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	<title>ETF Archive - 59plus</title>
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		<title>Wird die Rente neu erfunden?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Katja Kupka]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 21 Aug 2026 02:00:22 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Viele von Ihnen erinnern sich wahrscheinlich noch an Norbert Blüm. Der damalige Arbeitsminister kraxelte im Jahr 1986 höchstpersönlich auf eine Leiter, um ein Plakat aufzuhängen. Darauf stand: „Denn eins ist sicher: Die Rente“. In den Jahrzehnten danach hat das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung etwas abgenommen. Deshalb setzen Berufstätige heute nach Möglichkeit auch auf eine [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/d25c505f55d14374a9c67eeaee5875d7" alt="" width="1" height="1" /><strong>Viele von Ihnen erinnern sich wahrscheinlich noch an Norbert Blüm. Der damalige Arbeitsminister kraxelte im Jahr 1986 höchstpersönlich auf eine Leiter, um ein Plakat aufzuhängen. Darauf stand: „Denn eins ist sicher: Die Rente“. In den Jahrzehnten danach hat das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung etwas abgenommen. Deshalb setzen Berufstätige heute nach Möglichkeit auch auf eine betriebliche und eine private Altersvorsorge. </strong><strong>In den 1960er-Jahren „finanzierten“ sechs Berufstätige gemeinsam eine Rentnerin oder einen Rentner. Derzeit gehen die geburtenstarken Jahrgänge, die sogenannten Babyboomer, in Rente. Dadurch kippt dieses Verhältnis immer mehr. Für das Jahr 2040 wird erwartet, dass dann auf einen Menschen ab 67 Jahren nur noch gut zwei Personen im Erwerbsalter kommen.</strong></p>
<figure id="attachment_76296" aria-describedby="caption-attachment-76296" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente1_Curated-Lifestyle-unsplash.com_.jpeg"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="wp-image-76296 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente1_Curated-Lifestyle-unsplash.com_-1024x683.jpeg" alt="Können Sie der anstehenden Rente gelassen entgegen sehen? Was halten Sie von den Plänen der Regierung? Bildquelle: © Curated Lifestyle / Unsplash.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente1_Curated-Lifestyle-unsplash.com_-1024x683.jpeg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente1_Curated-Lifestyle-unsplash.com_-300x200.jpeg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente1_Curated-Lifestyle-unsplash.com_-768x512.jpeg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente1_Curated-Lifestyle-unsplash.com_-1536x1024.jpeg 1536w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente1_Curated-Lifestyle-unsplash.com_-696x464.jpeg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente1_Curated-Lifestyle-unsplash.com_-1068x712.jpeg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente1_Curated-Lifestyle-unsplash.com_-630x420.jpeg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente1_Curated-Lifestyle-unsplash.com_-600x400.jpeg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente1_Curated-Lifestyle-unsplash.com_.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-76296" class="wp-caption-text">Können Sie der anstehenden Rente gelassen entgegen sehen? Was halten Sie von den Plänen der Regierung? Bildquelle: © Curated Lifestyle / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Wer soll die Rente retten?</h2>
<p>Um zu vermeiden, dass das Rentenniveau immer weiter sinkt oder die Beitragszahler und Arbeitgeber zu stark belastet werden, wurden die Rufe nach einer Reform immer lauter. Anfang des Jahres nahm deshalb eine unabhängige Rentenkommission ihre Arbeit auf. Am 23. Juni lieferten die 13 Mitglieder 33 Vorschläge ab, mit denen die deutsche Rente stabilisiert werden soll. Ohne Tabus kam alles auf den Prüfstand, damit auch alle Generationen ihren Teil beitragen. Neben der Stabilisierung der Rente sollen die Reformen auch den Fachkräftemangel reduzieren. Die Politik hofft, dass künftig mehr Menschen länger arbeiten werden.</p>
<h2>Was ändert sich bei der Rente?</h2>
<p>Wer bereits in Rente ist, hat wenig zu befürchten. Lediglich in die Zukunft gerichtet, könnten die Rentensteigerungen etwas geringer ausfallen. Veränderungen wird es voraussichtlich für jüngere Beschäftigte bis zu den sogenannten „rentennahen“ Jahrgängen geben. So hat die Kommission etwa vorgeschlagen, die abschlagsfreie Rente für langjährig Versicherte abzuschaffen. Mit dieser Regelung können Menschen aktuell nach 45 Beitragsjahren ohne Abschläge in Rente gehen, auch wenn sie das Renteneintrittsalter noch nicht erreicht haben. Künftig sollen nur noch Härtefälle von der abschlagsfreien Rente für langjährig Versicherte profitieren. Dazu könnten beispielsweise Pflegekräfte oder Handwerker gehören, die nach Jahrzehnten harter körperlicher Arbeit frühzeitig in Rente gehen möchten.<br />
Auch beliebte Modelle der Altersteilzeit wurden auf den Prüfstand gestellt. So soll zunächst die Grenze für Altersteilzeit von 55 auf 58 Jahre erhöht werden. Außerdem entfällt künftig die &#8220;Altersteilzeit im Blockmodell&#8221;. Damit konnte ein älterer Arbeitnehmer beispielsweise einen Zeitraum von zehn Jahren für die Altersteilzeit mit seinem Arbeitgeber festgelegen. In den ersten fünf Jahren arbeitete der Mitarbeiter noch voll, in der &#8220;passiven Phase&#8221; der zweiten fünf Jahre war er dann bereits in Rente.</p>
<h2>Renteneintritt, Minijobs und Aktivrente</h2>
<p>Das Renteneintrittsalter steigt aktuell. Die Grenze von 67 Jahren gilt erstmals für alle, die 1964 oder später geboren wurden. Bis zum Jahr 2041 soll sie auf 67,5 Jahre erhöht werden. Je nachdem, wie schnell dann die Lebenserwartung weiter steigt, könnte sich diese Grenze noch weiter nach oben verschieben.</p>
<p>Einen Einschnitt wird es für Minijobber geben. Künftig soll es die beliebten Minijobs nur noch für Schülerinnen und Schüler geben. Da die wenigsten Minijobber freiwillig in die Rentenversicherung einzahlen, führt diese Art der Beschäftigung oft in die Altersarmut. Das soll künftig verhindert werden. Für Menschen im Ruhestand ist der Wegfall weniger problematisch. Denn für sie gibt es seit diesem Jahr die Aktivrente. Darüber haben wir in unserem Artikel <a href="https://www.59plus.de/aktivrente-fuer-aktive-rentner/">Aktivrente für aktive Rentner</a> ausführlich berichtet.</p>
<p><strong>Mit der Aktivrente können Rentnerinnen und Rentner bis zu 2.000 Euro pro Monat steuerfrei hinzuverdienen. Lediglich Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung fallen an.</strong></p>
<h2>Mehr Beitragszahler und mehr Börse</h2>
<p>Damit die Rente in der Zukunft auf stabileren Füßen steht, sollen mehr Menschen einzahlen. Bislang waren nur Angestellte verpflichtend in der gesetzlichen Rentenversicherung. Nach den Vorschlägen der Rentenkommission sollen künftig auch Selbstständige, Abgeordnete aus Bundes- und Landtag sowie Vorstände von Aktiengesellschaften einzahlen. Vielleicht fragen Sie sich, ob wir die Beamten vergessen haben. Laut der Rentenkommission gibt es keine einfache Antwort auf die Frage, wie Beamte in dieses System überführt werden können. Eine grundlegende Reform wird daher noch etwas auf sich warten lassen.</p>
<p>Außerdem nimmt sich Deutschland ein Beispiel an unserem Nachbarland Schweden. Dort wurde bereits vor über 25 Jahren eine Kapitalrente eingeführt. Nach diesem Vorbild soll es auch bei uns ab dem Jahr 2028 eine gesetzliche Kapitalrente geben. Diese soll das Umlageverfahren jedoch keinesfalls ersetzen. Sie ist lediglich ein renditestarkes Sahnehäubchen. Künftig sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber jeweils ein weiteres Prozent für diese Kapitalrente einzahlen.</p>
<figure id="attachment_76297" aria-describedby="caption-attachment-76297" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente_Getty-Images-Unsplash.com_.jpeg"><img decoding="async" class="wp-image-76297 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente_Getty-Images-Unsplash.com_-1024x683.jpeg" alt="Personen die auch über das Rentenalter hinaus berufstätig bleiben, dürfen bis zu 2.000 Euro im Monat hinzu verdienen. Bildquelle: © Getty Images / Unsplash.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente_Getty-Images-Unsplash.com_-1024x683.jpeg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente_Getty-Images-Unsplash.com_-300x200.jpeg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente_Getty-Images-Unsplash.com_-768x512.jpeg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente_Getty-Images-Unsplash.com_-1536x1024.jpeg 1536w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente_Getty-Images-Unsplash.com_-696x464.jpeg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente_Getty-Images-Unsplash.com_-1068x712.jpeg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente_Getty-Images-Unsplash.com_-630x420.jpeg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente_Getty-Images-Unsplash.com_-600x400.jpeg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2026/08/Rente_Getty-Images-Unsplash.com_.jpeg 1920w" sizes="(max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-76297" class="wp-caption-text">Personen die auch über das Rentenalter hinaus berufstätig bleiben, dürfen bis zu 2.000 Euro im Monat hinzu verdienen. Bildquelle: © Getty Images / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Aktienkultur und die Frühstart-Rente</h2>
<p>Die Anlage in Aktien, Fonds und Anleihen sorgt langfristig für attraktive Erträge. Deshalb werden jüngere Menschen von der Kapitalrente besonders profitieren. Wer im Jahr 2028 bereits Ende 50 oder gar über 60 Jahre alt ist, profitiert etwas weniger davon. Um diese Übergangsphase fair abzupuffern, garantiert der Staat, dass die Rente nicht unter die derzeitigen 48 Prozent des durchschnittlichen Lohnniveaus fällt.</p>
<p>Auch wenn die sogenannte Säule 1 der Altersvorsorge, also die gesetzliche Rentenversicherung, durch die Reformen stabilisiert wird, soll es doch einen Dreiklang geben. Künftig sollen mehr Beschäftigte von einer betrieblichen Altersvorsorge profitieren. Bereits ab dem kommenden Jahr wird zudem die private Altersvorsorge besser unterstützt. Dann heißt es „Bye-bye Riester“ und „Welcome Aktienrente“. Wer Fonds, ETFs und öffentliche Anleihen in sein neues Altersvorsorgedepot legt, profitiert von einer höheren staatlichen Förderung. Von der „Frühstart-Rente“ sollen künftig zusätzlich bereits alle Kinder im Alter von 6 bis 18 Jahren profitieren, unabhängig vom Einkommen oder Bildungsgrad ihres Elternhauses.</p>
<p>Das waren nun geballte Informationen zu den aktuellen Vorschlägen. Haben Sie weitere Fragen zu diesem Thema? Gerne setzen wir diese Informationsreihe fort.</p>
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		<title>Mit Spaß an der Börse anlegen – auch in turbulenten Zeiten</title>
		<link>https://www.59plus.de/mit-spass-an-der-boerse-anlegen-auch-in-turbulenten-zeiten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katja Kupka]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 07 Jun 2025 05:38:02 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>An der Börse kursiert die Weisheit: „Hin und her macht Taschen leer.“ Der Finanzexperte André Kostolany meinte damit, dass es sich nicht lohnt, ständig Wertpapiere zu kaufen und zu verkaufen. Oft sind die Gebühren der Bank höher als ein kleiner Kursgewinn. Doch gerade in turbulenten Zeiten juckt es vielen Menschen in den Fingern. Sobald ihr [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><img loading="lazy" decoding="async" src="http://vg05.met.vgwort.de/na/e1b72679fd284cadb2d5695f42fb7968" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><strong>An der Börse kursiert die Weisheit: „Hin und her macht Taschen leer.“ Der Finanzexperte André Kostolany meinte damit, dass es sich nicht lohnt, ständig Wertpapiere zu kaufen und zu verkaufen. Oft sind die Gebühren der Bank höher als ein kleiner Kursgewinn. Doch gerade in turbulenten Zeiten juckt es vielen Menschen in den Fingern. Sobald ihr Depot an Wert verliert, möchten sie weitere Verluste verhindern.</strong></p>
<figure id="attachment_63431" aria-describedby="caption-attachment-63431" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2022/03/Finanzen-Jason-Briscoe-Unsplash.com_.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-63431 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2022/03/Finanzen-Jason-Briscoe-Unsplash.com_-1024x683.jpeg" alt="Auch für die Generation 59plus macht es Sinn sich mit den Möglichkeiten der Geldanlage zu beschäftigen. Bildquelle: © Jason- Briscoe / Unsplash.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2022/03/Finanzen-Jason-Briscoe-Unsplash.com_-1024x683.jpeg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2022/03/Finanzen-Jason-Briscoe-Unsplash.com_-300x200.jpeg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2022/03/Finanzen-Jason-Briscoe-Unsplash.com_-768x512.jpeg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2022/03/Finanzen-Jason-Briscoe-Unsplash.com_-1536x1024.jpeg 1536w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2022/03/Finanzen-Jason-Briscoe-Unsplash.com_-696x464.jpeg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2022/03/Finanzen-Jason-Briscoe-Unsplash.com_-1068x712.jpeg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2022/03/Finanzen-Jason-Briscoe-Unsplash.com_-630x420.jpeg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2022/03/Finanzen-Jason-Briscoe-Unsplash.com_-1320x880.jpeg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2022/03/Finanzen-Jason-Briscoe-Unsplash.com_-600x400.jpeg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2022/03/Finanzen-Jason-Briscoe-Unsplash.com_.jpeg 1920w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-63431" class="wp-caption-text">Auch für die Generation 59plus macht es Sinn sich mit den Möglichkeiten der Geldanlage zu beschäftigen. Bildquelle: © Jason- Briscoe / Unsplash.com</figcaption></figure>
<p>Allerdings ist genau dann der richtige Zeitpunkt, um tief durchzuatmen und Ruhe zu bewahren. Der Wert Ihres Depots ist nur relevant, wenn Sie das Geld sofort benötigen. Andernfalls können Sie sich entspannt zurücklehnen und warten, bis sich die Kurse wieder erholen. Selbst nach einschneidenden Ereignissen wie der Finanzkrise im Jahr 2008 oder dem Beginn der Corona-Pandemie 2020 erholte sich die Börse wieder. Mit starken Nerven nutzen manche Anleger turbulente Zeiten sogar, um Wertpapiere günstig zu kaufen. Wer über einen Sparplan in Aktien oder ETFs investiert, muss sich mit diesen Fragen nicht herumplagen. Der Sparplan läuft kontinuierlich, und während eines schwachen Marktes können Sie mehr Wertpapiere kaufen.</p>
<p>Nun machen wir aber erst einmal einen Schritt zurück und schauen uns Tipps für Menschen im Alter 59plus zur Geldanlage an.</p>
<h2>Was haben Eier mit der Börse zu tun?</h2>
<p>Die erste Empfehlung möchten wir mit einer weiteren Börsenweisheit einleiten. Der US-amerikanische Ökonom Harry Markowitz empfahl, nicht alle Eier in einen Korb zu legen. Statt Hühnereier meinte er Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, ETFs oder Tagesgeldkonten. Wer sein Vermögen gut verteilt, macht sich nicht zu sehr von einer Anlageform abhängig. Gerät die Börse in Unruhe und fallen die Aktienkurse, profitieren möglicherweise Ihre Anleihen. Außerdem haben Sie immer noch Ihr sicheres Tagesgeldkonto, falls Sie kurzfristig Geld benötigen.</p>
<p>Wir empfehlen daher, über Aktien, Anleihen, ETFs und Tagesgeld sowie Währungen und Laufzeit zu diversifizieren. Bei der Laufzeit sollten Sie berücksichtigen, wann Sie das Geld voraussichtlich benötigen. Dafür ist eine kritische Bestandsaufnahme Ihres Vermögens und Ihres monatlichen Einkommens wichtig. Beziehen Sie eine hohe Rente, können Sie sich einen höheren Anteil Risiko erlauben und mehr Aktien kaufen. Aktien sind eine renditestarke, aber zugleich risikobehaftete Anlage.</p>
<h2>Im Alter noch an die Börse?</h2>
<p>Eine Daumenregel für Anleger empfiehlt, von der Zahl 100 das eigene Lebensalter abzuziehen. Als Ergebnis erhalten Sie den Anteil Ihres Vermögens, den Ihre Aktien nicht übersteigen sollten. Else Müller ist 78 Jahre alt und legt ihr Geld an der Börse an. 100 minus 78 ergibt 22. Somit sollte Frau Müller möglichst nicht mehr als 22 Prozent ihres Vermögens in Aktien anlegen. Wer mit 59 in den Vorruhestand geht, könnte sich noch einen Aktienanteil von 41 Prozent im Portfolio erlauben.</p>
<p>Je älter Anleger werden, desto mehr sollten sie ihr Vermögen in Anleihen oder Tages- und Termingelder umschichten. Tages- und Termingelder sind bis zur Höhe der Einlagensicherung von 100.000 Euro pro Bank abgesichert. Auf einem jederzeit zugänglichen Tagesgeldkonto können Sie Ihren Notgroschen verwalten. Wie viel würde es kosten, wenn gleichzeitig Ihr Kühlschrank, die Waschmaschine und der Fernseher kaputtgehen? Um diese wichtigen Geräte zu ersetzen, sollten Sie keine Aktien verkaufen müssen.</p>
<h2>Was ist eigentlich eine Anleihe?</h2>
<p>Wenn Sie eine Anleihe kaufen, geben Sie einem Unternehmen oder einem Staat einen Kredit. Dafür erhalten Sie Zinsen und am Ende der Laufzeit Ihr Kapital zurück. Je niedriger das Risiko einer Anleihe, desto niedriger ihre Verzinsung. Eine Anleihe der Bundesrepublik Deutschland ist sehr sicher, aber eher kärglich verzinst. Die Anleihe eines jungen Unternehmens verspricht hohe Zinsen, birgt auch ein gewisses Risiko, dass das Unternehmen insolvent wird.</p>
<p>Die Kurse von Anleihen schwanken weniger als Aktienkurse. Trotzdem können Sie einen Kursverlust erleiden, wenn Sie eine Anleihe während der Laufzeit verkaufen. Kaufen Sie deshalb möglichst mit 78 keine Anleihe mehr mit einer Laufzeit von 35 Jahren. Neben einzelnen Anleihen können Sie auch Anleihen-ETFs kaufen.</p>
<h2>Nur noch ETFs?</h2>
<p><a href="https://www.59plus.de/sparbuch-aktien-oder-etfs-sparen-in-zeiten-niedriger-zinsen/">ETFs</a> gelten als kostengünstige Anlage mit einer langfristig soliden Rendite. Sie erzielen zwar selten mehr als die Marktrendite, aber Fonds schneiden meist auch nicht besser ab. Fonds haben zwar brutto höhere Erträge, dafür aber deutlich höhere Kosten. Zudem gelten ETFs aufgrund der Regulierung als recht sicher. Allerdings unterliegen nur „echte ETFs“ den rechtlichen Auflagen. Diese erkennen Sie an dem Status „UCITS-Fonds“. Kaufen Sie ETFs nur direkt bei Ihrer Bank. Zweifelhafte Versicherungsberater bieten mitunter überteuerte oder riskante Produkte an und es entstehen unnötige Kosten. Wenn Sie das Onlinebanking nutzen, sollten Sie ETFs während der deutschen Börsenzeiten zwischen 9 Uhr und 17:30 Uhr kaufen oder verkaufen. In dieser Zeit sind die Kurse am liquidesten und damit am besten.</p>
<p>Ein ETF auf den DAX bildet die 40 größten deutschen Unternehmen ab. Mit dem Kauf eines ETFs auf den MSCI World sind weltweit 1.500 Aktien abgedeckt. Noch umfangreicher sind ETFs auf den „All World Index“ oder den „All Country Index“. Im All World Index stecken bis zu 5.000 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern.</p>
<figure id="attachment_75280" aria-describedby="caption-attachment-75280" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/06/Geldanlage-Getty-Images-Unsplash.com_.jpeg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-75280 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/06/Geldanlage-Getty-Images-Unsplash.com_-1024x683.jpeg" alt="Nicht wenige von uns müssen im Alter auf den &quot;Cent&quot; achten, daher ist die richtige Anlage umso wichtiger. Bildquelle: © Getty Images / Unsplash.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/06/Geldanlage-Getty-Images-Unsplash.com_-1024x683.jpeg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/06/Geldanlage-Getty-Images-Unsplash.com_-300x200.jpeg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/06/Geldanlage-Getty-Images-Unsplash.com_-768x512.jpeg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/06/Geldanlage-Getty-Images-Unsplash.com_-1536x1024.jpeg 1536w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/06/Geldanlage-Getty-Images-Unsplash.com_-696x464.jpeg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/06/Geldanlage-Getty-Images-Unsplash.com_-1068x712.jpeg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/06/Geldanlage-Getty-Images-Unsplash.com_-630x420.jpeg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/06/Geldanlage-Getty-Images-Unsplash.com_-1320x880.jpeg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/06/Geldanlage-Getty-Images-Unsplash.com_-600x400.jpeg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2025/06/Geldanlage-Getty-Images-Unsplash.com_.jpeg 1920w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-75280" class="wp-caption-text">Nicht wenige von uns müssen im Alter auf den &#8220;Cent&#8221; achten, daher ist die richtige Anlage umso wichtiger. Bildquelle: © Getty Images / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Und was ist das Klumpenrisiko?</h2>
<p>Wenn Sie einen Pudding kochen, versuchen Sie, Klümpchen zu vermeiden. Auch in der Geldanlage sind Klumpen wenig beliebt. Ein Klumpenrisiko entsteht für Anleger, wenn sie zu sehr auf eine Anlagenklasse oder eine Branche setzen. Falls Sie in Themen- und Branchen-ETFs investieren möchten, sollte der Anteil nicht zu hoch sein. Verliert die Branche oder das Thema an Bedeutung, wäre sonst der Verlust zu hoch. Ein klassisches Klumpenrisiko haben viele deutsche Anleger, weil sie nur in deutsche Aktien investieren. Es ist kein Fehler, wenn Sie ein paar deutsche Unternehmen in Ihr Depot legen. Sich bei der Anlageentscheidung nur von der Liebe zum Heimatland leiten zu lassen, ist aber keine gute Entscheidung. So entgehen Ihnen attraktive Renditen an den internationalen Kapitalmärkten.</p>
<p>Wenn Sie beim Verkauf von Aktien oder ETFs einen Gewinn erzielen, führt Ihre Bank auf diesen Betrag 25 Prozent Kapitalertragsteuer ab, dazu bezahlen Sie den Solidaritätszuschlag sowie eventuell Kirchensteuer. Wenn möglich, sollten Sie deshalb Ihre Verkäufe möglichst über mehrere Jahre verteilen. Dann können Sie Ihren Sparerfreibetrag besser nutzen.</p>
<p>Haben Sie Fragen rund um die Themen Geldanlage, Bank und Börse? Schreiben Sie diese gern in die Kommentare und wir versuchen, sie in einem der nächsten Beiträge zu beantworten.</p>
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		<title>Sparbuch, Aktien oder ETFs: Sparen in Zeiten niedriger Zinsen</title>
		<link>https://www.59plus.de/sparbuch-aktien-oder-etfs-sparen-in-zeiten-niedriger-zinsen/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Katja Kupka]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Nov 2024 03:00:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Bank]]></category>
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		<category><![CDATA[Depot]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In den vergangenen Jahren hat es Spaß gemacht, Geld zu sparen. Die Banken überboten sich darin, mit attraktiven Zinsen neue Kunden anzulocken. Ob Sie Ihr Geld auf dem Tagesgeldkonto geparkt oder ein Termingeld angelegt hatten, attraktive Zinsen waren Ihnen sicher. Doch seit Kurzem ist die Party vorbei. Die Europäische Zentralbank hat schon mehrfach den sogenannten [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In den vergangenen Jahren hat es Spaß gemacht, Geld zu <a href="https://www.59plus.de/die-zinsen-sind-zurueck-und-sparen-macht-wieder-spass/">sparen</a>. Die Banken überboten sich darin, mit attraktiven Zinsen neue Kunden anzulocken. Ob Sie Ihr Geld auf dem Tagesgeldkonto geparkt oder ein Termingeld angelegt hatten, attraktive Zinsen waren Ihnen sicher.</strong></p>
<figure id="attachment_12803" aria-describedby="caption-attachment-12803" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/02/Investmentfonds-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-12803" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/02/Investmentfonds-1-300x200.jpg" alt="Sparen hat nach den Jahren der Negativzinsen wieder eine neue Bedeutung bekommen. Doch wie sparen wir am besten? Bildquelle: © Shutterstock.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/02/Investmentfonds-1-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/02/Investmentfonds-1-768x512.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/02/Investmentfonds-1-696x464.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/02/Investmentfonds-1-630x420.jpg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/02/Investmentfonds-1-600x400.jpg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/02/Investmentfonds-1.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-12803" class="wp-caption-text">Sparen hat nach den Jahren der Negativzinsen wieder eine neue Bedeutung bekommen. Doch wie sparen wir am besten? Bildquelle: © Shutterstock.com</figcaption></figure>
<p>Doch seit Kurzem ist die Party vorbei. Die Europäische Zentralbank hat schon mehrfach den sogenannten „Leitzins“ gesenkt. Geht dieser Leitzins zurück, sinken auch die Zinsen für Sie als Bankkunden. Nachdem Sie Anfang des Jahres noch bequem drei Prozent ergattern konnten, müssen Sie jetzt gründlich suchen, um 1,5 Prozent abzustauben. Was tun? Sie können weiter Ihr Geld zu niedrigen Zinsen auf Ihr Sparbuch legen oder auf Ihrem Tagesgeldkonto sparen. Das heißt aber leider, dass Sie einen Teil Ihres Vermögens vernichten. Der Grund dafür ist die Preissteigerung, also die Inflation. Sie „nagt“ an Ihren Ersparnissen. Angenommen, Sie legen Ihr Geld zu einem Zins von 2,1 Prozent an. Im Oktober 2024 betrug die Inflation in Deutschland zwei Prozent. Da bleibt nur ein magerer Realzins von 0,1 Prozent übrig.</p>
<h2>Wohin mit dem Notgroschen?</h2>
<p>Auch jetzt noch bieten manche Banken Sonderzinsen und eine bequeme Online-Registrierung für neue Kunden. Sie können entspannt von zu Hause mit dem <a href="https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/vertraege-reklamation/kundenrechte/postidentverfahren-und-alternativen-wie-identverfahren-funktionieren-37821">Video-Ident-Verfahren</a> bei einer neuen Bank ein Konto eröffnen. Dabei zeigen Sie im Rahmen eines Videogesprächs über Ihr Laptop oder Ihr Smartphone Ihren Ausweis.</p>
<p>Bevor Sie sich an die Börse wagen, empfehle ich Ihnen, Ihren „Notgroschen“ sicher anzulegen. Stellen Sie sich vor, Ihre Waschmaschine stellt nach 20 treuen Jahren ihren Dienst ein. Gleichzeitig droht eine teure Reparatur für Ihr Auto. Damit Sie in solchen Situationen entspannt handeln können, legen Sie am besten ein <a href="https://www.59plus.de/onlinebanking-hat-zahlreiche-vorteile/">Tagesgeldkonto</a> an, auf das Sie schnell zugreifen können. Wenn Sie auf Ihrem Tagesgeldkonto 2000 bis 3000 Euro sparen, sind Sie gewappnet, falls unerwartete Rechnungen bekommen. Sie wollen im nächsten Jahr die lang geplante Reise nach Australien und Neuseeland oder eine Kreuzfahrt antreten? Dann sollten Sie auch dafür Geld zur Seite legen. Für kurzfristige Termingelder bekommen Sie derzeit höhere Zinsen, als wenn Sie Ihr Geld langfristig anlegen. Dem Vorteil der sicheren Anlage steht der Nachteil gegenüber, dass Sie auf ein Termingeld während der Laufzeit nicht zugreifen können.</p>
<h2>Die ersten Schritte an der Börse</h2>
<p>Damit Sie am Börsenhandel teilnehmen können, brauchen Sie ein Depot. Das ist ein Konto, in dem Ihre Wertpapiere verwahrt werden. Onlinebroker bieten Depots oft zu günstigeren Preisen an als traditionelle Banken. Dafür berät Ihr Berater bei einer klassischen Bank Sie vielleicht individuell und professionell. Beim Onlinebroker gibt Ihnen nur der Robo-Advisor Tipps, also eine Software.</p>
<p>Neben der Kontoführungsgebühr für das Depot kostet jeder Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers Geld. Deshalb sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie zum „Day-Trader“ werden möchten. Spaß beiseite, so werden Börsenprofis genannt, die den ganzen Tag vor dem Computer sitzen und versuchen, durch schnelle Transaktionen Geld zu verdienen. Allerdings werden die wenigsten davon reich.</p>
<p>Als privater Anleger sollten Sie gut überlegen, welche Werte Sie in Ihr Depot legen und wann Sie diese wieder verkaufen. Wichtig ist, dass Sie Ruhe bewahren und nicht bei der kleinsten Kursveränderung Wertpapiere kaufen oder verkaufen. Von den Gebühren profitieren nur die Börse und Ihre Bank. Sie werden schnell sehen, dass die Kurse sich häufig bewegen. So kann eine Aktie stark steigen, weil das Unternehmen ein grandioses neues Produkt angekündigt hat. Stellt sich zwei Wochen später heraus, dass die Konkurrenz ein ähnliches Produkt zu einem günstigeren Preis anbietet, bricht der Kurs wieder ein.</p>
<h2>Was erwartet Sie an der Börse?</h2>
<p>Damit Ihr Geld langfristig seinen Wert behält oder Sie Ihr Vermögen mehren können, brauchen Sie eine höhere Rendite, als ein Tages- oder Termingeld bietet. Eine solche Rendite gibt es an der Börse, auch ohne riskante Spekulationen und komplizierte Finanzprodukte.</p>
<p>Nun kommt der Begriff „Risiko“ ins Spiel. Je lukrativer eine Anlage ist, desto riskanter ist sie auch. Dann kann es statt der hohen Rendite auch zu kräftigen Verlusten kommen. Im schlimmsten Fall verlieren Sie das angelegte Geld. Daran sehen Sie schon, dass Sie niemals Ihr gesamtes Vermögen an der Börse anlegen sollten.</p>
<p>Die Börse bietet von A wie Aktie bis Z wie Zertifikat zahlreiche Produkte. Unter dem Buchstaben E finden Sie im Börsen-ABC die ETFs. Der <a href="https://www.59plus.de/etf-was-ist-das-eigentlich/">ETF</a> ist ein börsengehandelter Indexfonds (im Englischen: Exchange Traded Funds). Er bildet einen Index nach, wie den DAX.</p>
<h2>Chancen und Risiken von ETFs</h2>
<p>Vermutlich kennen Sie den deutschen Leitindex DAX aus der Tagesschau oder Ihrer Tageszeitung. 40 deutsche Konzerne gehen mit unterschiedlichen Gewichten in die Berechnung des DAX ein. Damit Sie an der Erfolgsgeschichte des DAX teilhaben, müssten Sie von allen 40 Unternehmen Aktien kaufen. Das ist teuer und kompliziert, weil regelmäßig neue Unternehmen in den DAX kommen oder ihn verlassen. Ein ETF „auf den DAX“ bildet dessen Struktur nach. Was heißt das? Der ETF auf den DAX bleibt am Ball und bildet langfristig immer den DAX ab. Wenn Sie den ETF kaufen, profitieren Sie davon, wenn es der deutschen Wirtschaft gut geht. Sie können auch auf zahlreiche andere Indizes setzen. Ein bekannter internationaler Index ist der MSCI World, den US-amerikanische Technologie-Unternehmen wie Apple oder Microsoft dominieren.</p>
<h3>ETFs haben zwei Vorteile:</h3>
<ol>
<li>Sie sind breit gestreut, weil sie einen Index aus unterschiedlichen Unternehmen nachbilden. Das reduziert Ihr Risiko.</li>
<li>Ein ETF braucht keinen teuren Fondsmanager, weil er nur den Index nachbildet. Deshalb fallen für Sie nur moderate Kosten an.</li>
</ol>
<p>Dem niedrigeren Risiko stehen beim ETF auch geringere Renditechancen gegenüber. Eine zweistellige Rendite ist eher selten.</p>
<h2>Sparen mit Fonds und Einzelaktien</h2>
<p>Aktiv gemanagte Fonds versprechen eine höhere Rendite, halten ihre Versprechen aber nicht immer. Bevor Sie in Fonds investieren, sollten Sie das Kleingedruckte lesen. In der Regel fallen deutlich höhere Kosten an als für einen ETF. Beim Kauf zahlen Sie einen Ausgabeaufschlag und es fallen laufende Kosten für die Verwaltung an. Sie werden teilweise aus dem Fondsvermögen genommen. Dann bezahlen Sie diese indirekt.</p>
<p>Wenn Sie Freude am Thema Wirtschaft haben, können Sie sich an einzelne <a href="https://www.59plus.de/was-sind-eigentlich-aktien/">Aktien</a> wagen. Wählen Sie dafür am besten ein Unternehmen, dessen Geschäft Sie verstehen. Dann können Sie einschätzen, ob die Aktiengesellschaft langfristig Erfolg haben wird. Eine Aktiengesellschaft muss jedes Jahr einen Geschäftsbericht veröffentlichen. Diesen finden Sie im Internet und können wichtige Kennzahlen wie den Umsatz oder den Gewinn nachlesen.</p>
<p>Als Aktienbesitzer werden Sie zur Hauptversammlung eingeladen. Diese Versammlungen werden gerne von älteren Aktionären besucht. Der Austausch mit anderen Anlegern und der Gang zum Buffet sind ähnlich wichtig wie die Abstimmung. Seit Corona finden viele Hauptversammlungen nur noch online statt. Sie können also vom heimischen Sofa aus gemütlich mitentscheiden.</p>
<h3>Aktien bieten Ihnen zwei Gewinnchancen:</h3>
<ol>
<li>Steigt die Aktie im Wert, können Sie diese zu einem höheren Preis verkaufen – und streichen den Gewinn ein.</li>
<li>Erzielt die Aktiengesellschaft Gewinn, schüttet sie in der Regel eine Dividende an ihre Aktionäre aus. Unternehmen wie Coca-Cola oder Procter &amp; Gamble sind verlässliche Dividendenzahler. Sie schütten schon mehr als hundert Jahre eine Dividende aus. Damit sind sie eine große Ausnahme.</li>
</ol>
<h3>Aktien bringen auch Risiken mit:</h3>
<ol>
<li>Geht das Unternehmen bankrott, sinkt der Aktienkurs ins Bodenlose.</li>
<li>Wer schnell an sein Geld möchte, muss vielleicht zu einem schlechten Kurs verkaufen. Aktien eignen sich eher als langfristige Anlage.</li>
</ol>
<figure id="attachment_28264" aria-describedby="caption-attachment-28264" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/shutterstock_484111711.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-28264 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/shutterstock_484111711-1024x607.jpg" alt="Unbeschwert die Rente genießen, das wünscht sich sicherlich jeder von uns. Bildquelle: shutterstock.com" width="696" height="413" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/shutterstock_484111711-1024x607.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/shutterstock_484111711-300x178.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/shutterstock_484111711-768x455.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/shutterstock_484111711-696x413.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/shutterstock_484111711-1068x633.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/shutterstock_484111711-709x420.jpg 709w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/shutterstock_484111711.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/shutterstock_484111711-1320x782.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/09/shutterstock_484111711-600x356.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-28264" class="wp-caption-text">Unbeschwert die Rente genießen, das wünscht sich sicherlich jeder von uns. Bildquelle: shutterstock.com</figcaption></figure>
<h2>Wo kann ich beim Sparen richtig absahnen?</h2>
<p>Es gibt noch viel mehr Möglichkeiten, wie Sie Ihr Geld anlegen können. Je komplexer die Finanzprodukte sind, desto höher meist die Gewinnchance, aber gleichzeitig auch das Verlustrisiko. Ich kann Ihnen daher nur empfehlen, sich beim sparen auf Anlageformen zu konzentrieren, die Sie gut verstehen. Und laufen Sie so schnell und weit Sie können, wenn Ihnen jemand eine risikoarme Anlage mit mehr als 10 Prozent Rendite verspricht. Das Gleiche gilt für Angebote, die Sie über Nacht reich machen sollen. Um an der Börse reich zu werden, braucht es einen langen Atem oder ungewöhnlich viel Glück.</p>
<p>Mit Derivaten wie Optionsscheinen oder Optionen können Sie kräftig absahnen. Diese Wertpapiere wetten dabei auf die Zukunft. Entwickelt sich der Markt anders als erwartet, sind sie schnell nichts mehr wert. Deshalb eignen sich Derivate nur für Börsenprofis. Anders sieht es aus, wenn Sie einen seriösen Börsendienst abonnieren. Dort geben Experten Anlagetipps und helfen Ihnen dabei, den richtigen Zeitpunkt für den Handel mit Derivaten festzulegen. Der Börsendienst ist kostenpflichtig, und Sie erhalten meist per E-Mail die Empfehlungen.</p>
<p>Noch ein wichtiger Hinweis zum Abschluss. Ob Sie Zinsen oder Dividenden bekommen oder ETFs mit Gewinn verkaufen, auf alle Kapitalerträge fällt die Kapitalertragsteuer an. Denken Sie bitte daran, bei Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag abzuschließen. Tausend Euro Kapitalerträge sind pro Jahr für Sie steuerfrei.</p>
<p>Was interessiert Sie noch rund um die Geldanlage? Gerne greifen wir Ihre Fragen für einen weiteren Beitrag auf.</p>
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		<title>ETF: Was ist das eigentlich?</title>
		<link>https://www.59plus.de/etf-was-ist-das-eigentlich/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Martin Beier]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 18 Dec 2018 03:00:11 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Wirtschaft & Recht]]></category>
		<category><![CDATA[Aktien]]></category>
		<category><![CDATA[Anleihen]]></category>
		<category><![CDATA[Börse]]></category>
		<category><![CDATA[ETF]]></category>
		<category><![CDATA[Fonds]]></category>
		<category><![CDATA[Index]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>„Ein toller Fonds!“ So könnte die Nachricht lauten, für die das Kürzel „ETF“ steht. Die Wahrheit hinter Exchange Traded Funds (ETF) ist freilich eine andere, eine höchst relative Realität. Exchange Traded Funds sind sog. börsengehandelte Fonds; mit weniger Kosten aber reduziertem Anspruch und ganz ohne jene Risiken, die mit Börsenhandel einhergehen. So weit, so gut. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>„Ein toller Fonds!“ So könnte die Nachricht lauten, für die das Kürzel „ETF“ steht. Die Wahrheit hinter Exchange Traded Funds (ETF) ist freilich eine andere, eine höchst relative Realität. </strong><strong>Exchange Traded Funds sind sog. börsengehandelte Fonds; mit weniger Kosten aber reduziertem Anspruch und ganz ohne jene Risiken, die mit Börsenhandel einhergehen. So weit, so gut. Tausende ETF schwirren denn auch heute durch das Anlageuniversum.</strong></p>
<p>Das „Vermögensaufbauzentrum München“ hat jüngst veröffentlicht, wie viel die besten ETF für ihre Kunden herausgeholt haben. Im August 2018, zum Stichtag der Veröffentlichung, sah das alles vergleichsweise positiv aus: 2 bis 20 Prozent Plus mit Aktien-ETF in zwölf Monaten. Minus-Prozente mit Anleihen-ETF sind bei den heutigen Bedingungen normal. Nach August 2018 sind nun aber auch Aktien-ETF ins Minus gerutscht: Wenn die Kurse fallen, dann rechnen sich die Anteilwerte dieser Fonds entsprechend niedriger aus. Daran ändert auch die Börsennotierung der ETF nichts. Die Anteilwerte werden letztlich von den Fondsverwaltern kontrolliert. Überbewertungen oder Unterbewertungen wie sie im Börsenhandel mit Aktien und Anleihen vorkommen, gibt es bei ETF nicht.</p>
<figure id="attachment_14630" aria-describedby="caption-attachment-14630" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/05/Boerse-1.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-14630" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/05/Boerse-1-300x201.jpg" alt="Die Wall Street und die dort ansässige New York Stock Exchange ist die wohl bekannteste Börse. Bildquelle: shutterstock.com" width="696" height="467" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/05/Boerse-1-300x201.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/05/Boerse-1-768x515.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/05/Boerse-1-696x467.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/05/Boerse-1-626x420.jpg 626w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/05/Boerse-1-600x403.jpg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/05/Boerse-1.jpg 1000w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-14630" class="wp-caption-text">Die Wall Street und die dort ansässige New York Stock Exchange ist die wohl bekannteste Börse. Bildquelle: shutterstock.com</figcaption></figure>
<h2>Die Geburtsstunde der ETF</h2>
<p>Wenn die Zeichen für Aktien oder auch für Anleihen mal schlecht standen, hatten Verwalter klassischer Investmentfonds Aktien und/oder Anleihen verkauft. Die Erlöse hatten die Verwalter im Zweifel sogar auf Festgeldkonten geparkt, bis sie glaubten, dass die Aussichten wieder besser waren. Dieses klassische Prinzip der Investmentfonds hat sich überholt. Die Ergebnisse der meisten klassischen Fonds blieben hinter den Erwartungen zurück; selbst hinter den Erwartungen der Verwalter. Die Kosten waren zu hoch.</p>
<p>Wissenschaftliche Studien fanden heraus, es sei immer besser, sprich ertragsreicher, ganze Märkte als Anlage auszusuchen anstelle einzelner Aktien oder Anleihen. Diese Erkenntnisse waren letztlich die Geburtsstunde der ETF. Seither haben allerdings nicht die Profiverwalter der Fonds den Schwarzen Peter der richtigen Auswahl. Jetzt müssen laienhafte Anleger entscheiden, ob sie z.B. auf den deutschen Aktienmarkt oder auf die berühmte Wallstreet vertrauen oder ob sie sich mit festverzinslichen Anleihen wohler fühlen. Das Urprinzip der Investmentfonds ist mit den allermeisten ETF umgekehrt: Nicht die Profis der Fonds entscheiden sondern die Laien am Bankschalter oder zu Hause beim Online-Banking. Computer können dann die Anlagestrategie der ETF verwirklichen.</p>
<h2>Indexfonds heißt die Zauberformel</h2>
<p>„Wo Aktienfonds draufsteht, müssen immer Aktien drin sein, auch wenn es mit Aktien mal runter geht.“ So lautet heute das Prinzip der Produktklarheit und -Wahrheit. Welche einzelnen Aktien in den Fonds liegen, das entscheiden nicht mehr die Fondsmanager sondern die Indexrechner der Börse. Welche Aktien beispielsweise mit ihren Kursen den Trend des Deutschen Aktienindex DAX bestimmen, das bestimmt die Deutsche Börse AG mit ihren speziellen Indexregeln. Diese Regeln beziehen sich nicht darauf, ob die Aktien hoch stehen oder hoch steigen werden. Für den Index sind andere statistische Größen entscheidend. Entsprechend ist es, wenn es sich z.B um einen ETF US-Aktien Dow Jones handelt oder um einen weltweit anlegenden ETF: Er wird seine Bestände immer so zusammensetzen, wie sich der MSCI-World-Index zusammensetzt.</p>
<p>„Indexfonds“ heißt die Zauberformel, mit der nichts mehr schief gehen kann – zumindest nicht für die Fondsverwalter. Mit dem Nachbau der definierten Indizes in den Fonds verfolgen die Verwalter eine sog. passive Anlagestrategie. Das spart Kosten und macht ETF für Anleger billiger. Ob das am Ende gut ist für Fondsanleger, das hängt von anderen Umständen ab.</p>
<figure id="attachment_39218" aria-describedby="caption-attachment-39218" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/ETF-Markus-Spiske-Unsplash.com_.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-39218 size-large" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/ETF-Markus-Spiske-Unsplash.com_-1024x683.jpg" alt="Die Entwicklungen der Börsen sind natürlich für einen ETF nicht unwichtig. Bildquelle: © Markus Spiske / Unsplash.com" width="696" height="464" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/ETF-Markus-Spiske-Unsplash.com_-1024x683.jpg 1024w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/ETF-Markus-Spiske-Unsplash.com_-300x200.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/ETF-Markus-Spiske-Unsplash.com_-768x512.jpg 768w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/ETF-Markus-Spiske-Unsplash.com_-696x464.jpg 696w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/ETF-Markus-Spiske-Unsplash.com_-1068x712.jpg 1068w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/ETF-Markus-Spiske-Unsplash.com_-630x420.jpg 630w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/ETF-Markus-Spiske-Unsplash.com_.jpg 1920w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/ETF-Markus-Spiske-Unsplash.com_-1320x880.jpg 1320w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2018/12/ETF-Markus-Spiske-Unsplash.com_-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-39218" class="wp-caption-text">Die Entwicklungen der Börsen sind natürlich für einen ETF nicht unwichtig. Bildquelle: © Markus Spiske / Unsplash.com</figcaption></figure>
<h2>Fondsanleger entscheiden</h2>
<p>Anleihefonds sind im Prinzip flexibler. Grundsätzlich können sie Staatsanleihen aus Euro-Land mischen, also z.B. aus Deutschland und/oder aus Italien oder Unternehmensanleihen aus Europa einschließlich der Nicht-Euroländer oder vieles mehr. Wenn dann aber z.B. italienische Anleihen sinken, haben nicht die Fondsverwalter das Problem sondern die Anlegerkunden der Fonds. Sie hätten sich rechtzeitig mit der kritischen Entwicklung in Italien befassen sollen. Oder sie bringen so viel Geduld auf, dass sie durchhalten, bis die Zeiten für Anlagen in Italien wieder besser werden, so wie sie z.B. für Griechenland und Zypern wieder besser geworden sind. Selbst Mischformen, wie z.B. die „ComStage-Vermögensstrategien“, legen nicht direkt in Siemens-, Amazon- oder BP-Aktien an oder in Bundesanleihen. Diese Vermögenstrategien bauen ebenfalls auf ETF; je nach Risikowunsch der Anleger sogar auf Gold- oder Rohstoff-ETF oder vielleicht auf ETF, die in Fernost-Aktien investieren.</p>
<p>Wie krass sich diese passive Anlagepolitik auswirken kann, zeigt das Beispiel der Commerzbank-Aktie. Seit 2007 war die Commerzbank-Aktie immer tiefer gefallen. Der sog. DAX-Klassiker steckte in allen ETF-Indexfonds. Und ließ deren Anteilwerte nicht so steigen, wie wenn die Kurse von Aktien gesünderer Unternehmen im DAX und in den Fonds gelegen hätten; etwa die Papiere der Digitalfirma Wirecard oder der weltweit erfolgreichen deutschen Gen-Firma Qiagen. Als Wirecard dann im September 2018 in den DAX aufstieg, war es mit dem Aufschwung der hoffungsvollen Wirecard-Aktie erstmal vorbei; genau in dem Moment, als alle Indexfonds Wirecard gekauft hatten. Die Indexfonds waren gezwungen Wirecard zu kaufen. Egal, wie hoch der Kurs schon gestiegen war, die Fonds mussten ihr Anlagekonzept punktgenau umsetzen. Seither zählt die Wirecard-Aktie nun erst mal zu jenen Papieren der deutschen Börse, deren Kurse am meisten gesunken sind.</p>
<figure id="attachment_12064" aria-describedby="caption-attachment-12064" style="width: 696px" class="wp-caption aligncenter"><a href="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/12/P1020333.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" class=" td-modal-image wp-image-12064" src="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/12/P1020333-300x199.jpg" alt="Martin Beier reizt auch mit 67 Jahren die Herausforderung und denkt noch lange nicht ans Aufhören. Bildquelle: Martin Beier" width="696" height="461" srcset="https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/12/P1020333-300x199.jpg 300w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/12/P1020333-634x420.jpg 634w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/12/P1020333-600x398.jpg 600w, https://www.59plus.de/wp-content/uploads/2017/12/P1020333.jpg 640w" sizes="auto, (max-width: 696px) 100vw, 696px" /></a><figcaption id="caption-attachment-12064" class="wp-caption-text">Martin Beier reizt auch mit 67 Jahren die Herausforderung und denkt noch lange nicht ans Aufhören. Bildquelle: Martin Beier</figcaption></figure>
<h2>Meistens geht es aufwärts</h2>
<p>Die Problematik der ETF-Indexfonds wird noch größer, wenn Fondssparer Kasse machen. Wer etwa im Boom des Jahres 2007 den ETF „Xtracker DAX“ der Deutschen Bank erwarb, der hat den Kurssturz des Jahres 2009 überstanden. Selbst nach dem Kursrutsch im Herbst 2018 liegt er noch mit mehr als 50 Prozent im Plus. Und könnte gut verkaufen. Je mehr Anleger nun aber Angst bekommen, die Aktienkurse könnten weiter abrutschen und je mehr Fondssparer verkaufen, desto mehr müssen Aktien-ETF aus ihrem Bestand verkaufen; auch „gute“ Aktien, wie Wirecard – im Prinzip – eine zu sein scheint.</p>
<p>Durch den Zwang, immer genau den Index nachbilden zu müssen, erhöht sich letztlich das Risiko der Anlage. Klassische Fonds konnten Auszahlungen an Anleger aus ihrem Geldbestand leisten. Sie mussten bei Rückgaben der Kunden nicht sofort etwas aus dem Fonds verkaufen. Dieser Risikopuffer ist durch den Siegeszug der ETF-Indexfonds verschwunden. Das hat aber auch einen entscheidenden Vorteil: Wenn es hoch geht, sind Anleger in Index-ETF´s auf jeden Fall auf der Gewinnerseite. Und zum Glück geht es ja in den meisten Jahren aufwärts mit Aktien.</p>
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