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	<title>Shakespeare Archive - 59plus</title>
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	<title>Shakespeare Archive - 59plus</title>
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		<title>Rezension: Die Liebe lebt! &#8211; &#8220;Otello&#8221; in Düsseldorf</title>
		<link>https://www.59plus.de/rezension-die-liebe-lebt-otello-in-duesseldorf/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion 59plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Oct 2016 11:03:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur & Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Michael Thalheimer inszeniert Verdis Otello an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf. Der Bann bricht erst ganz am Ende. Otello hat Desdemona getötet, sich selbst mit Jagos Messer erstochen, der Bühnenraum versinkt erneut in tiefster Schwärze. Die Tragödie hat sich erfüllt, die letzte Note von Verdis Musik verklingt. Eigentlich müsste ergriffene Stille folgen. Doch [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Michael Thalheimer</strong> inszeniert Verdis <em>Otello</em> an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf.</p>
<h2>Der Bann bricht erst ganz am Ende.</h2>
<p>Otello hat Desdemona getötet, sich selbst mit Jagos Messer erstochen, der Bühnenraum versinkt erneut in tiefster Schwärze. Die<strong> Tragödie</strong> hat sich erfüllt, die letzte Note von Verdis Musik verklingt. Eigentlich müsste ergriffene Stille folgen. Doch das gebannte Düsseldorfer Opernpublikum kann sich nicht länger mit seinem Wunsch nach tosendem Applaus zurückhalten und macht sich seiner Begeisterung hörbar Luft noch bevor sich der Vorhang für die Applausordnung hebt.</p>
<p>Viele Bravos für Cassio (Orvidiu Purcel), Jago (Boris Statsenko), Desdemona (Jaquelyn Wagner) und Otello (Zoran Todorovich). Die wenigen unverständlichen Buhs für das künstlerische Team um Regisseur Michael Thalheimer hatten keine Chance gegen die vielfachen erneuten Bravorufe. Eine Inszenierung, die hörbar und spürbar trotz ihrer mutigkonsequenten <strong>Tragödien-Düsternis</strong> das Düsseldorfer Premierenpublikum zwar spaltete, aber keinesfalls langweilte.</p>
<p>Der Drang zum <strong>Szenenapplaus</strong> hatte sich schon vorher Bahn brechen können, nachdem Jaquelyn Wagner ihr zutiefst anrührendes Sterbesolo von der „Weide“ beendete. Auch hier war das Publikum hin und her gerissen zwischen andächtigem Schweigen und begeistertem Applaus. Letzteres setzte sich durch; zunächst verhalten, dann zum Bravo-Applaus ansteigend.</p>
<h2>Faszinierende Düsternis der Otello Inszenierung</h2>
<p>Verdis und Thalheimers <em>Otello</em> macht es einem nicht leicht. Es ist schwere Kost und tiefschwarze,<strong> pessimistische Tragödie</strong>. Lässt der Liebe zwischen Desdemona und Otello nicht den Hauch einer Chance – und ist dennoch musikalisch wie inszenatorisch so fesselnd, anrührend und beeindruckend.</p>
<p>Mit einem <strong>musikalischen Donnerschlag</strong> springt Verdis Oper in die Tragödie hinein und verorten Thalheimers Regie und Henrik Ahrs pechschwarzes Bühne. Das Sinnbild der Ausweglosigkeit in einen kerkerartigen Raum, aus dem es nur schmale Türen als Abgang für die Sänger gibt. In dem es nur fahles Licht aus einer Deckenluke fällt, zu welcher Cassio, Desdemona und Otello in Einsamkeitsmomenten ihre sehnsüchtigen Blicke nach Freiheit und Ausweg senden. Hier gibt es kein Entkommen, die Düsternis dominiert über Licht und Hoffnungsschimmer.</p>
<h2>Meisterhafte Atmosphäre</h2>
<p>Stefan Bollingers meisterhaft-variierende Weißlichtregie schafft viele Raumverwandlungen und Konturveränderungen. Sie lässt die Sänger geisterhaft blass, zart-diffus und expressiv überblendet erscheinen. Desdemonas erster Auftritt erfolgt aus der hinteren Wand langsam aufhellend wie aus dem Nichts. Diese Atmosphäre ist zwar bedrückend, aber nicht ermüdend, sondern durchgängig spannend. Und <strong>spannungsgeladen</strong>! Erst als sich Otello mit Jagos gereichtem Messer ersticht, brechen die Konturen des Kerkers jäh auf und strahlendes Licht fällt durch die Spalte.</p>
<p>Es scheint, als ob der emotional wie mental zerrissene, in sich selbst gefangene Otello seinen eigenen körperlichen Kerker endlich aufgebrochen hätte. Doch mit dem sterbenden Otello versinkt auch alles und jeder wieder in einkerkernde Schwärze.</p>
<h2>Musikalische tour de force, ausdrucksstarkes Spiel.</h2>
<p>Verdis Musik treibt die Handlung und die Figuren unbarmherzig voran, lässt keinen Moment der Reflektierens und Eingreifens in den Fortgang von Jagos Intrige zu. Musikalischer Leiter Axel Korber und sein Orchester lassen Verdis Musik schwelgen, elegant schweben, furios aufschwingen und brutal jäh abstürzen. Sänger und Chor begeistern mit einem<strong> pointierten Repertoire</strong> zwischen Zartheit und expressivem Vibrato.</p>
<p>Das gestische Spiel der Sänger zeigt aufgetaute Aggression, Verzweiflung und Zerrissenheit, Resignation und behutsamen Trost. In der ersten Szene zwischen Otello und Desdemona sind die Gesten erfüllt von Zartheit und Ruhe. Doch plötzlich wird Otellos Umarmungsgeste an Desdemonas Hals zu einem Vorboten des späteren Erdrosselns Desdemonas. Ein blitzartiges erschreckendes Bild, das sich aber sofort wieder auflöst. Einer der vielen <strong>ausdrucksstarken Bildermomente</strong>, welche an die zum Tode verdammte Liebe von Otello und Desdemona erinnern lassen.</p>
<p>Bariton Boris Statsenko gibt seinem intrigierenden, hasserfüllten Jago größtenteils gebieterisch-ausladende Gesten. Bevor er plötzlich bei seinen Soli völlig ruhig stehend seine ganze zerstörerische, nihilistische Kraft ballt und sie mimisch und singend in einem furchteinflößenden Rache-Crescendo explodieren lässt.<strong> Bravorufe und Applaus</strong> des beeindruckten Publikums folgen.</p>
<p>Tenor Zoran Todorovich hat die schwere Aufgabe, <em>Otellos</em><strong> Pessimismus</strong>, Brutalität und Destruktivität über weite Strecken durchhalten zu müssen. Aber trotz Verdis negativer Figurenzeichnung erschafft Todorovich das berührende Portrait eines Mitgefühl-verdienenden Außenseiters und Kriegers der inneren Kämpfe. Gepeinigt und mit retardierten Sich-selbst-Umarmungsgesten want er durch das Geschehen und ist sich selbst sein größter Feind und größte Bedrohung.</p>
<h2>Assoziatives Schwarz der Bedrohung &#8211; Reines Weiß.</h2>
<p>Das Bild eines ratlosen Kriegers zeigt sich auch in seiner theatralisch überhöhten schwarzen Schminke. Sie lässt an eine Sturmmaske denken, weil sie sein Gesicht, Mund- und Augenpartien nicht ganz ausfüllt.</p>
<p>Ein höchst dramatisches erstes Bild zeigt auch der Chor, der sich in der Eröffnungsszene bedrohlich langsam und Meeresgleich wankend der Rampe und Otellos Rückansicht nähert. Schwarz gefärbt oder mit Strumpfmasken ausstaffiert, während die Szenerie Otellos Bootsheimkehr nach Zypern auf stürmischer nächtlicher See darstellt und Blitze auf der Bühne und im Publikumssaal zucken.</p>
<p><strong>Schrecken und Gewalt</strong> inszeniert Regisseur Thalheimer in Otellos erstem heftigem Schlag gegen Desdemona: die (Chor-)Gesellschaft und alle Bühnenakteure wenden sich erschrocken über Otellos jähen Gewaltausbruch ab. Sie legen Schutz suchend Arme und Hände an Ohren und Schultern und verharren lange in diesem Bild des eingefangenen, unübersehbaren Schreckens.</p>
<p>Nachdem Desdemonas weißes Taschentuch, welches Otello ihr als Beweis und Pfand seiner Liebe gab, auftaucht gerät es durch Jagos Intrige in falsche Hände. daraufhin betritt Desdemona die Szenerie und setzt zu ihrem Nachtgebet-“Weide“-Lied an. Sie trägt ihr weiß gleißendes Plüsch-Hochzeitskleid auf Händen und wird es während der Szene auch nicht anziehen, sondern legt es sanft zu Boden und bettet sich vorsichtig darauf zur Nacht. Der weiche, weiße Plüsch ist ein auffälliger Kontrast zur ansonsten harten, schwarzen Bühnenumgebung. Mit diesem Kleid wird Otello Desdemona auch erwürgen und so wird das weiße, reine Kleid  zu einer <strong>düsteren Metapher</strong>.</p>
<h2>Otellos verdüsterte Sichtweise</h2>
<p>Thalheimers Regie, Luc Joostens Dramaturgie, Ahrs Bühne, Bollingers Licht und Michaela Baths schwarze Kostüme schaffen ein <strong>Gesamtkunstwerk</strong> der äußerlichen und innerlichen Bedrohung. So sollen laut des im Programmheft abgedrucktem Interviews Otellos negative, verängstigte und verdüsterte Sichtweise widerspiegelt werden.</p>
<p>Die ganze Oper spiele im Kopf Otellos und thematisiere somit dessen verzerrte Realitätswahrnehmung und Paranoia. Eine äußerst interessante Auslegung, welche die <strong>bedrückende Atmosphäre</strong> des Bühnenraums und dessen aufgeladene Symbolik durchaus erklärt.</p>
<p>Wie leicht lässt man seine Liebe ins Wanken bringen? Wie schnell lässt man <strong>Eifersucht und Misstrauen</strong> seine Liebe vergiften? Was sind reale Bedrohungen und was irreale? Wie leicht lässt man Selbstkomplexe und Ängste die Kontrolle übernehmen? Wie weit nimmt man sich selbst an? Wie sehr muss man sich erst selbst lieben, um einen anderen lieben zu können? In „Otello“ werden genau diese elementaren Fragen thematisiert.</p>
<p>Diese mutige, kluge, konsequente, symbolische und auf vielen Ebene sinnliche und durchaus auch zärtliche Inszenierung wird sich sicherlich schnell herumsprechen. Anspruchsvolle und begeisterungsfähige Zuschauer sollten sie sich nicht entgehen lassen! Denn trotz Verdis/Thalheimers rigorosem Beharren der Chancenlosigkeit von Otellos/Desdemonas Liebe – die Liebe lebt!; in der feiernden und optimistischen Reaktion des Publikums!</p>
<p>Zum aktuellen Spielplan geht es <a href="https://goo.gl/7LRMky" target="_blank">hier</a>.</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.59plus.de/rezension-die-liebe-lebt-otello-in-duesseldorf/">Rezension: Die Liebe lebt! &#8211; &#8220;Otello&#8221; in Düsseldorf</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.59plus.de">59plus</a>.</p>
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		<title>Otello &#8211; Ein Plädoyer für die Vernunft</title>
		<link>https://www.59plus.de/otello-ein-plaedoyer-fuer-die-vernunft/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion 59plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Sep 2016 12:15:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur & Gesellschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der international bekannte Regisseur Michael Thalheimer inszeniert Verdis Otello an der Düsseldorfer Oper am Rhein. Sie verspricht eine der aufregendsten Opernaufführungen der kommenden Saison zu werden! Michael Thalheimer ist für seine anspruchsvollen polarisierenden und zutiefst berührenden Theaterinszenierungen mehrfach international ausgezeichnet. Nun inszeniert er Guiseppe Verdis musikalisch und emotional kraftvolle Otello-Oper. Die Inszenierung unter der musikalischen [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.59plus.de/otello-ein-plaedoyer-fuer-die-vernunft/">Otello &#8211; Ein Plädoyer für die Vernunft</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.59plus.de">59plus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Der international bekannte Regisseur <strong>Michael Thalheimer</strong> inszeniert Verdis <em>Otello</em> an der Düsseldorfer Oper am Rhein. Sie verspricht eine der aufregendsten Opernaufführungen der kommenden Saison zu werden!</p>
<p>Michael Thalheimer ist für seine anspruchsvollen polarisierenden und zutiefst berührenden <strong>Theaterinszenierungen</strong> mehrfach international ausgezeichnet. Nun inszeniert er Guiseppe Verdis musikalisch und emotional kraftvolle <em>Otello</em>-Oper. Die Inszenierung unter der musikalischen Leitung von Axel Korber, zugleich eine Koproduktion mit der Opera Vlaanderen, wird vom 08. Oktober 2016 bis zum 13. November an der Düsseldorfer Oper am Rhein zu sehen sein.</p>
<h2>Die tragische Liebesgeschichte Otellos</h2>
<p><em>Otello</em> ist eine der <strong>großen Liebesgeschichten</strong> der Theaterweltliteratur von William Shakespeare und erzählt vom brutalen, grausamen und sinnlosen Scheitern einer außergewöhnlichen Liebe. Der schwarze venezianische Kriegsherr Otello ist kriegsführend ein Siegertyp und Aufsteiger, doch im zivilen Leben unsicher und verwundbar. Aus eingeflüstertem Misstrauen und Eifersucht wird er zum rasenden Mörder seiner klugen und mutigen Ehefrau Desdemona. Als er erkennt, einer Rache-Intrige seines degradierten Fähnrichs Jago aufgesessen zu sein, tötet er auch sich selbst.</p>
<p>Basierend auf <strong>Shakespeares Tragödie</strong>, adaptierten Guiseppe Verdi und der Komponist und Librettist Arrigo Boito diese Liebesgeschichte vor dem Hintergrund einer Kriegssituation 1887 an der Mailander Scala für ihre Opernfassung. <em>Otello</em> ist ein Plädoyer für die Vernunft. Eine Aufforderung, dem eigenen beschränkten Wissen und der eigenen Verwirrung zu misstrauen und emotional aufgeladene Sachverhalte sorgfältig zu prüfen. In heutigen Zeiten der Flüchtlingsfragen, der teilweise unvernünftigen Reaktionen darauf und der politisch emotionalen Manipulation, ist Verdis <em>Otello</em> daher aktueller und sehenswerter denn je.</p>
<h2>Eine spannende Neuinszenierung</h2>
<p>Der theater- und operrenommierte Regisseur Thalheimer ist dafür bekannt in seinen Arbeiten immer den glühenden Kern, das pochende Herz einer Stücks freizulegen. Zuletzt erntete er mit seiner beeindruckenden Gastspiel-Aufführung <em>Medea</em> am <strong>Düsseldorfer Schauspielhaus</strong> vom begeisterten Publikum minutenlange stehende Ovationen und Bravos. Es wird für ein offenes und anspruchsvolles Publikum höchst faszinierend sein, zu erleben, wie Thalheimer sich Verdis Oper annimmt. Wie er die Figuren zeichnet &#8211; Othellos tragische Zerrissenheit und Paranoia, Jagos böswilligen Zynismus und Einsamkeit, Desdemonas Stärke und Liebesbejahung – und wie sich die Inszenierung zu heutigen Problematiken bezüglich Liebe, innerer Stärke und Optimismus positioniert.</p>
<p>Ein wichtiges und sinnliches Opernereignis, dessen Erleben sich nicht nur Opernfreunde aus entgehen lassen sollten!</p>
<p>Zu den Tickets und dem Spielplan geht es <a href="https://goo.gl/awhVwh" target="_blank">hier.</a></p>
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		<item>
		<title>Shakespeare &#8211; Die Ruhe vor dem Sturm!</title>
		<link>https://www.59plus.de/shakespeare-die-ruhe-vor-dem-sturm/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redaktion 59plus]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 19 Apr 2016 13:44:30 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur & Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Der Sturm]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
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		<category><![CDATA[Theater]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Am 23. April jährt sich der 400. Todestag von William Shakespeare. Passend zu diesem Termin inszeniert Andreas Kriegenburg am Schauspiel Frankfurt Shakespeares „Der Sturm“. Ein Stück über Magie, Intrige, Rache und Vergebung. Das Stückmotiv der Verstrickung und des Gefangenseins ist bereits im ersten Bild ersichtlich: Auf einer riesigen, frontal hängenden Holzplane sind Bootsmänner in Schiffskletterstricke [&#8230;]</p>
<p>Der Beitrag <a href="https://www.59plus.de/shakespeare-die-ruhe-vor-dem-sturm/">Shakespeare &#8211; Die Ruhe vor dem Sturm!</a> erschien zuerst auf <a href="https://www.59plus.de">59plus</a>.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>Am 23. April jährt sich der 400. Todestag von <strong>William Shakespeare</strong>. Passend zu diesem Termin inszeniert Andreas Kriegenburg am Schauspiel Frankfurt Shakespeares „Der Sturm“. Ein Stück über Magie, Intrige, Rache und Vergebung.</p>
<figure id="attachment_1752" aria-describedby="caption-attachment-1752" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-1752 size-medium" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-1-300x287.jpg" alt="Schon die erste Szene von Andreas Kriegenburgs Neuaufführung von &quot;Der Sturm&quot; nach Shakespeare überzeugt. Quelle: Birgit Hupfeld / Schauspiel Frankfurt" width="300" height="287" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-1-300x287.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-1.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-1-768x734.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-1-1024x979.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-1-696x665.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-1-1068x1021.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-1-439x420.jpg 439w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-1-1320x1262.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-1-600x573.jpg 600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-1752" class="wp-caption-text">Schon die erste Szene von Andreas Kriegenburgs Neuaufführung von &#8220;Der Sturm&#8221; nach Shakespeare überzeugt. Quelle: Birgit Hupfeld / Schauspiel Frankfurt</figcaption></figure>
<p>Das Stückmotiv der Verstrickung und des Gefangenseins ist bereits im ersten Bild ersichtlich: Auf einer riesigen, frontal hängenden Holzplane sind Bootsmänner in Schiffskletterstricke verheddert. Sie wirken wie erstarrt oder gar wie tot, ihre Blicke sind starr, ihre reglosen Gesichter zeigen<strong> Angst und Qual</strong>. Luftgeist Ariel (die vielseitige Franziska Junge) tapst suchend mit einer Taschenlampe unter diesem Schreckens-Tableau vorbei. Sie liefert zunächst ein hoch-komödiantisches Kabinettstück des Slapsticks an einem Klavier ab, bevor urplötzlich mit „lustig&#8221; Schluss ist.</p>
<p>Wie ein Berserker haut Ariel in die Tasten. Es flackern Lichtblitze und die eben noch erstarrte Bootsgesellschaft bricht jäh in unverständliches Gebrüll, fahriges Gestikulieren und Panik aus. Keine zwei Minuten später haben sich die Bootsleute befreit. Sie kommen mit uns ebenfalls gebannten Zuschauern in Prosperos Reich an. Eine Insel, auf der Stille, Langsamkeit und <strong>trügerische Idylle</strong> herrscht.</p>
<h2>Bühnenbild in Asia-Ästhetik</h2>
<figure id="attachment_1750" aria-describedby="caption-attachment-1750" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" class="wp-image-1750 size-medium" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-7-300x279.jpg" alt="Auch das asiatisch anmutende Bühnenbild überzeugt. Quelle: Birgit Hupfeld / Schauspiel Frankfurt" width="300" height="279" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-7-300x279.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-7.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-7-768x715.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-7-1024x953.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-7-696x648.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-7-1068x994.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-7-451x420.jpg 451w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-7-1320x1229.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-7-600x558.jpg 600w" sizes="(max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-1750" class="wp-caption-text">Auch das asiatisch anmutende Bühnenbild überzeugt. Quelle: Birgit Hupfeld / Schauspiel Frankfurt</figcaption></figure>
<p>Regisseur und Bühnenbildner <strong>Andreas Kriegenburg</strong> hat wie üblich einen traumverloren-wirkenden Raum geschaffen: Im Knöchel-tiefen Wasser ragt ein überdimensionaler weißer, stilisierter Bonsai in die Höhe. Sein sich nach rechts neigender Stamm erinnert an die „Sturm“-gepeitschten Züchtungen der asiatischen Bäume „Fukinagashi“ oder „Fliegender Drache“.</p>
<p>Auch die weiß-schwarzen Rockkostüme von Andrea Schraad, sowie Ariels weiß-geschminktes Gesicht und lange schwarze Haare sind stark an <strong>asiatischer Ästhetik</strong> angelegt. Von fern erklingen Panflöten und Gesänge, die auch live von Ariel und seinen Mitgeistern eingespielt werden. Die Schauspieler sprechern größtenteils unaufgeregt. Die Neuübersetzung von Frank-Patrick Steckel ist eine Erstaufführung, seine Sprache poetisch, gestisch und konkret. Alles umgeben von einer beruhigenden und faszinierenden Atmosphäre.</p>
<h2>Eng an der Shakespear Vorlage</h2>
<figure id="attachment_1756" aria-describedby="caption-attachment-1756" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" class="wp-image-1756 size-medium" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-5-300x294.jpg" alt="Unklar ist ob Miranda und Ferdinand schließlich in ihrer Liebe zusammen finden. Quelle: Birgit Hupfeld / Schauspiel Frankfurt" width="300" height="294" /><figcaption id="caption-attachment-1756" class="wp-caption-text">Unklar ist ob Miranda und Ferdinand schließlich in ihrer Liebe zusammen finden. Quelle: Birgit Hupfeld / Schauspiel Frankfurt</figcaption></figure>
<p>An dieser Insel strandeten der einstige rechtmäßige Herzog von Mailand Prospero (Felix von Manteuffel) und seine dreijährige Tochter Miranda (Katharina Bach). Zuvor waren beide von Prosperos Bruder und unrechtmäßigem Thronanwärter Antonio (Thorsten Danner) in einem Boot ausgesetzt und aus Mailand verbannt worden. Prospero hatte sich mehr für seine Bücher über weiße Magie interessiert und dadurch seine Staatsangelegenheiten vernachlässigt. Unterstützt wurde Antonio in seinem <strong>Komplott</strong> vom Neapel-König Alonso (der berührend-trauernde Oliver Kraushaar), dessen Bruder Sebastian (Martin Bentsch) und dessen Sohn Ferdinand (der herrlich-tragikomische Nico Holonics).</p>
<p>Nun, nach zwölf Jahren, waren diese vier Komplott-Verbündeten zusammen mit dem alten Königsberater Gonzalo (Sascha Nathan) und dem Gefolgsmann des Königs Adrian (Christoph Pütthoff) auf dem Schiffsweg zu einer Verlobungsfeier von Ferdinand mit einer ausländischen Prinzessin und umschifften dabei zufällig Prosperos Insel. Der rachsüchtige Prospero schickte seinen Sklaven Luftgeist Ariel auf jenes Schiff, um die Schiffsgesellschaft wahnsinnig und des Schiffsuntergangs glauben zu machen, und sie für seinen Rachefeldzug an seine Insel spülen zu lassen.</p>
<h2>Zwischen Freiheit und Knechtschaft</h2>
<figure id="attachment_1754" aria-describedby="caption-attachment-1754" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1754 size-medium" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-3-300x287.jpg" alt="Auch lange Zeit nach Shakespear überzeugt das Stück noch das Publikum. Quelle: Birgit Hupfeld / Schauspiel Frankfurt" width="300" height="287" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-3-300x287.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-3.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-3-768x734.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-3-1024x979.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-3-696x665.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-3-1068x1021.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-3-439x420.jpg 439w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-3-1320x1262.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-3-600x573.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-1754" class="wp-caption-text">Auch lange Zeit nach Shakespear überzeugt das Stück noch das Publikum. Quelle: Birgit Hupfeld / Schauspiel Frankfurt</figcaption></figure>
<p>Mit dieser Situation beginnt das Stück und begann, wie anfangs beschrieben, die Aufführung. Im Verlauf des Stücks und der Aufführung werden Prosperos Opfer und Untergebene wie <strong>Schachfiguren</strong> gegeneinander ausgespielt. Sie werden von Prospero mittels Ariel und seiner Mit-Geister auf Entsetzlichste gepeinigt und schließlich im Moment der schrecklichsten Verwirrung von Prospero als vermeintlicher Retter und Vergebender erlöst. Felix von Manteuffel spielt Prospero zunächst lange als ruhigen, weisen, sanft-melancholischen Zauberer und Vater Mirandas. Urplötzlich zeigt er dann dessen hasserfüllte, despotische Seite.</p>
<p>Am schlimmsten spielt Prospero seinem zweiten Knecht Caliban (rührend gespielt von Michael Benthin), einem missgestalteten Wesen und ehemaligem König der Insel, mit. Deswegen macht sich Caliban die Dummheit und die <strong>materialistische Gier</strong> der beiden Trunkenbolde Trinculo (ebenfalls Christoph Pütthoff) und Stephano (ebenfalls Sascha Nathan) zunutze. Zunächst verspricht er ihnen den Insel-Thron und schmiedet einen Mordplan gegen Prospero mit ihnen.</p>
<p>Dafür begibt sich Caliban trauriger Weise erneut in <strong>Knechtschaft</strong>, diesmal gegenüber Stephano. Die Szenen der drei Mord-Anarchisten ist ganz im Sinne von Shakespeares Volkstheater inszeniert: derb, kalauernd, Sinnverspielt und brüllend komisch. Das höchst amüsierte Premierenpublikum dankt es ihnen mit begeistertem Szenenapplaus. Unter anderem wegen Christoph Pütthoffs schönen Wortgags „Ich hänge“ mit der Souffleuse.</p>
<h2>Trauer in Bildern</h2>
<figure id="attachment_1751" aria-describedby="caption-attachment-1751" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-1751 size-medium" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-8-300x287.jpg" alt="Kurz vor Ende des Stückes entfesselt sich noch einmal bildhaft die Gewalt. Quelle: Birgit Hupfeld / Schauspiel Frankfurt" width="300" height="287" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-8-300x287.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-8.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-8-768x734.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-8-1024x979.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-8-696x665.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-8-1068x1021.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-8-439x420.jpg 439w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-8-1320x1262.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/01/Der-Sturm-8-600x573.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /><figcaption id="caption-attachment-1751" class="wp-caption-text">Kurz vor Ende des Stückes entfesselt sich noch einmal bildhaft die Gewalt. Quelle: Birgit Hupfeld / Schauspiel Frankfurt</figcaption></figure>
<p>Nach der Pause spitzt sich die Situation zu: Prosperos Rache vollzieht sich und vereitelt den Mordanschlag. Die anfänglichen traumartigen „Ruhe vor dem Sturm“-Bilder von Stille, Langsamkeit und Musikalität, die Kriegenburg u.a. mittels schwebender roter Schirme schaffte, werden nun abgelöst. Sie entwickeln sich in Choreographien der <strong>triebhaften Entfesselung</strong>, als die Hofgesellschaft von Ariel und seinen Mitgeistern in eine Orgie aus Wollust und Gewalt getrieben wird. Auch hier schaffen es Kriegenburg und sein Ensemble, faszinierende Schönheit und sich steigernder Gewalt mit darunterliegender Traurigkeit zu vermischen. Einer der eindrücklichsten und nachhaltigsten Momente des Abends.</p>
<p>Nachdem Einsicht und Vergebung doch noch erfolgen, Ariel endlich von Prospero in die lange versprochene Freiheit geschickt und Miranda und Ferdinand endlich in wahrer Liebe zu einander gefunden haben, schenken Kriegenburg und Michael Benthin der am schwersten gepeinigten Figur Caliban einen nicht im Stück stehenden letzten wunderschönen Moment: Caliban, wieder allein auf seiner Insel, tanzt vor Freude nackt und wie das „erste menschliche Wesen“ unter dem weißen Baum umher, bevor sich das gesamte Ensemble an die Rampe begibt und Prospero seinen das-Publikum-um-vergebenden-Applaus-Monolog vorliest. Das ergriffen-lauschende Publikum entscheidet sich trotz gesehener Manipulation, Gewaltausübung und Intrige für Vergebung – mit teilweise <strong>jubelndem Applaus</strong>.</p>
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