mit Demenz leisten kann.</p>
<p>Welches ungewöhnliche Thema, vielleicht auch welches heiße Eisen soll in unserer Demenz-Fibel unbedingt einen Platz in Wort und Bild und offener Klammer finden?</p>
<p>Schreiben Sie mir. Ich freue mich auf Ihre Zeilen.</p>
<p>Herzlichst, Ihre</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone size-medium wp-image-18141" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg" alt="" width="300" height="88" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-300x88.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-768x226.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1024x302.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-696x205.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1068x315.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1425x420.jpg 1425w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-1320x389.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/Simone-Plechinger-Signatur-Kopie-Kopie-600x177.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.59plus.de/die-demenzfibel/">Die Demenz-Fibel</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.59plus.de">59plus</a>.</p>
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