<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Sterbebegleitung Archive - 59plus</title>
	<atom:link href="https://www.59plus.de/tag/sterbebegleitung/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://www.59plus.de/tag/sterbebegleitung/</link>
	<description>59plus ist das erste digitale General Interest Portal für Senioren und deren Kindergeneration (35+).</description>
	<lastBuildDate>Sat, 13 Dec 2025 07:49:56 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=7.1.3</generator>

<image>
	<url>https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2024/12/59-512x512-1-100x100.png</url>
	<title>Sterbebegleitung Archive - 59plus</title>
	<link>https://www.59plus.de/tag/sterbebegleitung/</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Selbstbestimmt leben und selbstbestimmt sterben</title>
		<link>https://www.59plus.de/selbstbestimmt-leben-und-selbstbestimmt-sterben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katja Kupka]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 12 Dec 2025 03:00:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[aktive Sterbehilfe]]></category>
		<category><![CDATA[assistierter Suizid]]></category>
		<category><![CDATA[deutsche Gesellschaft für humanes Sterben]]></category>
		<category><![CDATA[DGHS]]></category>
		<category><![CDATA[Kessler-Zwillinge]]></category>
		<category><![CDATA[palliative Versorgung]]></category>
		<category><![CDATA[Palliativmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[passive Sterbehilfe]]></category>
		<category><![CDATA[Sterbebegleitung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.59plus.de/?p=75688</guid>

					<description><![CDATA[<p>Achtung: Triggerwarnung! Im folgenden Beitrag werden die Themen Sterbehilfe und Suizid behandelt! Vor ein paar Wochen schockierte uns die Schlagzeile, dass die Kessler-Zwillinge tot sind. Wir haben ihre einzigartige Karriere viele Jahrzehnte lang verfolgt und die attraktiven und talentierten Schwestern bewundert. Sie lebten für Frauen ihrer Generation außergewöhnlich und auch ihr Tod sorgt nun für [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.59plus.de/selbstbestimmt-leben-und-selbstbestimmt-sterben/">Selbstbestimmt leben und selbstbestimmt sterben</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.59plus.de">59plus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/df4d31e710434dc4abaa4e28e61c337c" alt="" width="1" height="1" /><em><strong>Achtung: Triggerwarnung! Im folgenden Beitrag werden die Themen Sterbehilfe und Suizid behandelt!</strong></em></p>
<p><strong>Vor ein paar Wochen schockierte uns die Schlagzeile, dass die Kessler-Zwillinge tot sind. Wir haben ihre einzigartige Karriere viele Jahrzehnte lang verfolgt und die attraktiven und talentierten Schwestern bewundert. Sie lebten für Frauen ihrer Generation außergewöhnlich und auch ihr Tod sorgt nun für Gesprächsstoff.</strong></p>
<figure id="attachment_75706" aria-describedby="caption-attachment-75706" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehilfe-Getty-Images-Unsplash.com_.jpg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-75706 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehilfe-Getty-Images-Unsplash.com_-1024x683.jpg" alt="Besprechen Sie Ihren Wunsch mit ihrer Familie und/oder Angehörigen. Der Tod (ob selbst bestimmt oder nicht) sollte bei keinem von uns mehr ein Tabuthema sein. Bildquelle: © Getty Images / Unsplash.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehilfe-Getty-Images-Unsplash.com_-1024x683.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehilfe-Getty-Images-Unsplash.com_-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehilfe-Getty-Images-Unsplash.com_-768x512.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehilfe-Getty-Images-Unsplash.com_-1536x1024.jpg 1536w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehilfe-Getty-Images-Unsplash.com_-696x464.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehilfe-Getty-Images-Unsplash.com_-1068x712.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehilfe-Getty-Images-Unsplash.com_-630x420.jpg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehilfe-Getty-Images-Unsplash.com_-600x400.jpg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehilfe-Getty-Images-Unsplash.com_.jpg 1920w" sizes="(max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-75706" class="wp-caption-text">Besprechen Sie Ihren Wunsch mit ihrer Familie und/oder Angehörigen. Der Tod (ob selbst bestimmt oder nicht) sollte bei keinem von uns mehr ein Tabuthema sein. Bildquelle: © Getty Images / Unsplash.com</figcaption></figure>
<p>Dass sie am gleichen Tag für immer eingeschlafen sind, war kein Zufall. Im Gegenteil, im Alter von 89 Jahren haben sich Alice und Ellen Kessler dazu entschieden, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Ihr gesundheitlicher Zustand hätte den Umzug in ein Pflegeheim nötig gemacht, doch sie wollten selbstbestimmt sterben, ohne dafür in die in die Schweiz reisen zu müssen. Dort bietet die Organisation Dignitas seit vielen Jahren auch Menschen aus dem Ausland eine entsprechende Unterstützung an. Kritiker dieses Angebots sprechen von „Sterbetourismus“. Die Schwestern konnten jedoch in ihrem Haus in München unter ärztlicher Begleitung und gemeinsam in Würde aus dem Leben scheiden.</p>
<h2>Was ist die Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben?</h2>
<p>Die deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) wurde 1980 gegründet. Sie ist mit rund 50.000 Mitgliedern die größte Bürgerrechts- und Patientenschutzorganisation in Deutschland. Auch die Kessler-Zwillinge waren schon lange Mitglieder. Der Verein vermittelte ihnen eine ärztliche Freitodbegleitung. Für diesen sogenannten assistierten Suizid müssen Menschen bereits seit Längerem Mitglied in der DGHS sein, einen entsprechenden Antrag stellen und nachvollziehbare Gründe angeben.</p>
<p>Nachdem die DGHS den Antrag fachlich geprüft hat, führen Juristen und Ärzte mindestens zwei zunächst ergebnisoffene Gespräche mit dem sterbewilligen Menschen und idealerweise seinen Angehörigen. Speziell die Ärzte informieren dann noch einmal konkret über die alternativen Möglichkeiten im Rahmen der Pflege und einer palliativmedizinischen Betreuung. Viele Menschen haben Angst vor Schmerzen, obwohl die <a href="https://www.59plus.de/palliativmedizin-es-geht-ums-leben/">Palliativmedizin</a> diese heute fast immer gut lindern kann. Auch verliert ein Pflegeheim oft schnell an Schrecken, wenn sich die Menschen dort erst einmal eingelebt haben.</p>
<p>In der ambulanten palliativen Betreuung lindern Spezialisten Schmerzen oder Luftnot. Sie kümmern sich auch um das seelische Wohlbefinden der schwer kranken Menschen sowie ihrer Angehörigen oder Freunde. Mobile Palliativteams bestehen aus Ärzten und Pflegekräften, aber auch Seelsorgern und Ehrenamtlichen. Die Kosten für diese besondere Versorgung übernimmt die Krankenkasse, wenn ein Arzt sie zuvor verordnet hat.</p>
<h2>Welche Formen der Sterbehilfe gibt es?</h2>
<p>Zunächst wollen wir uns die vier verschiedenen Formen der Sterbehilfe genauer ansehen.</p>
<h3>Passive Sterbehilfe</h3>
<p>Bei der passiven Sterbehilfe unterbleiben Maßnahmen, die das Leben, aber oft nur das Leiden verlängern. Dabei zählen beispielsweise eine dauerhaft künstliche Beatmung oder die dauerhafte Ernährung über eine Magensonde. Auch denkbar ist, dass solche Maßnahmen zunächst erfolgen, dann aber abgebrochen werden. Beides verlangt eine entsprechend formulierte Patientenverfügung oder den erklärten Patientenwillen. Unter diesen Voraussetzungen ist eine passive Sterbehilfe in Deutschland erlaubt.</p>
<h3>Indirekte Sterbehilfe</h3>
<p>In Deutschland ist seit 1996 auch die indirekte Sterbehilfe zulässig. Dabei wird der verfrühte Tod eines Patienten in Kauf genommen, weil dieser sich für eine schmerzlindernde Behandlung und gleichzeitig gegen lebenserhaltende Maßnahmen entschieden hat. Das kann bedeuten, dass der Mensch weniger lange lebt, dafür aber in seinen letzten Wochen oder Monaten von mehr Lebensqualität profitiert.</p>
<h3>Aktive Sterbehilfe</h3>
<p>Unter aktiver Sterbehilfe wird das Verabreichen einer tödlichen Substanz an eine andere Person auf deren ausdrückliches Verlangen hin verstanden. Eine solche Tötung auf Verlangen ist in Deutschland verboten und strafbar. Wer die aktive Sterbehilfe dennoch leistet, kann zu einer Gefängnisstrafe von bis zu fünf Jahren verurteilt werden.</p>
<p>Die Niederlande waren im Jahr 2002 das erste Land, das die aktive Sterbehilfe durch Ärzte legalisierte. Auch in Belgien und Luxemburg ist sie legal. In den Benelux-Staaten muss ein Kontrollausschuss, bestehend aus einem Arzt, einer juristischen Fachkraft sowie Experten für Ethik, dem zustimmen. Der Mensch muss schwerkrank sein und seinen Todeswunsch ausdrücklich äußern, wobei er im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte sein muss.</p>
<p>Die folgende vierte Möglichkeit haben die Kessler-Zwillinge genutzt.</p>
<figure id="attachment_75704" aria-describedby="caption-attachment-75704" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehillfe-Curated-Lifestyle-Unsplash.com_.jpg"><img decoding="async" class="wp-image-75704 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehillfe-Curated-Lifestyle-Unsplash.com_-1024x683.jpg" alt="Wenn das eigene Leben nicht mehr lebenswert ist, sollte jedem von uns die Möglichkeit gegeben werden, dieses in Würde und auf eigenen Wunsch beenden zu dürfen. Bildquelle: © Curated Lifestyle / Unsplash.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehillfe-Curated-Lifestyle-Unsplash.com_-1024x683.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehillfe-Curated-Lifestyle-Unsplash.com_-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehillfe-Curated-Lifestyle-Unsplash.com_-768x512.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehillfe-Curated-Lifestyle-Unsplash.com_-1536x1025.jpg 1536w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehillfe-Curated-Lifestyle-Unsplash.com_-696x464.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehillfe-Curated-Lifestyle-Unsplash.com_-1068x713.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehillfe-Curated-Lifestyle-Unsplash.com_-630x420.jpg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehillfe-Curated-Lifestyle-Unsplash.com_-600x400.jpg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/12/Sterbehillfe-Curated-Lifestyle-Unsplash.com_.jpg 1920w" sizes="(max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-75704" class="wp-caption-text">Wenn das eigene Leben nicht mehr lebenswert ist, sollte jedem von uns die Möglichkeit gegeben werden, dieses in Würde und auf eigenen Wunsch beenden zu dürfen. Bildquelle: © Curated Lifestyle / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Assistierter Suizid: die Rechtslage in Deutschland</h2>
<p>Beim assistierten Suizid stellen die Unterstützer ein Medikament bereit, mit dem sich die sterbewillige Person selbst töten kann. Seit einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 2020 ist dies in Deutschland erlaubt. Der Mensch muss allerdings in der Lage sein, das entsprechende Medikament selbst einzunehmen. Außerdem muss derjenige „urteils- und entscheidungsfähig“ sein. Zudem darf eine solche Entscheidung nicht spontan getroffen werden, sondern muss über einen längeren Zeitraum hinweg konstant bestehen.</p>
<p>In einer Zeit, in der darüber diskutiert wird, bis zu welchem Alter Menschen ein Anrecht auf jegliche Behandlung oder Medikamente haben, ist Sterbehilfe ein heikles Thema. Daher möchten wir eines klarstellen: Es geht um die Wahlfreiheit und die Selbstbestimmung. Das bedeutet jedoch auch, dass die menschliche und zugewandte palliativmedizinische Versorgung weiter ausgebaut und gefördert werden muss. Eigentlich sollte heute kein Mensch mehr bei schwerer Krankheit oder am Lebensende leiden müssen. Ob Luftnot oder Schmerzen, die Palliativmedizin kann (fast) alles beheben oder zumindest lindern.</p>
<p><strong>In diesem Artikel ging es um das schwierige Thema der Sterbehilfe. Wir finden es wichtig, dieses Thema aus der Tabuzone zu holen. Wenn Sie oder Ihre Angehörigen darüber sprechen möchten, dann suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Hausarzt. Sie können sich auch an die <a href="https://www.telefonseelsorge.de/telefon/">Telefonseelsorge</a> wenden. Diese erreichen Sie unter den kostenfreien Telefonnummern 0800-1110111 oder 0800-1110222.</strong></p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.59plus.de/selbstbestimmt-leben-und-selbstbestimmt-sterben/">Selbstbestimmt leben und selbstbestimmt sterben</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.59plus.de">59plus</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Sterbebegleitung: Mitgehen, wahrnehmen, erkennen und begleiten</title>
		<link>https://www.59plus.de/sterbebegleitung-mitgehen-wahrnehmen-erkennen-und-begleiten/</link>
					<comments>https://www.59plus.de/sterbebegleitung-mitgehen-wahrnehmen-erkennen-und-begleiten/#comments</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anja Karrasch]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 14 Jun 2019 02:00:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Vom Leben und vom Sterben]]></category>
		<category><![CDATA[Vom Sterben]]></category>
		<category><![CDATA[Ehrenamt]]></category>
		<category><![CDATA[Hospiz]]></category>
		<category><![CDATA[Palliativmedizin]]></category>
		<category><![CDATA[Sterbebegleiter]]></category>
		<category><![CDATA[Sterbebegleitung]]></category>
		<category><![CDATA[Sterben]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.59plus.de/?p=14200</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Beschäftigung mit unserer Sterblichkeit ist oft schmerzhaft und angstbesetzt. Für ehrenamtliche Sterbebegleiter ist dies ein selbstverständlicher Teil ihres Alltags, für das sie sich ganz bewusst entschieden haben. Wie auch unser Leser Herbert Jochen, mit dem wir über seine Beweggründe und Erfahrungen gesprochen haben. Herr Jochen, Ihre Frau ist vor elf Jahren an Knochenkrebs gestorben. [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.59plus.de/sterbebegleitung-mitgehen-wahrnehmen-erkennen-und-begleiten/">Sterbebegleitung: Mitgehen, wahrnehmen, erkennen und begleiten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.59plus.de">59plus</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Beschäftigung mit unserer Sterblichkeit ist oft schmerzhaft und angstbesetzt. Für ehrenamtliche Sterbebegleiter ist dies ein selbstverständlicher Teil ihres Alltags, für das sie sich ganz bewusst entschieden haben. Wie auch unser Leser Herbert Jochen, mit dem wir über seine Beweggründe und Erfahrungen gesprochen haben. </strong></p>
<h2>Herr Jochen, Ihre Frau ist vor elf Jahren an Knochenkrebs gestorben. War das für Sie der Auslöser, sich zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter ausbilden zu lassen?</h2>
<p>Wenn meine Frau nicht verstorben wäre, wäre ich nie mit dem Ehrenamt in Verbindung gekommen. Meine Frau war unheilbar an Krebs erkrankt und die Schmerzen waren durch den Hausarzt nicht in den Griff zu bekommen. Dann hat sie im Fernsehen einen Bericht gesehen über die Eröffnung der <a href="https://www.59plus.de/palliativmedizin-es-geht-ums-leben/">Palliativstation</a> in einer Hamburger Diakonieklinik und hat gesagt, da will ich hin. Innerhalb von zwei Tagen war das möglich. Nach 14 Tagen mussten wir entscheiden, ob sie wieder nach Hause oder ins Hospiz gehen möchte. Ich habe mir dann ein Hospiz angeschaut, wo ich auch bei ihr über Nacht bleiben konnte, was für sie sehr wichtig war. Sie entschied sich dann für das <a href="https://www.59plus.de/vom-guten-umgang-mit-dem-tod-das-hospiz/">Hospiz</a>. Weil sie sicher war, dass sie keinen Rückfall haben würde mit ihren Schmerzen, da die Medikation weiterhin so betrieben werden konnte. Das war sehr angenehm für uns beide.</p>
<figure id="attachment_12575" aria-describedby="caption-attachment-12575" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/01/Hospiz-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-12575" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/01/Hospiz-2-300x200.jpg" alt="In einem Hospiz steht der Sterbeprozess im Vordergrund. Ehrenamtliche Sterbebegleiter spielen dabei eine wichtige Rolle. Bildquelle: shutterstock.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/01/Hospiz-2-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/01/Hospiz-2-768x512.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/01/Hospiz-2-696x464.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/01/Hospiz-2-630x420.jpg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/01/Hospiz-2-600x400.jpg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/01/Hospiz-2.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-12575" class="wp-caption-text">In einem Hospiz steht der Sterbeprozess im Vordergrund. Ehrenamtliche Sterbebegleiter spielen dabei eine wichtige Rolle. Bildquelle: shutterstock.com</figcaption></figure>
<h2>Was war auf der Palliativstation und im Hospiz anders als im Krankenhaus?</h2>
<p>An ihrem Krankenbett saßen immer viele Besucher &#8211; Freunde und Sterbebegleiter &#8211; die erzählt haben aus ihrem Alltag oder von ihren Reisen. Meine Frau konnte den Gesprächen folgen und hat aufmerksam zugehört. Das hat mich sehr bewegt, weil sie keine Schmerzen hatte und sich wirklich darauf konzentrieren konnte. Das hat mir gezeigt, dass sie dadurch abgelenkt worden ist von ihrem Leid und das ist auch unsere Aufgabe als <a href="https://www.59plus.de/das-ehrenamt-als-zweite-karriere-im-ruhestand/">Ehrenamtliche</a> für Ablenkung zu sorgen.</p>
<p>Ich habe das als Verpflichtung meiner Frau gegenüber gespürt, weil ich gesehen habe, wie gut ihr die Betreuung und die Besuche getan haben. Und diese Entlastung in ihrem Sinne an andere Menschen weiterzugeben, hat mich angetrieben, die Ausbildung zu machen. Ich bin meiner Intuition gefolgt. Eine Freundin hat mir abgeraten, weil mich die Arbeit mit Sterbenden zu sehr runterziehen würde, aber ich bin dabei geblieben und ich habe keine schlechten Erfahrungen gemacht.</p>
<h2>Sie haben dann 2009 in Hamburg im ambulanten Hospizdienst der Diakonie Alten Eichen die Ausbildung zum ehrenamtlichen Sterbebegleiter begonnen. Wie läuft so eine Ausbildung ab?</h2>
<p>Die Ausbildung ging über ein halbes Jahr, für die ich 200 Euro bezahlt habe. Das Geld habe ich aber wieder bekommen, als ich mich verpflichtet hatte, ein Jahr meinen Dienst zu verrichten. Es gibt drei Unterrichtseinheiten: Einen Vorbereitungskurs, in dem es um die biblische Emmausgeschichte geht und die wichtigsten Eckpunkte in der Begleitung: mitgehen, wahrnehmen, erkennen und begleiten. Dann kommt ein Praktikum, in dem wir Patienten betreuen und auch Supervision erhalten und zum Schluss kommt noch mal ein Folgekurs. Das dauert ungefähr so ein halbes Jahr. Das Wichtigste ist, dass wir nicht missionieren, sondern auf den Patienten eingehen.</p>
<figure id="attachment_14205" aria-describedby="caption-attachment-14205" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/sterbebegleitung-2.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-14205 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/sterbebegleitung-2-1024x576.jpg" alt="Musik ist ebenfalls ein wunderbarer Türöffner für einen Sterbebegleiter. Bildquelle: Pixabay.de" width="696" height="392" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/sterbebegleitung-2-1024x576.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/sterbebegleitung-2.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/sterbebegleitung-2-300x169.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/sterbebegleitung-2-768x432.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/sterbebegleitung-2-696x392.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/sterbebegleitung-2-1068x601.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/sterbebegleitung-2-747x420.jpg 747w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/sterbebegleitung-2-1320x743.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/sterbebegleitung-2-600x338.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-14205" class="wp-caption-text">Musik ist ebenfalls ein wunderbarer Türöffner für einen Sterbebegleiter. Bildquelle: Pixabay.de</figcaption></figure>
<h2>Wie gehen Sie auf den Patienten ein?</h2>
<p>Einer Patientin, einer älteren Dame, habe ich immer aus dem Hamburger Abendblatt vorgelesen. Sie saß immer in ihrem Stuhl, wir haben uns sehr nett unterhalten und dann hat sie gesehen, ach, der schwedische Prinz heiratet jetzt auch. Und dann sagte sie zu mir:&#8221; Ach, muss der auch jetzt ran.&#8221; Das sind schöne Momente. Es geht darum, sich in die Patienten einzufühlen.</p>
<p>Dieselbe Patientin hat mir auch viel aus der Kindheit erzählt. Mit ihrem verstorbenen Mann war sie auch mal in Norwegen und beim nächsten Mal habe ich ein dickes Buch von den Hurtigruten mitgebracht und mit ihr angesehen. Als sie erzählte, sie seiimmer noch verliebt in ihren Mann, habe ihr auf meinem Tablet das Lied „Ganz Paris träumt von der Liebe“ von Catarina Valente vorgespielt. Sie lag im Bett mit geschlossenen Augen  und als das Lied zu Ende war, sagte sie, ich schwebe. Das war wunderschön. Das meine ich damit, dass man sich in den Patienten hineinversetzen und versuchen muss, herauszufinden, was sie einem wirklich sagen wollen, was im Hintergrund mitschwingt.</p>
<p>Das Neueste ist, dass ich <a href="https://www.59plus.de/smartphone-co-wir-versilbern-das-netz/">Vogelstimmen auf mein Tablet heruntergeladen habe</a> und sie dann vorspiele. Dabei erzähle ich eine Geschichte und zwischendurch lasse ich die Vogelstimmen erklingen. Den Patienten tut gut, wenn sie merken, dass jemand sich Mühe gibt, auf sie einzugehen.</p>
<h2>Wie kommen die Patienten zu Ihnen?</h2>
<p>Anfragen kommen entweder von den Heimen direkt, mit denen wir einen Vertrag haben oder von der Schmerzambulanz SAPV, die die Patienten auch zu Hause betreut. Die Koordinatoren schauen, wer von den Ehrenamtlichen am besten zu welchem Patienten passt. In unserer Diakonie haben wir vier Koordinatoren und ungefähr 40 Ehrenamtliche. Wenn wir dann mit den Angehörigen sprechen, können wir uns weitere Informationen besorgen, um besser auf den Patienten eingehen zu können.</p>
<figure id="attachment_14203" aria-describedby="caption-attachment-14203" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/Herbert-Jochen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-14203 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/Herbert-Jochen-768x1024.jpg" alt="Herbert Jochen ist nicht nur ein treuer 59plus Leser, sondern gestaltet das Magazin inzwischen durch seine wertvollen Empfehlungen und Kommentare ein Stück weit mit. Bildquelle: Herbert Jochen" width="696" height="928" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/Herbert-Jochen-768x1024.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/Herbert-Jochen-225x300.jpg 225w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/Herbert-Jochen-696x928.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/Herbert-Jochen-315x420.jpg 315w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/Herbert-Jochen-300x400.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/Herbert-Jochen-600x800.jpg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/04/Herbert-Jochen.jpg 780w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-14203" class="wp-caption-text">Herbert Jochen ist nicht nur ein treuer 59plus Leser, sondern gestaltet das Magazin inzwischen durch seine wertvollen Empfehlungen und Kommentare ein Stück weit mit. Bildquelle: Herbert Jochen</figcaption></figure>
<h2>Wie viele Patienten begleiten Sie?</h2>
<p>Ich begleite immer nur einen Patienten. Momentan habe ich keinen, sondern ich bin die Feuerwehr (lacht). Wenn meine Chefin anruft und sagt, ich habe da einen Patienten, der liegt im Sterben, dann lasse ich alles stehen und liegen, weil mir die Patienten und Angehörigen sehr wichtig sind. Die Angehörigen sind oft ungeheuer dankbar, da sie das sehr entlastet, wenn jemand da ist, der sich um den Sterbenden kümmert, damit nicht alles auf ihren Schultern abgeladen wird. Das ist sehr wichtig, dass wir auch die Angehörigen mit einbeziehen und versuchen zu entlasten.</p>
<h2>Für die meisten ist das eher eine erschreckende Vorstellung mit todkranken oder mit sterbenden Menschen so viel Zeit zu verbringen. Warum ist es für Sie erfüllend?</h2>
<p>Wenn man nach seiner Intuition handelt und die Dinge tut, die für einen vorgesehen sind, dann sind auch solche schweren Tätigkeiten leicht für die Leute oder wie für mich mein Ehrenamt. Aber es ist nicht für jeden das Richtige. Das muss jeder für sich selbst herausfinden.</p>
<h2>Hat das Ehrenamt ihr Leben verändert?</h2>
<p>Ich war Versandleiter in einem Maschinenbaubetrieb hier in Hamburg. Dort bin ich von 1991 bis zu meiner Rente 2009 beschäftigte gewesen und hatte bis zur Erkrankung meiner Frau damit gar nichts zu tun. Aber ich war schon immer interessiert an der Frage, was nach dem Tod kommt. Meine Oma hat immer gesagt, die letzte Stunde ist jedem vorbestimmt. Das hat mir keine Angst gemacht, sondern das war eher beruhigend für mich. Das stärkt mich in meinem Ehrenamt.</p>
<p>Vielen Dank für das Gespräch.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.59plus.de/sterbebegleitung-mitgehen-wahrnehmen-erkennen-und-begleiten/">Sterbebegleitung: Mitgehen, wahrnehmen, erkennen und begleiten</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.59plus.de">59plus</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
					<wfw:commentRss>https://www.59plus.de/sterbebegleitung-mitgehen-wahrnehmen-erkennen-und-begleiten/feed/</wfw:commentRss>
			<slash:comments>2</slash:comments>
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
