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Der chinesische Künstler, der Jahrelang wegen seiner Kritik an der chinesischen Führung unter Hausarrest stand hatte vor einigen Wochen seinen Pass zurückerhalten. Nun ist er als freier Mann in Berlin – und wird versöhnlicher.

Noch in diesem Jahr musste er für den gemeinsamen Film mit Til Schweiger seine Regieanweisungen über Telefon nach Berlin übermitteln. Jetzt ist er dort – ganz einfach mit dem Flugzeug eingereist. Das ist für den Künstler, der 2011 von den chinesischen Sicherheitsbehörden festgenommen wurde, und der seitdem China nicht verlassen durfte, eine Sensation.

Ai Weiwei als Professor in Berlin

Seit diesem Juli, indem Ai Weiwei wieder zu einem freien Mann wurde, postet er tagtäglich Bilder über das Internet. Alltägliches. Viele lachende Gesichter, Rollerfahrer, Polizisten, die mit ihm in die Kamera lächeln, sein Sohn am Flussufer spielend.

Das passt so gar nicht zu seiner rebellischen Kunst, die er ab jetzt in seinem neuen Berliner Atelier betreiben wird. Viele Menschen fühlen sich vor den Kopf gestoßen. Neuerdings schlägt der Künstler, bekannt als einer der stärksten Regimekritiker in seinem Land, versöhnliche Töne diesem gegenüber an. Will er sich für die Rückgabe seines Passes bedanken? Man wundert sich. Vielleicht ist es einfach die Gelassenheit, die mit dem Alter daherkommt. Oder hat der 57-jährige vielleicht Angst, man würde ihn nicht mehr in sein Heimatland einreisen lassen, wie so viele andere Regime-Kritiker vor ihm?

Über die mögliche Antwort kann nur gemutmaßt werden. Vielleicht bringt Ai Weiweis Professur an der Universität der Künste, die er im Herbst antritt, ein wenig Licht ins Dunkel. Massen von Kunststudenten sind jedenfalls jetzt bereits gespannt auf die Kunstikone aus China.

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